Die Gastronomie im Kunstgebäude hat eine lange Tradition. Bereits zur Eröffnung vor 110 Jahren beherbergte das nach den Plänen von Theodor Fischer erbaute Domizil der Stuttgarter Kunst nicht nur Ausstellungsräume, sondern auch ein Restaurant und eine Kegelbahn. Große Feierlichkeiten, vor allem die „berühmten Künstler- und Faschingsfeste“, so steht es am Bauzaun, sind hier gefeiert worden.
Doch dann zerstörte der Krieg das Gebäude, von dem nur der goldene Hirsch und die Kuppel, auf der er steht, erhalten blieben. Nach dem Wiederaufbau gab es zunächst nur Ausstellungsflächen im Altbau. Später unterhielt der vor 125 Jahren gegründete Künstlerbund, der im Kunstgebäude beheimatet ist, im ersten Stock ein Café, das unterverpachtet war und vor allem im Sommer mit seinen Außenplätzen unter den Arkaden die Menschen anlockte.
„Gerade läuft die Baufertigstellung“, berichtet Michaela Hornung, Sprecherin des Finanzministeriums, „Ziel ist es, die Ausstellungsflächen Anfang April 2024 an die Staatsgalerie als neue Nutzerin des Gebäudes zu übergeben.“
Bisher musste man zum gastronomischen Innenleben des Kunstgebäudes eine Treppe hochgehen. Dies wird sich künftig ändern. Die neue Gastronomie befindet sich nämlich im Erdgeschoss des Stauffenbergflügels mit Außenbereich entlang der Stauffenbergstraße. Vor wenigen Tag hat die Landesbehörde Vermögen und Bau in unserer Zeitung die Pacht ausgeschrieben. Bis Mitte März können Interessentinnen und Interessenten Vor-Ort-Termine mit den Vermietern vereinbaren. Am 22. April endet dann die Bewerbungsfrist.
Exakter Übergabetermin steht noch nicht fest
„Daran schließen sich Prüfungen, Gespräche und Verhandlungen mit potenziellen Pächterinnen und Pächtern an“, erklärt Sprecherin Michaela Hornung. Einen exakten Übergabetermin könne sie bisher nicht nennen. „Unsere Ziel ist es aber, dass die künftige Pächterin oder der künftige Pächter Ende Juni/Anfang Juli feststeht“, betont Hornung. Da laufe die Fußball-EM bereits, was gleich nebenan auf dem Schlossplatz gefeiert wird. Ob es dann noch reiche für eine Betriebsaufnahme während des Public Viewing, sei ehrgeizig, aber nicht ausgeschlossen.
„Eventuell könnte die Gastro des Kunstgebäudes aber in einer stark abgespeckten Variante funktionieren“, sagt die Ministeriumssprecherin. Das wäre grundsätzlich möglich, „wenn die Voraussetzungen alle passen und die künftige Pächterin oder der künftige Pächter das auch so möchte“. Das neue Lokal am altehrwürdigen Ort werde mit „kompletter Küche, Lager- und Kühlräumen, sanitären und betrieblichen Anlagen“ ausgestattet, erklärt Michaela Hornung.