Enzo Marchese kümmert sich seit zwei Jahren bei den Stuttgarter Kickers um die Sponsoren und Partner. Ab und zu kommt es aber auch vor, dass der ehemalige Kapitän mit dem großen Netzwerk einen Spieler vorschlägt und den Kontakt vermittelt. Bei Sinan Tekerci war das der Fall. Als Marchese in der vergangenen Saison seinem ehemaligen Trainer Horst Steffen bei einem Spiel des Zweitliga-Aufsteigers SV Elversberg einen Besuch abstattete, kam er mit Tekerci ins Gespräch. Ein paar Wochen später war der offensive Mittelfeldspieler verpflichtet.
Lob von Steffen
Und der Mann, der sowohl die Kickers als auch Tekerci bestens kennt, gratuliert beiden Seiten zu diesem Schritt: „Da bekommt ein guter Verein einen guten Spieler“, sagt Horst Steffen, der Tekerci nicht nur in Elversberg, sondern auch kurz bei Preußen Münster trainierte. „Sinan bringt eine vorbildliche Einstellung mit, er ist immer engagiert, ist im Anlaufen stark, bringt Torgefahr und ein super Timing für die Tiefe mit.“
Bei so viel Lob stellt sich die Frage, warum er den Offensivmann in der vergangenen Saison – wenn überhaupt – nur für überschaubare Kurzeinsätze einwechselte. Steffens Antwort: „Die anderen Jungs in meinem Kader haben sich gut entwickelt. Jannik Rochelt und Manuel Feil sind an Sinan vorbeigezogen.“
Zwei Aufstiege mit SVE
Trotz der Reservistenrolle hätte sich Tekerci auch ein sechstes Jahr in Elversberg sehr gut vorstellen können, doch ein Angebot für eine Verlängerung des auslaufenden Vertrags blieb aus. „Wir hatten eine geile Truppe, ich bin zweimal aufgestiegen und habe viermal den Saarland-Pokal gewonnen, ich habe schon viel Schönes erlebt in den fünf Jahren“, sagt Tekerci und ergänzt: „Horst Steffen hat mich geprägt wie kein anderer Trainer. Obwohl er mich zuletzt nur noch selten aufstellte, sind wir im Guten auseinander gegangen.“
Den Schritt zu den Kickers hat sich der frühere türkische U-20-Nationalspieler reiflich überlegt. Zum einen wohnt seine Freundin weiterhin im Saarland, zum anderen bedeutet die Regionalliga von der Spielklasse her einen Rückschritt. „Die Gespräche gestalteten sich dann aber sehr gut, die Pläne der Kickers haben mich überzeugt und sogar begeistert“, sagt der 29-Jährige.
Und ein bisschen ist es für den bei der SG Dornstetten (Kreis Freudenstadt), der TSG Balingen und dem TuS Ergenzingen ausgebildeten Techniker mit der hervorragenden Übersicht wie nach Hause kommen. Denn schon in der U 19 spielte Tekerci unter Coach Sven Hayer bei den Kickers, einer seiner damaligen Teamkollegen war Pascal Reinhardt, der aktuelle Coach der SG Sonnenhof Großaspach.
Ziel dritte Liga
Jetzt also die Rückkehr zu den Blauen – nach den Stationen 1. FC Nürnberg, Dynamo Dresden (Tekerci: „Die Fans dort waren der Hammer“), Preußen Münster, FSV Zwickau und eben SV Elversberg. Welche Ziele er hat? „Wir wollen uns in der neuen Liga etablieren, möglichst einen sicheren Mittelplatz belegen und uns Schritt für Schritt weiterentwickeln, um irgendwann an die dritte Liga anzuklopfen“, sagt Tekerci. Am Liebsten natürlich vor seinem Vertragsende 2026.