Stuttgarter Netze Bahn-Konkurrenten fehlt das Personal

Es gibt nicht genügend Lokführer in Deutschland. Foto: dpa
Es gibt nicht genügend Lokführer in Deutschland. Foto: dpa

Die neuen Betreiber der Stuttgarter Regionalbahnnetze Abellio und Go Ahead benötigen rund 300 Lokführer und 200 Zugbegleiter. Der Arbeitsmarkt ist leergefegt. Das stellt die neuen Konkurrenten der Deutschen Bahn vor große Herausforderungen.

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Stuttgart - Mit der Unterzeichnung der Tarifverträge hat für die künftigen Betreiber des Stuttgarter Regionalzugnetzes, Abellio Rail und Go Ahead, der Wettbewerb um die wenigen verfügbaren Lokführer auf dem Arbeitsmarkt und die wechselwilligen Beschäftigten von DB Regio begonnen. Die Tochter der Deutschen Bahn war bei der Ausschreibung des Stuttgarter Netzes unterlegen. Bis 2020 müssen die beiden Privatunternehmen insgesamt etwa 600 Mitarbeiter verpflichten, darunter rund 300 Triebfahrzeugführer und 200 Zugbegleiter, um die Anforderungen des Landes zu erfüllen und den Betrieb sicherzustellen.

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Bundesweit fehlen jedoch mehr als 1000 Lokführer, auf der Liste der Mangelberufe der Bundesagentur für Arbeit steht der Beruf wegen geringer Bezahlung und unattraktiver Arbeitszeiten ganz oben. Eine Folge des Personalmangels sind Zugausfälle. Ein Ausweg aus der Misere soll eine intensive Nachwuchsförderung sein. Go Ahead hat bereits sechs niederschwellig angelegte Qualifizierungskurse mit rund 100 Teilnehmern begonnen und kooperiert mit der Agentur für Arbeit, um Quereinsteiger für die Zehnmonatskurse zu gewinnen. Mindestens jeder zweite Kandidat soll später die Abschlussprüfung machen. Auch Abellio beginnt mit der Personalsuche.

DB Region vom Verfahren ausgeschlossen

Die beiden Eisenbahnverkehrsunternehmen übernehmen von Mitte 2019 an für zunächst 13 Jahre das komplette Stuttgarter Netz von der DB Regio, außerdem die länderübergreifende Murrbahn. Der Staatskonzern war zuvor wegen der Nichteinhaltung von Mindeststandards vom Verfahren ausgeschlossen worden.

Die Tarifverträge seien wichtige Signale, um die Wichtigkeit des Zugpersonals hervorzuheben, sagte Claus Weselsky, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Bis Vertragsbeginn sollen vor allem die Triebfahrzeugführer und Zugbegleiter des DB Regio Verkehrsbetriebs überzeugt worden sein, den Arbeitgeber infolge des Auftragsverlusts zu wechseln. Abellio benötigt für einen neuen Wartungsbahnhof Mechaniker, die Firma Go Ahead lässt die Fahrzeuge vom Hersteller Stadler in Essingen bei Aalen warten.

DB will ihre Mitarbeiter halten

Die DB hat jedoch wegen des Mangels an Zugpersonal im Fern-, Regional- und Nahverkehr Interesse daran, möglichst viele Mitarbeiter zu halten. Der DB-Konzern muss auch noch bis 2019 die mit dem Land vereinbarten Verkehrsleistungen erbringen, dafür betreibt er weiter den Wartungs- und Abstellbahnhof im Rosensteinpark. Der Betriebsrat des DB Regio Verkehrsbetriebs hatte gegen die Politik des Landes demonstriert, weil er Sorge hatte, im Falle eines Betreiberwechsels würden hart erkämpfte Sonderzulagen verloren gehen. Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) verweist aber auf das Tariftreue- und Mindestlohngesetz und den hohen Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern. Das garantiere eine ordentliche Bezahlung.




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