Olaf Scholz trifft zwei junge Aktivisten, die schon mit einem Hungerstreik eine Wende in der Klimapolitik erreichen wollen. Sie bleiben sich uneinig.

Berlin - 27 Tage hungern, sieben Stunden ohne etwas zu trinken und ein paar Tage auf der Intensivstation nahm Henning Jeschke auf sich, um diesen Termin möglich zu machen: eine Diskussion mit Olaf Scholz (SPD). Der designierte Kanzler stellte sich am Freitag der Diskussion mit dem Klimaaktivisten Jeschke und seiner Kollegin Lea Bonasera vom „Aufstand der letzten Generation“. Beide Seiten gerieten heftig aneinander.

Scholz und Aktivisten ohne gemeinsame Sprache

Die Klimakrise werde Hunger und Dürre bringen, Hunderttausende Todesopfer fordern. „Sie bringen uns in eine Klimahölle“, sagt Jeschke. „Lässt Sie das eigentlich ganz kalt?“, fragt er in Richtung Scholz. Das ist die eine Seite der Diskussion: Die Aktivistin und der Aktivist wollen Scholz dazu bringen, es auszusprechen, dass die Klimakrise für viele Menschen katastrophale Folgen haben wird. Scholz bezeichnet das wiederum als Fatalismus. Man findet keine gemeinsame Sprache.

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Aber auch beim eigentlichen Kernthema finden die Aktivisten und der Kanzler keine gemeinsame Ebene. Laut dem Wahlprogramm der SPD soll Deutschland 2045 klimaneutral sein. Viele Forscher fordern dagegen Klimaneutralität bis 2030. Jeschke und Bonasera wollen Scholz dazu bringen einzugestehen, dass er mit seinem Programm auf dem falschen Weg ist. Er reagiert, wie man es von ihm gewohnt ist: Stoisch spricht er Sätze, die man aus seinem Wahlkampf kennt. Wie wichtig der Wandel der Industrie und wie groß die Herausforderung der Energiewende sei.

Sollte Scholz seinen Kurs nicht ändern, werde man „die Bundesrepublik zum Stillstand bringen“, sagt Jeschke. Mit zivilem Widerstand wollen sie die künftige Bundesregierung zu wesentlich stärkerem Klimaschutz bis 2030 bringen.