Stuttgart-Sillenbuch/-Degerloch Nun ist im Wald auch noch die Umleitung gesperrt

Von Caroline Holowiecki 

Das Vesperbrückle im Wald zwischen Stuttgart-Sillenbuch und Stuttgart-Degerloch ist seit Monaten abgebaut. Das hatte zu erheblichem Ärger von Radlern und Spaziergängern geführt. Nun haben sie es offenbar noch schwerer.

Auf dem Bebenhauser Weg nahe der Mittleren Filderstraße  wird gebaut. Foto: Caroline Holowiecki
Auf dem Bebenhauser Weg nahe der Mittleren Filderstraße wird gebaut. Foto: Caroline Holowiecki

Degerloch/Sillenbuch - Seit Oktober bereits ist das Vesperbrückle eher ein Vesperlöchle. Die Brücke, die über die Mittlere Filderstraße führt und damit die Waldstücke von Sillenbuch und Degerloch verbindet, fehlt seit Monaten. Im September 2019 waren bei der Jahresuntersuchung der Holzkonstruktion Fäulnis, Pilz- und Schädlingsbefall festgestellt worden. Aus Sicherheitsgründen war der Steg erst gesperrt worden, Ende Oktober wurde das Zwischenelement mit schwerem Gerät ausgehoben. Im Frühjahr 2021, so der Planungsstand von Januar, könnte die Brücke ersetzt werden. Bis dahin heißt es: außenrumradeln beziehungsweise -wandern.

„Die Bauarbeiten finden zu einer Unzeit statt“

Allerdings: Nun ist im Wald auch der Bebenhauser Weg zwischen der Mittleren Filderstraße auf Höhe der Bushaltestelle Kolpingsiedlung und der ersten Waldkreuzung an der Schutzhütte gesperrt. Und damit eine der Alternativstrecken für die kaputte Brücke. Die CDU im Sillenbucher Bezirksbeirat will wissen, was das soll. „Aus unserer Sicht finden diese Bauarbeiten zu einer Unzeit statt“, moniert die Fraktion in einer Anfrage, die in der jüngsten Sitzung des Gremiums mit der Zustimmung der anderen Räte ins Rathaus weitergeleitet wurde. Durch das gute Wetter und Corona seien aktuell besonders viele Spaziergänger und Radler unterwegs, zwischen Sillenbuch und Degerloch stünden sie aber nun vor einem Problem: „Die Sperrung unterbricht nun wesentliche Umleitungswege und sorgt dafür, dass es zwischen Aulendorfer Straße und Ruhbank – etwas mehr als drei Kilometer Entfernung – keine wirklich geeignete Querungsmöglichkeit der Mittleren Filderstraße mehr gibt“, so die CDU. Das sei nicht akzeptabel.

Tatsächlich ist die Baustelle keine kommunale, sondern betrifft das Gasnetz. Im Bereich Bebenhauser Weg, außerdem in der Straße Am Eichenhain und weiterführend am Ilse-Beate-Jäkel-Weg, wird die Gashochdruckleitung erneuert, teilt Ralph Eckhardt im Auftrag der Netze BW mit. Ein mehr als 1,2 Kilometer langer Leitungsabschnitt sei bereits 1940 über den Waldweg verlegt worden, um Sillenbuch, Riedenberg, Heumaden, Ruit und Kemnat mit Erdgas aus dem Gaswerk zu erschließen. „Die bisherige Leitung weist gemäß Erneuerungsstrategie für das Gashochdrucknetz einen schlechten Zustand auf und ist aus netztechnischer Sicht für die Versorgung der Fildergemeinden absolut notwendig“, sagt Ralph Eckhardt. Synergetisch würden zudem gleichzeitig Wasserleitungen erneuert und ein Strom-Leerrohrsystem mitverlegt. Gemacht werden könne das aus Versorgungsgründen nur im Sommer. Bis Ende Oktober soll alles fertig sein.

So verlaufen die Umleitungen laut Stadt Stuttgart

Die Straßenverkehrsbehörde beim Amt für öffentliche Ordnung wiederum ist für die Sperrung zuständig. „Die verkehrstechnische Planung, einschließlich der Planung der Umleitungsstrecken, erfolgte durch ein externes Ingenieurbüro“, teilt die Verwaltungssprecherin Anna Sendler mit. Die Sperrung des Vesperbrückles sei per Zusatzzeichen bei der Umleitungsbeschilderung kenntlich gemacht. Die Umleitung aus Richtung Königsträßle kommend verlaufe demnach über den Streckenzug Bebenhauser Weg, den Erlenbachweg, dann einen Verbindungsweg und über die Fußgängerampel am Heinlesbergweg. Die Umleitungsstrecke von der Straße Am Eichenhain zur Ruhbank führe über die Verbindung Lerchenstieg, Thomas-Köfer- und Heinlesbergweg.




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