Manch einer war ziemlich unerschrocken. Rund um die Wechselzone hinter der Kornwestheimer Osthalle tummelte sich mal hier ein Athlet mit freiem Oberkörper und mal da einer barfuß. Im Großen und Ganzen waren sich die Besucher, Teilnehmer und Organisatoren des 29. Kornwestheimer Triathlons aber einig: Bei Außentemperaturen, die gerade mal so an der Zweistelligkeit kratzen, machen Schwimmen, Radfahren und Laufen zwar immer noch Spaß – ein paar Grad wärmer dürfte es dann aber doch sein. Dass der ein oder andere Sportler am Sonntagvormittag telefonisch bei Angehörigen noch wärmende Ausrüstung wie zum Beispiel eine Wollmütze anforderte, war keine Ausnahme.
Der Temperatursturz bringt einige Widrigkeiten mit sich
Die gut 450 Einzelteilnehmer und -teilnehmerinnen sowie die Mitglieder der rund 35 Staffelteams mussten sich also warmhalten. Und auch Reinhold Oechsle hatte sich einigermaßen dick eingepackt. Der Pressewart der Skizunft Kornwestheim informierte auf dem Platz zwischen Alfred-Kercher-Bad und Osthalle über die Widrigkeiten, die der jüngste Temperatursturz für die Organisation der Großveranstaltung mit sich brachte.
„Am Samstagabend wurde beschlossen, dass wir bei den Jugendlichen und Schülern nach dem Schwimmen im Hallenbad eine Pause machen“, so Oechsle. Damit folgten die Veranstalter den Vorgaben des Triathlon-Bundesverbandes DTU (Deutsche Triathlon Union). In deren Statuten heißt es für die Jugend und die Schüler: „Beträgt beim Schwimmen in Hallenbädern die Außentemperatur weniger als 12 Grad Celsius, ist eine Pause von 15 Minuten verpflichtend.“ Alles richtig gemacht also – auch wenn sich dadurch alles ein bisschen nach hinten verschob. „Das wurde auch alles ohne Wenn und Aber akzeptiert“, so Oechsle. Zumal sich für die Teilnehmer am Volkstriathlon abgesehen von den Startzeiten nichts am Prozedere änderte.
Vereinsmitglieder müssen mithelfen und dürfen nicht selbst starten
Und wenigstens blieb es den Wettkampftag über trocken. „Sobald die Radstrecke feucht ist, muss man etwas dosierter fahren“, betonte Oechsle, selbst passionierter Triathlet. Aktive von der Skizunft suchte man im Teilnehmerfeld jedoch vergebens. „Die Erwachsenen vom Verein müssen mithelfen und haben Startverbot“, so der Pressewart, den es sehr wohl reizen würde, die Heimstrecke über die Felder im Osten und durch den Salamander-Stadtpark einmal unter Wettkampfbedingungen zu absolvieren. Insgesamt waren am Sonntag etwa 120 Helferinnen und Helfer im Einsatz.
Apropos Wettkampf: Sieger und Treppchenplatzierungen gab’s beim Kornwestheimer Triathlon natürlich auch. Den Volkstriathlon – also 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 5,2 Kilometer Laufen – gewann Marcel Weissinger vom Team Silla Hopp in 1:05:23 Stunden. Er stand auf dem Marktplatz bei der Siegerehrung ganz oben und durfte sich über Urkunde, Trophäe und Gratulation unter anderem von Daniel Güthler, Kornwestheims Erstem Bürgermeister, freuen. Bei den Frauen siegte, wie schon im vergangenen Jahr, Tabea Huber; sie hatte bei ihrem Sieg 2021 ihren allerersten Triathlon absolviert.
Am Ende sind alle zufrieden, obwohl noch Luft nach oben ist
Am Ende zeigten sich die Verantwortlichen von der Skizunft zufrieden – auch darüber, dass es der ein oder andere nach dem Zieleinlauf und trotz kühler Temperaturen noch im Gastrobereich ausgehalten hatte. „Es gab eigentlich ausschließlich positive Resonanz“, gab Abteilungsleiter Markus Börner zu Protokoll. Bei den Teilnehmerzahlen sei aber noch Luft nach oben. Die Obergrenze sei erst bei 600 erreicht.
SIEGER BEIM 29. KORNWESTHEIMER TRIATHLON
Volkstriathlon
Männer: 1. Marcel Weissinger (Silla Hopp) (Schwimmen 9:22 Minuten, Rad 37:09 Minuten, Laufen 18:52 Minuten – gesamt 1:05:23 Stunden); 2. Gerald Petri (TB Cannstatt) (7:06, 37:38, 20:40 – gesamt 1:05:44); 3. Daniel Siegle (Lolek & Bolek feat. Dani) (7:49, 39:04, 19:01 – gesamt 1:05:54)
Frauen: 1. Tabea Huber (-) (7:15, 41:50, 22:19 – gesamt 1:11:24); 2. Katja Stern (Team Awesome) (8:39, 42:17, 23:00 – gesamt 1:13:56); 3. Vanessa Grau (VfL Waiblingen) (7:26, 43:44, 23:32 – gesamt 1:14:42)
Staffeln
1. Kieferorthopädie Dr. Fuchs (Tobias Kleinhans, Götz Lengning, Uli Lorenzen) – 1:04:08; 2. bft9 (Sarah, Stefan und Johanna Sturm) – 1:15:41; 3. LeoTriTeam (Antje Frille, Patrick Sehn, Alexander Weiland – 1:18:24
Schüler B/C
Mädchen: 1. Laura Lang (TSG Schwäbisch Hall) – 13:31; Jungen: 1. Emil Mayer (VfL Pfullingen) – 12:57
Schüler A/B
Mädchen: Luisa Binnig (TSG Schwäbisch Hall) – 28:01; Jungen: Jann Hendrik Lang (TSG Schwäbisch Hall) – 27:04
Jugend A/Junioren
Mädchen: Lorena Hasenmaier (VfL Sindelfingen) – 47:18; Jungen: Hannes Siewert (TSG Schwäbisch Hall) – 39:38