Stuttgart Aus dem Asemwald fließt literweise heißes Wasser in den Wald

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Aus einem Schlauch, der aus dem Keller der Stuttgarter Wohnstadt Asemwald kommt, fließt seit unbestimmter Zeit heißes Wasser in den Wald. Die Ursache gibt Rätsel auf.

Wasser marsch im Asemwald? Leider gilt das zurzeit. Foto: Judith A. Sägesser
Wasser marsch im Asemwald? Leider gilt das zurzeit. Foto: Judith A. Sägesser

Asemwald - Hans-Jörgen Gebhardt ist ganz schön erschrocken, als er und seine Frau den Schlauch entdeckt haben. Heißes Wasser fließt da munter in den Wald. Der Schlauch schlängelt sich vom Wald über die Wiese hinter Block C im Asemwald und verschwindet durch ein Bodengitter im Keller. Gebhardt steht daneben und macht einen ratlosen Eindruck. Wie viel Wasser da wohl ins Laub fließt? Neulich sei er da gewesen und habe einen Eimer gefüllt, er hat nachgemessen, wie viel Wasser der Asemwald in der Minute verliert: „18 Liter“, sagt Gebhardt. Macht in 24 Stunden 25 920 Liter, in der Woche 181 440 Liter. Letzteres sind rund 1200 Badewannen. Es dürften aber mehr sein, denn seit Monaten sei das so, sagt der Asemwald-Bewohner.

Die Hausverwaltung weiß Bescheid. Es gebe ein Problem mit der Zirkulation des Wasserkreislaufs in einem Teil des Asemwalds. Sie sei gestört. Die Bewohner der Etagen 11 bis 22 in einem Haustrakt hätten kein Warmwasser, wenn der Schlauch nicht wäre. Das sagt Siegfried Grossmann von der Hausverwaltung.

Er könne ja keine Lösung aus dem Hut zaubern

Das Problem sei nicht dauerhaft, aber trete bereits zum zweiten Mal auf. Im Frühjahr kurz und jetzt seit mindestens zwei Monaten, sagt Grossmann. Es seien bereits Fachleute vor Ort gewesen, die Panne blieb. „Ich kann keine Lösung aus dem Hut zaubern“, sagt Grossmann. Aber er ist zuversichtlich: Gerade dieser Tage sei eine Firma dran. Doch der Friede ist offenbar gestört in der Wohnstadt. „Wir sind hier schon am Pranger.“ Für eine Verschleißerscheinung, die in einer Hochhaussiedlung eben im XXL-Format daherkommt.

Der Asemwald ist bald 50 Jahre alt. Die Leitungen zu modernisieren wäre nicht verkehrt, sagt Grossmann. Aber momentan stehe dies nicht an. „Das ist ein Riesenaufwand“, sagt der Verwalter. „Man müsste in jedem Badezimmer die Wand aufstemmen, um an die Leitungen zu kommen.“ Wie viel warmes Wasser bisher verschüttgegangen ist, kann Grossmann nicht beziffern. Die Kosten müssten auf die Eigentümer umgelegt werden.

Schmerzhaft höhere Kosten?

Der Verwaltungsbeirat der Wohnstadt Asemwald ist im Bilde, was den Schlauch betrifft. Es sei eine ärgerliche Angelegenheit, sagt Werner Pohl. „Aber ich kann keinen Skandal oder ein Versäumnis erkennen.“ Derlei könne vorkommen in einem Hochhaus wie denen im Asemwald.

Dass die Bewohner nun schmerzhaft höhere Kosten befürchten müssen, glaubt Pohl nicht. Umgelegt auf alle 1137 Wohnungen falle das bestimmt nicht groß ins Gewicht. „Aber natürlich bleibt es eine Verschwendung.“

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