Stuttgarter Kickers verlieren in Hoffenheim Ein schwarzer Tag für die Blauen

Luigi Campagna, Niklas Koble (re.): Enttäuschung pur bei den Kickers. Foto: IMAGO/Eibner/IMAGO/Roland Sippel - Eibner-Pressefoto

Die Stuttgarter Kickers sind im Regionalliga-Spitzenspiel bei der TSG 1899 Hoffenheim II chancenlos und verlieren mit 0:5. Ein mutloser Auftritt, der vor dem Heimspiel am Mittwoch gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz Fragen aufwirft.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Die Spieler der Stuttgarter Kickers stemmten frustriert die Hände in die Hüfte, manche schüttelten ungläubig mit dem Kopf: Der Stachel der Enttäuschung saß tief nach dieser 0:5(0:2)-Niederlage im Topspiel der Fußball-Regionalliga bei der TSG 1899 Hoffenheim II. Auch bei den über 1000 mitgereisten Fans unter den 1600 Zuschauern im Dietmar-Hopp-Stadion, die aber tapfer versuchten, die Spieler vor dem Fan-Block aufzurichten. Tenor: „Ihr steht als Aufsteiger immer noch auf Platz eins. Jetzt bitteschön Vollgas am Mittwoch gegen Fulda.“

 

Seit drei Spielen sieglos

Dies wird auch dringend nötig sein. Denn wenn nach drei sieglosen Spielen in Serie nicht schnellstens die Wende kommt, werden die Kickers nicht mehr lange Tabellenführer sein. Zwei Punkte stehen die Blauen zwar noch vor den Hoffenheimern, doch die TSG hat nicht nur die nun bessere Tordifferenz, sondern auch noch das Nachholspiel am 17. April beim TSV Steinbach Haiger in der Hinterhand. „Wir müssen schnell wieder unsere Abläufe, unsere Tugenden auf den Platz bringen, die uns ausgezeichnet haben“, sagte Sportdirektor Marc Stein. „Hoffenheim hat sich diesen Sieg mit einem starken Auftritt verdient. Wir haben das Spiel in sieben Minuten aus der Hand gegeben und es nicht geschafft, an unsere Grenzen zu kommen“, ergänzte Trainer Mustafa Ünal.

Fest steht: Der Trend spricht gegen die Kickers, und der Auftritt in Hoffenheim wirft Fragen auf. Warum spielten die Blauen so mutlos? Warum nicht selbstbewusst und zielstrebig nach vorne? Wo ist die defensive Stabilität geblieben? Warum wird nicht mit über 90 Minuten mit letzter Konsequenz gegen den Ball gearbeitet? Warum leisten sich plötzlich erfahrene und zuverlässige Spieler wie Nico Blank oder Felix Dornebusch individuelle Fehler? Warum bringt Ünal ausgerechnet in diesem Spitzenspiel erstmals den 19-jährigen David Stojak von Beginn an? Warum reißt er die zuletzt eingespielte Innenverteidigung auseinander und setzt Paul Polauke auf die Bank? Die Erklärung des Trainers: „Alles passierte aus Überzeugung. Stojak trainiert seit Wochen sehr gut. Polauke war lange verletzt, zuletzt nicht so frisch im Kopf, und Blank hat auf dieser Position in der Hinrunde sehr erfolgreich gespielt.“

Krankes Trio

Unfreiwillig verzichten musste Ünal auf die kranken David Braig, Sinan Tekerci und Christian Mauersberger. Gegenüber dem 1:3 gegen Eintracht Frankfurt II standen Loris Maier, Luigi Campagna, Flamur Berisha und überraschend eben auch Stojak in der Anfangself. Der vor der Saison vom Verbandsligisten FC Wangen gekommene 19-jährige Stürmer hatte bisher erst sieben Einwechslungen vorzuweisen.

In einem zunächst ausgeglichenen Spiel hatten die technisch starken Hoffenheimer von Beginn an mehr Ballbesitz, sie spielten auch schneller und genauer nach vorne – ohne lange Zeit zu Torchancen zu kommen. Das änderte sich kurz vor der Pause durch die Tore von Luka Duric (40.) und Uche Obiogumu (44.). Damit rächte es sich, dass die Blauen zu wenig für die Offensive taten und in der gegnerischen Hälfte nicht energisch genug agierten.

