Thüringen Prominente fordern Koalition von Linke und CDU

Von red/dpa 

Bisher sträubt sich die Thüringer CDU gegen Gespräche mit der Linken, so dass nur Minderheitsregierungen im Gespräch sind. Doch nun machen Prominente mit einem Aufruf Druck auf die Christdemokraten.

Promis haben die CDU aufgefordert, in eine Koalition mit den Linken zu gehen. Foto: dpa/Jan Woitas
Promis haben die CDU aufgefordert, in eine Koalition mit den Linken zu gehen. Foto: dpa/Jan Woitas

Erfurt - Angesichts der schwierigen Regierungsbildung in Thüringen drängen bekannte Persönlichkeiten per Online-Petition die CDU zu einer Koalition mit der Linken. Nach der Wahl müsse nun eine stabile Regierung ausgelotet werden, um „einen neuen - den derzeit besten - Weg für Thüringen zu gehen“, heißt es in dem Aufruf, über den die „Thüringer Allgemeine“ (Montag) zuerst berichtete. „Wir, die Unterzeichner, fordern eine Koalition der Bürgerlichen in Thüringen mit der Linken und der CDU.“

Zu den Erstunterzeichnern gehören der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde, Reinhard Schramm, die Schauspieler Thomas Thieme und Katrin Sass, der frühere Eisschnelllauf-Bundestrainer Stephan Gneupel sowie die beiden Konzertmeister der Staatskapelle Weimar Gernot Süßmuth und Ursula Dehner. Bis Montagmittag hatte die Petition im Internet rund 200 Unterstützer.

Viele CDUler gegen Koalition

„CDU und Linke sollen gemeinsam für stabile Verhältnisse sorgen“, sagte Schramm der Deutschen Presse-Agentur. „Alles andere wäre eine weitere Stärkung der AfD.“ Die Initiatoren betonten, dass die Linke mit Ministerpräsident Bodo Ramelow in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei und sich in den vergangenen Jahren unideologisch gezeigt habe. Könne eine Koalition von Linke und CDU als „bevorzugte Lösung“ nicht umgesetzt werden, so werde eine rot-rot-grüne Minderheitsregierung mit CDU-Tolerierung befürwortet.

In der CDU, die bei der Wahl Ende Oktober erstmals nur drittstärkste Kraft hinter Linke und AfD geworden war, hatte es Stimmen auch für Gespräche mit der Linken gegeben. Ein Gesprächsangebot war aber ausgeschlagen worden. Etliche Christdemokraten sind strikt gegen ein solches Bündnis und fordern, die Oppositionsrolle anzunehmen. So hatte Landes-Vize Mario Voigt erst am Wochenende mit Blick auf die Linke gesagt: Zur „DNA der CDU“ gehöre es, Nein zu Kommunisten zu sagen. Eine Zusammenarbeit mit Linke oder auch AfD würden die CDU beliebig machen und sie in die Bedeutungslosigkeit führen.