Tatort-Kritik: „Der Elefant im Raum“ Der letzte Fall, das Allerletzte

Reto Flückiger (Stefan Gubser) bringt seiner kranken Kollegin (Delia Mayer) Orangen. Aber die Folge insgesamt war kein schönes Abschiedsgeschenk. Foto: ARD Degeto/SRF/Daniel Winkler 9 Bilder
Reto Flückiger (Stefan Gubser) bringt seiner kranken Kollegin (Delia Mayer) Orangen. Aber die Folge insgesamt war kein schönes Abschiedsgeschenk. Foto: ARD Degeto/SRF/Daniel Winkler

Adieu: Der von Reto Gubser gespielte Kommissar Flückiger hatte seinen letzten „Tatort“-Auftritt. Wir haben die Folge in den Schnelltest genommen. War das Anschauen einen Sonntagabend wert?

Lokales: Tom Hörner (hör)
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Stuttgart - Was taugt „Der Elefant im Raum“? Der neue „Tatort“ aus Luzern in unserem Schnellcheck.

Die Handlung in zwei Sätzen Auf die feine Feiergesellschaft an Bord eines Raddampfers wird ein Anschlag verübt. Wie’s der Zufall will, ist der Polizist Reto Flückiger an Bord, der sich aber im letzten „Tatort“ aus Luzern vor allem mit sich selbst herumschlagen muss.

Zahl der Leichen Drei.

Holzhammer Schon klar, es sind immer die bösen, bösen Kapitalisten schuld, wenn armselige Kreatur zu Boden geht. Manchmal aber ist’s auch eine lächerliche Obstkiste, die der gute Flückiger in einer Szene gegen den Kopf bekommt – um prompt das Bewusstsein verliert. Das ist in etwa so effektvoll und glaubwürdig, wie Musketiere, die ihre Gegner mit Zahnstochern im Zaum halten.

Dümmer als die Polizei erlaubt Kein TV-Krimi muss realistisch sein, aber glaubwürdig schon. Soll heißen: Wenn ein penetrant-aggressiver Pressefritze an einem Tatort die polizeiliche Absperrung durchbricht, ist es ein Leichtes, den hinter die Schranken zu verweisen. Da muss der Flückiger nicht handgreiflich werden. Und bitteschön: Auch wir Journalisten haben einen Rest an Würde und klatschen nicht auf einer Pressekonferenz, wenn der Herr Polizeipräsident die Nachfolgerin eines geschassten Bullen bekannt gibt.

Schieden tut weh Aber nicht mit so einem konventionellen, lahmen Drehbuch. Doch womöglich ist das gerade der Trick: Man wollte uns Zuschauern den Abschied erleichtern. Hat funktioniert.

Schöne Worte Als die beiden Polizisten in der letzten Einstellung über den See schippern, sagt Liz Ritschard, seit einigen Folgen Frauen zugetan, zum Kollegen: „Blöd, dass du keine Frau bist.“ Darauf Flückiger. „Nobody is perfect.“ Leider muss man bis zu diesem Dialog lange anderthalb Stunden warten.

Unser Fazit Das Ermittlerduo Flückiger/Ritschard war in einigen wirklich guten Folgen zu sehen. Insofern hätte man ihm einen geistreicheren Abgang gewünscht

Spannung Note 5; Logik Note 3




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