The Rice Society aus Stuttgart Nachhaltige Sneaker aus Reishülsen erobern den Kessel

Ab Samstag können die nachhaltigen Sneaker von The Rice Society in der Geschwisterliebe in Stuttgart geshoppt werden. Foto: Michaela Posner

Vegan, bio und recycelt: Die Schuhe von The Rice Society sind vor allem eines –nachhaltig. Denn: Das neue Label mit Sitz in Stuttgart nutzt unter anderem Reis als Rohstoff. Wir verraten euch, wo ihr die coolen Sneaker im Kessel shoppen könnt.

Stadtkind: Tanja Simoncev (tan)

Walking on... Rice – klingt ungewöhnlich, könnte aber kaum nachhaltiger und zeitgemäßer sein. Denn die Sneaker von The Rice Society mit Sitz in Stuttgart, sind unter anderem aus Reis, genauer Reishülsen, gemacht. Sie werden fair in Portugal produziert, sind vegan und bio – und ihr denkt: Mehr geht nicht? Geht doch! Dazu später mehr, jetzt aber erst mal zurück auf Anfang.

 

Fast Fashion – nein, danke!

Wer steckt dahinter? Zunächst einmal Unternehmerin, Fotografin und Visionärin Louisa Sanchez. „In der nachhaltigen Mode bin ich ganz bewusst gelandet“, betont die gebürtige Hamburgerin, die seit zwölf Jahren in Stuttgart lebt. 2014 habe sie ihr Weg in die Mode-Branche geführt, erst in den kommerziellen Bereich. Doch ihr wurde schnell klar: „Meinen Input samt Impact will ich nicht in der Fast-Fashion-Industrie leisten, hier möchte ich meine Zeit nicht verbringen. Es muss etwas Nachhaltiges sein.“

Lifestyle als Thema habe Louisa schon immer interessiert, „aber eben bewusst und achtsam und dass alle in der Kette am Ende des Tages etwas davon haben“. Und so fand sie ihren Platz 2015 bei Lovjoi, einem veganen Mode-Label, das sich damals sehr stark für Geflüchtete aus Syrien eingesetzt hatte. Nach einem Zwischenstopp im Marketing für ein medizinisches Produkt wurde dem Kreativkopf wieder bewusst: „Ich möchte lieber mit einem eigenen Produkt im Lifestyle-Bereich an den Start gehen.“

The Rice Society geht an den Start

Um was geht’s genau? Über die Gründerin von Lovjoi wurde Louisa mit den Worten „Ich habe den passenden Schuh für euch“ die spanische Marke Rice angeboten. Die zwei Rice-Gründer hatten andere Pläne und länger nach einer passenden Nachfolge für ihr Label aus Barcelona gesucht. Nach reiflicher Überlegung ging die motivierte Macherin ihrem Bauchgefühl nach: Sie übernahm die Marke und gründete im Januar 2023 aus ihr heraus The Rice Society.

Es geht ihr aber dabei nicht nur um die Schuhe und Nachhaltigkeit, sondern auch um Kunst, Inklusion und vor allem auch darum, sich nicht zu scheuen, Themen anzusprechen und für Werte einzustehen. „Und das will ich nun in Produktform umsetzen“, sagt die frischgebackene Gründerin.

Mehr als vegan

Was steckt drin? Die Stuttgarterin mit spanischen Wurzeln liebt, was sie tut. Jeden Morgen wacht sie nach eigenen Worten mit dem Gedanken „Geil, egal was ich heute mache, es wird The Rice Society ein Stück nach vorne bringen“ auf. Das Besondere am Produkt – dem coolen Sneaker, der mittlerweile in drei neuen Farben daherkommt – ist die Tatsache, dass es nicht nur ein veganer Schuh ist.

„Wir recyceln so viel wie nur möglich.“ Unter anderem werden neben dem Namensgeber Reis, genauer den Hülsen vom Reis, die eigenen getragenen Sohlen wiederverwendet und verarbeitet. Außerdem finden sich in den Sohlen Kartoffelschalen und Kaffeesatz wieder.

Kaffeesatz und Kartoffelschalen treffen auf Komfort

Die Innensohlen wurden mit einer Schuhmacherin entwickelt und bieten unter anderem durch Luftkammern eine Entlastung für die Bandscheiben. „Mir ist wichtig, dass der Schuh gut aussieht und wirklich komfortabel ist – einfach das ganze Paket.“

Wie geht’s weiter? „Ich bin der Meinung, dass Schuhe in Sachen Nachhaltigkeit noch sehr viel Entwicklungspotenzial haben.“ Louisa bekomme viel Feedback und positive Resonanz auf die Transparenz ihres Unternehmens. „Je mehr wir aus der Produktion zeigen – ob Inhalte, Fakten, Videos – desto mehr Interesse wird geweckt.“ Viele Kund:innen hätten nie gedacht, dass so viele Fertigungsschritte nötig sind, um einen Schuh zu herzustellen. Lasst euch gesagt sein: Es sind über 30 und das hat nun mal seinen Preis.

Mehr Transparenz geht nicht

„Mein Wunsch ist es, dass immer weniger Schuhe in schlechten Konditionen gefertigt werden. Wir müssen umdenken und ersetzen.“ Louisa sei immer bei der Produktion dabei, vor allem bei der Qualitätskontrolle. Gerade erst ist sie von einer Reise aus Portugal zurückgekommen und hatte dort vor allem auch die Instagram-User:innen an allem teilhaben lassen. Mehr Transparenz geht nicht. „Ich habe jeden Prozess von A bis Z gesehen“, betont die coole Stuttgarterin.

„Was für mich wichtig war: Ich will nicht nur eine Marke, die auf Sales ausgerichtet ist, sondern eine, die Impact in jeglicher Form leisten und für die Themen, für die Rice steht, auch Inhalte bieten kann.“ Auf seinen Plattformen bietet das Label zum Beispiel Interviews mit Kunst- und Medienschaffenden. „Außerdem arbeiten wir mit Aktivist:innen zusammen – aus den Bereichen Kunst, Nachhaltigkeit und Inklusion.“

Diana Scholl vom Lifestyle-Blog Do & live und Tara Hariri vom Food-Blog Mangiare Collektive seien unter anderem aus Stuttgart mit dabei. Und wenn wir schon beim Thema vegane Ernährung sind. Es soll im Frühjahr 2024 eine „Rice Kitchen“ getaufte Paella-Tour durch ganz Deutschland geben, frei nach dem Motto: „Esst die Paella und wir nutzen die Hülsen.“

Auf die Frage „Wo kann ich die Schuhe in Stuttgart shoppen?“, gab’s für Louisa nur eine mögliche Antwort: in der Geschwisterliebe Boutique in Stuttgart-Mitte. Für die Macherin ist der Store von Frank Zentler eine echte Institution und das seit 18 Jahren. Man habe geschafft, über alle Trends hinweg bestehen zu bleiben, schwärmt sie. „ Und auch Frank vereint wie kaum ein anderer Nachhaltigkeit und Mode.“

The Rice Society x Geschwisterliebe Release mit Yota an den Decks, free Snacks & Drinks, Breite Str. 4, Stuttgart-Mitte, 16.12. 16-20 Uhr

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Stuttgart vegan Bio Fashion