Tipp gegen Mundgeruch Bei schlechtem Atem hilft Ingwer

Von /AFP/dpa 

Ein Viertel der Deutschen leidet an Mundgeruch. Meist wird er durch Bakterien verursacht. Aber auch Knoblauch, Alkohol und Zigaretten hinterlassen übel riechende Fahnen. Doch es gibt natürliche Abhilfe gegen den Modergeruch.

Für Betroffene ist es schwierig, den eigenen Mundgeruch selbst zu beurteilen, da man sich an seine Gerüche gewöhnt. Foto: dpa
Für Betroffene ist es schwierig, den eigenen Mundgeruch selbst zu beurteilen, da man sich an seine Gerüche gewöhnt. Foto: dpa

München/Stuttgart - Mundgeruch macht einsam. Wohl jeder kennt diese Binsenweisheit. Nach der Fünften Mundgesundheitsstudie (DMSV) leidet jeder vierte Bundesbürger unter schlechten Atem – die sogenannte Halitosis. Viele bemerken den Mief, der ihrem Mund entströmt, selber gar nicht. Ihrer Umgebung dagegen stinkt der schlechte Atem umso mehr. Dabei gibt es ein natürliches und gesundes Mittel gegen Mundgeruch: Ingwer.

Zauberknolle und Gehirnbooster

Ingwer ist ein wahres Zaubermittel. Die Wurzel des Ingwergewächses riecht aromatisch und schmeckt scharf und würzig. Das Gingerol, eine scharf aromatische Substanz, verleiht dem faserig-gelblichen Rhizom seine brennende Schärfe.

Ingwer ist wie auch Zitrusfrüchte, Kiwis und Chili reich an Vitamin C. Wie ein Gehirnbooster kurbelt die Knolle den Kreislauf und Stoffwechsel an und schafft augenblicklich neue Energie. Und Ingwer macht aus Moder-Atem ein frisches Wölkchen. Einfach eine frische Scheibe kauen – und schon man riecht besser.

Die Chemikalie 6-Gingerol im Ingwer ist für die mundgeruchsneutralisierende Wirkung von frischem Ingwer verantwortlich. Das haben Forscher der Technischen Universität München (TUM) herausgefunden. 6-Gingerol, das auch für den scharfen Geschmack der Knolle verantwortlich ist, führt zur Ausschüttung eines Speichelenzyms, das schwefelhaltige Verbindungen abbaut.

Wirkstoff zersetzt Mundbakterien

Demnach ließ das Gingerol innerhalb weniger Sekunden den Spiegel des Enzyms Sulfhydryl-Oxidase 1 im Speichel von vier Testpersonen um das 16-fache ansteigen. Das führte dazu, dass übel riechende Stoffe zersetzt wurden und der Nachgeschmack von Lebensmitteln wie Kaffee, Döner oder Scampi reduziert wurde.

„Auch unser Atem riecht dadurch besser“, erklärte Studienleiter Thomas Hofmann, Direktor des Leibniz-Instituts für Lebensmittelsystembiologie an der Hochschule.

So wirkt die Zauberknolle

Warum gerade Ingwer? Die Zauberknolle enthält alles, was gut ist und gut tut: ätherisches Öl, Harzsäuren, Zingiberen, Zingiberol und Diarylheptanoide. Außerdem sind in dem Rhizom (der Wurzel der Ingwerknolle) verdauungsfördernde, magenstärkende, appetit- und kreislaufanregende Stoffe wie Borneol, Cineol, die Scharfstoffe Shoagol und Zingeron, außerdem Vitamin C, Magnesium, Eisen, Calcium, Kalium, Natrium und Phosphor.

Die Experten sehen noch viel Forschungsbedarf beim komplexen Zusammenspiel zwischen den geschmacksgebenden Molekülen in Lebensmitteln und den biochemischen Mechanismen im Speichel. Die Erkenntnisse zu 6-Gingerol könnten demnach etwa dazu beitragen, eine neue Generation von Mundpflegemitteln zu entwickeln.

Woher kommt Mundgeruch?

Meist sind Bakterien der Auslöser von Mundgeruch. Sie tummeln sich im hinteren Bereich der Zunge und verstoffwechseln Bestandteile dessen, was man so isst. Dabei entstehen flüchtige Schwefelverbindungen, erklärt Sebastian Paris vom Institut für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Berliner Charité. Und jeder, der schon mal Schwefel gerochen hat, weiß: nicht schön. Andererseits auch nicht schlimm. Nur eben unangenehm.

Was kann man dagegen tun?

Das Allerwichtigste: ab zum Zahnarzt. Die zweithäufigste Ursache für Mundgeruch sind Entzündungen des Zahnbetts. Bleiben die unbemerkt, wird es richtig unangenehm. Unbehandelt fallen irgendwann die Zähne aus.

Hat der Zahnarzt Entzündungen oder andere Erkrankungen ausgeschlossen, wird er empfehlen, die Zunge jeden Tag zu reinigen. Dafür nimmt man einen Zungenschaber. Eine spezielle Paste ist nicht nötig. „Hilft das nicht ausreichend, gibt es auch spezielle Mundspül-Lösungen, die helfen“, sagt Paris.