Dornebusch vertändelt Ball

Die zweite Halbzeit begann mit einer kalten Dusche für die Blauen. Nach einem Rückpass von Blank vertändelte Torwart Felix Dornebusch den Ball, David Mokwa drückte ihn über die Linie 3:0 (47.). Es passte zu diesem gebrauchten Tag, dass auch der sonst so zuverlässige Keeper patzte. Damit war in den insgesamt sieben Minuten vor und nach der Pause das Spiel praktisch durch – ähnlich wie eine Woche zuvor gegen Eintracht Frankfurt II .

Die Blauen versuchten dennoch, dem Spiel eine Wende zu geben. Doch gute Chancen von Loris Maier (53.) und Melvin Ramusovic (73.) blieben ungenutzt. Auffallend: Die fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor. In der Schlussphase schlug dann das abgeklärt auftrumpfende Team von Trainer Vincent Wagner noch zweimal eiskalt zu: Erst nutzte Nick Breitenbücher (84.) einen Fehler von Blank im Spielaufbau zum 4:0, dann traf auch noch Yohel Kelati (90.) zum 5:0. Ünal: „Jetzt geht es darum, die Fehler zu analysieren und zusammenzuhalten. Gerade, wenn es mal nicht so läuft.“ Die Fans haben seinen Wunsch, schon direkt nach dem Abpfiff umgesetzt.

Aufstellung Kickers

Dornebusch – Schmidts, Blank, Kolbe, Kammerbauer – Campagna (64. Polauke) – Loris Maier, Kiefer (64. Ramusovic), Berisha (55. De Sousa) – Dicklhuber (85. Kalajdzic), Stojak (55. Antlitz).

Regionalliga-Spielplan

Bisherige Spiele
Kickers Offenbach – Stuttgarter Kickers 0:1, Kickers – TuS Koblenz 7:0, KSV Hessen Kassel – Kickers 2:1, Kickers – 1. FSV Mainz 05 II 4:1, TSV Steinbach Haiger – Kickers 1:3, Kickers – TSG Balingen 2:2, Kickers – VfR Aalen 0:0, Eintracht Frankfurt II – Kickers 1:0, Kickers – TSG 1899 Hoffenheim II 1:0, SG Barockstadt Fulda-Lehnerz – Kickers 0:2, Kickers – TSV Schott Mainz 3:0, Bahlinger SC – Kickers 1:1, Kickers – FSV Frankfurt 0:0, VfB Stuttgart II – Kickers 0:2, Kickers – FC-Astoria Walldorf 2:2, SGV Freiberg – Kickers 0:2, Kickers – FC 08 Homburg 2:2, Kickers – Kickers Offenbach 1:0, TuS Koblenz – Kickers 0:0, 1. FSV Mainz 05 II – Kickers 1:4, Kickers – KSV Hessen Kassel 2:1, Kickers – TSV Steinbach Haiger 4:0, TSG Balingen – Kickers 1:2, VfR Aalen – Kickers 0:0, Kickers – Eintracht Frankfurt II 1:3. TSG 1899 Hoffenheim II – Kickers 5:0.

Künftige Spiele
Kickers – SG Barockstadt Fulda-Lehnerz (Mittwoch, 3. April, 19 Uhr), TSV Schott Mainz – Kickers (Sonntag, 7. April, 14 Uhr), Kickers – Bahlinger SC (Freitag, 12. April, 19 Uhr), FSV Frankfurt – Kickers (Sonntag, 21. April, 14 Uhr), Kickers – VfB Stuttgart II (Samstag, 27. April, 14 Uhr), FC-Astoria Walldorf – Kickers (Sonntag, 5. Mai, 14 Uhr), Kickers – SGV Freiberg (Samstag, 11. Mai, 14 Uhr), FC 08 Homburg – Kickers (18. Mai, 14 Uhr). (jüf)

Weitere Themen