Stuttgarter Skulpturen im Schnelltest Was taugt „Ramp“ hinterm Bahnhof?

Kaum ein Kunstwerk hat so viel Publikum wie die Rampe hinterm Hauptbahnhof. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Kaum ein Kunstwerk hat so viel Publikum wie die Rampe hinterm Hauptbahnhof. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Was steckt eigentlich hinter all den Kunstwerken, die in Stuttgart stehen? Heute: Die vergitterte Rampe von Siah Armajani hinter der Landesbank Baden-Württemberg.

Kultur: Adrienne Braun (adr)
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Stuttgart -

Was taugt Bridge/Ramp? Die Skulptur von Siah Armajani hinter der Landesbank Baden-Württemberg im Schnelltest.

Worum geht’s? Die Rampe führt hinterm Stuttgarter Hauptbahnhof zur LBBW und ist doch mehr als nur praktisch. Die eigenwilligen Gitter verraten, dass hier jemand Architektur gegen den Strich bürsten wollte.

Wer hat es gemacht? Siah Armajani war ein 1939 in Teheran geborener Künstler, der in den USA lebte. Zunächst hat er Mathematik studiert, was man seinen kühlen Kunstwerken mitunter ansieht. Sein Thema ist die Architektur, er konstruierte Raumsituationen im öffentlichen Raum, die die Bevölkerung benutzen soll – Brücken oder auch Leseräume in der Öffentlichkeit.

Sieht aus wie? Mit den Stäben in Grau und Gelb erinnert die Rampe deutlich an einen Käfig – und ist es letztlich auch, wenn die Tore oben und unten verschlossen werden.

Kunstrichtung? Armajani bezeichnete sich selbst als „public artist“, weil er seine Interventionen für den öffentlichen Raum gezielt so entwickelte, dass sie von allen benutzt werden können.

Unser Urteil? Ob schön oder nicht ist hier keine Frage mehr. Diese Form der Kunst entzieht sich allen traditionellen Kategorien – was letztlich ihre Qualität ausmacht. Anstelle einer klaren Botschaft wirft die Rampe eher Fragen auf und macht das Durchschreiten von Raum und den Übergang von einem Ort zum anderen bewusst. Der Streifen zwischen Bahnhof und Bank wird dadurch in jedem Fall aufgewertet.

Und sonst? Es wäre interessant, die Passanten zu der Arbeit zu befragen. Man ahnt, was die meisten von ihnen sagen werden – „Ach so, das ist Kunst? Ich habe mich immer schon gewundert, was das soll.“

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