Talent aus Kornwestheim Drehbuchautor feiert Erfolge mit Prime-Serie
Alexander Rümelin, ein gebürtiger Kornwestheimer, hat bei der neuen Serie „Die Therapie“ von Amazon Prime federführend mitgearbeitet.
Alexander Rümelin, ein gebürtiger Kornwestheimer, hat bei der neuen Serie „Die Therapie“ von Amazon Prime federführend mitgearbeitet.
Schon als Teenager war Alexander Rümelin verrückt nach Filmen und wollte Regisseur werden. Heute, mit 55 Jahren, kann der gebürtige Kornwestheimer eine eindrucksvolle Karriere in der Filmbranche vorweisen – allerdings als Drehbuchautor. Sein jüngster Erfolg ist noch ganz frisch: Bei der erst seit wenigen Tagen in der Onlinevideothek von Amazon Prime abrufbaren Serie „Die Therapie“ hat er federführend daran gearbeitet, die Romanvorlage des Beststellerautors Sebastian Fitzek fürs Heimkino zu adaptieren.
Für Rümelin, der in Kornwestheim das Gymnasium besucht und bis Mitte 20 in der Stadt gelebt hat, ging mit diesem Projekt ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Das Genre Thriller habe ihn sehr gereizt. „Das wollte ich unbedingt einmal machen“, sagt er. Seit fast 30 Jahren ist er in der Filmbranche tätig. Lange Zeit galt die Denkweise, dass das deutsche Publikum keine in der Heimat produzierten Thriller sehen möchte. „Es gab extreme Berührungsängste“, erklärt Rümelin. Das habe sich in den vergangenen fünf Jahren geändert. Auch die Tatsache, dass die Romanvorlage von einer Ausnahmeerscheinung wie Fitzek stammt, sei in diesem Fall ausschlaggebend gewesen.
„Ganz besonders freue ich mich über die Wahl der Drehbuchautoren, insbesondere Alexander Rümelin, der mich mit seiner Arbeit schon oft begeistert hat“, wird der Bestsellerautor in einer Pressemitteilung von Amazon zitiert. Die beiden Männer kennen einander bereits seit 2010. Mit Fitzek hat sich Rümelin bei der Arbeit für „Die Therapie“ immer wieder abgestimmt. „Es war eine enge Zusammenarbeit“, sagt er.
In der Miniserie geht es um das mysteriöse Verschwinden einer Teenagerin. In der Hauptrolle zu sehen ist Stephan Kampwirth. Auch weitere namhafte deutsche Schauspielerinnen und Schauspieler wie Axel Milberg wurden für die Produktion verpflichtet.
Drei der sechs Episoden der Miniserie hat der gebürtiger Kornwestheimer als Headwriter, also federführend, konzipiert und geschrieben. Unterstützung hatte er von zwei Co-Drehbuchautoren, Don Bohlinger und Christian Limmer. „Wir sollten uns so nah wie möglich an die Vorlage halten“, erklärt Rümelin. Dennoch habe er bei der Arbeit einige Freiheiten gehabt.
Bereits im Sommer 2019 kam der Drehbuchautor mit dem Projekt erstmals in Kontakt. 2020 machte er sich daran, das Konzept zu erarbeiten. Begleitet hat er auch die Dreharbeiten, die von März bis Juni 2022 stattfanden. „Bis auf wenige Ausnahmen war ich an allen Drehtagen dabei“, sagt er. Zudem war er beteiligt an der Synchronisation der Serien, die nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern weltweit abrufbar ist.
Sein Metier hat der Drehbuchautor an der Filmakademie in Ludwigsburg gelernt. Filme faszinierten den gebürtigen Kornwestheimer schon sehr früh. Mit etwa 15 Jahren stand für ihn fest, dass er Regisseur werden möchten. Doch die Konkurrenz war groß. Seine Chancen in der Branche seien besser, wenn er erst als Drehbuchautor versuche, sagte man ihm. Diesen Tipp nahm er an.
Nach dem Studium ging Rümelin nach Los Angeles, um bei US-Produktionen mitzuwirken. Er war auch an Dreharbeiten in anderen Teilen der Welt involviert. Seit 1999 ist er zurück in Deutschland und wohnt nun in Berlin.
International und insbesondere in Deutschland hat er sich einen Namen gemacht. Er wirkte beispielsweise beim Katastrophenfilm „Der Vulkan“ mit, der als Bester Mehrteiler für den Deutschen Fernsehpreis nominiert wurde. Bei dem Kinofilm über die Lebensgeschichte von Udo Lindenberg führte er das Team der Drehbuchautoren an. „Ich durfte schon viel machen, was mich gefordert und mir Spaß gemacht hat“, betont der Drehbuchautor.
Bei „Die Therapie“ hat Rümelin zum ersten Mal für einen Streamingdienst gearbeitet. Die Herangehensweise habe sich von anderen Filmprojekten unterschieden. Die Prioritäten seien sehr klar gewesen. „Wir hatten viele Möglichkeiten, die Dinge so umzusetzen, wie es der Stoff verlangt“, erklärt Alexander Rümelin. Der Anspruch war hoch. Schließlich galt es, das Publikum weltweit zu überzeugen. „Die Arbeit an der Serie war intensiv“, fasst er seine Erfahrungen zusammen.
Die hohen Abrufzahlen beweisen, dass sich der Aufwand der Filmemacher gelohnt hat. „Die Therapie“ ist seit dem 26. Oktober bei Prime Video weltweit verfügbar. Schon in der Startwoche feierte die Miniserie international Erfolge. In Deutschland und Österreich landete sie sogar auf Platz 1 der Prime Video Charts.
Mittlerweile sitzt Alexander Rümelin schon wieder am nächsten Drehbuch. Worum es dabei inhaltlich geht, darf er noch nicht verraten, nur so viel: „Es ist ein Projekt, das ich schon seit 20 Jahren machen will.“
Erfolgsroman
„Die Therapie“ ist der Debütroman des Autors Sebastian Fitzek. Der Thriller ist erstmals im Jahr 2006 in der Verlagsgruppe Droemer Knaur erschienen. Er begründete seinen Durchbruch als erfolgreichster Thriller-Schriftsteller Deutschlands. Der Titel belegte mehrere Wochen lang den ersten Rang in der Spiegel-Bestsellerliste und wurde in verschiedene Sprachen übersetzt.
Handlung
Josy, zwölfjährige Tochter des bekannten Psychiaters Viktor Larenz, verschwindet unter mysteriösen Umständen. Es gibt weder Zeugen noch Spuren noch eine Leiche. Jahre später hat sich ihr trauernder Vater in ein abgelegenes Ferienhaus auf einer Insel zurückgezogen. Doch eine unbekannte Frau, die unter Wahnvorstellungen leidet, findet ihn dort. Ihr erscheint immer wieder ein kleines Mädchen, das so spurlos verschwindet wie Josy.