Trockenheit auf den Fildern Die Waldbrandgefahr steigt jeden Tag

Von Theresa Ritzer 

Die Feuerwehren auf den Fildern sehen sich für mögliche Waldbrände gut gerüstet. Solche könnten bereits von einer Zigarette ausgelöst werden. Die ersten öffentlichen Grillstellen sind gesperrt.

Die Waldbrände in der Region sind zumeist Bodenbrände. Dabei stehen trockenes Laub und kleine Äste am Boden in Flammen. Foto: dpa
Die Waldbrände in der Region sind zumeist Bodenbrände. Dabei stehen trockenes Laub und kleine Äste am Boden in Flammen. Foto: dpa

Filder - Der bisher letzte Waldbrand in der Region liegt noch gar nicht so lange zurück. Erst Ende April dieses Jahres brannte ein Waldstück zwischen Steinenbronn und Musberg. Feuerwehrkommandant Stefan Turata von der Freiwilligen Feuerwehr Steinenbronn leitete die Löscharbeiten. „Damals war es sehr trocken, sodass sich das Holz am Boden leicht entzünden konnte“, erklärt Turata.

Trocken ist es auch jetzt, dazu kommen die hohen Temperaturen. „Die Waldbrandgefahr steigt mit jedem Tag“, sagt der Förster Eckard Hellstern vom Forstrevier Plattenhardt. „Wenn es in letzter Zeit mal geregnet hat, dann so wenig, dass der Regen kaum durch die Kronen gedrungen ist.“ Laub und Äste am Boden blieben somit trocken und könnten sich, wie im April, leicht entzünden.

Für die Filder gilt derzeit Gefahrenstufe vier von fünf

Diese Einschätzung teilt der Deutsche Wetterdienst. Auf seiner Internetseite steht ein Index zur Waldbrandgefahr, der täglich aktualisiert wird. Die höchste Gefahrenstufe liegt bei fünf. Auf der Filderebene wird die Gefahr zurzeit mit Stufe vier angegeben. Das liege auch daran, dass die Wälder in der Region einen hohen Anteil Kiefern hätten, sagt der Förster Hellstern. Denn Kiefernwälder seien aufgrund der am Boden liegenden Nadeln besonders anfällig für Waldbrände.

Grund zur Sorge bestehe wegen der Einordnung auf Gefahrenstufe vier grundsätzlich aber nicht, sagt Turata aus Steinenbronn: „Die Feuerwehr in der Region ist gut aufgestellt.“ Das läge nicht nur an der Ausstattung der Feuerwehr, sondern auch daran, dass die Wälder gut von Wegen erschlossen seien. „Diese Wege können von Feuerwehrwagen befahren werden, die viel Löschwasser fassen“, sagt Turata.

Dass man für den Fall eines Waldbrands gut gerüstet sei, sieht auch Christopher Haigis so. Er arbeitet bei der Abteilung Einsatzvorbeugung der Feuerwehr Stuttgart. Deren Feuerwache 5 ist für die Stuttgarter Filderbezirke zuständig. Dass dort zum letzten Mal ein Wald gebrannt habe, sei schon eine ganze Weile her, sagt Haigis: „Wir haben in der Gegend eher Grasbrände statt Waldbrände.“

Meist brennt es in der Region am Boden

Waldbrände, wie sie jüngst in Griechenland wüteten, seien in der Region nur schwer denkbar, beruhigt Turata. Bei den Waldbränden hier in der Region würde es zumeist nur am Boden brennen. Für die Feuerwehr seien solche Bodenbrände viel leichter zu löschen.

Auf den Fildern hätten die Feuerwehren zudem einen entscheidenden Vorteil, erklärt Turata: „Wir liegen in der Einflugschneise des Flughafens. Die melden uns sofort, wenn einem Piloten Rauch auffällt.“ Auch das Feuer im April bei Steinenbronn wurde aus der Luft entdeckt, von einem Polizeihubschrauber.

Vor allem angesichts der anhaltenden Trockenheit am Waldboden appelliert Förster Hellstern, im Wald besonders vorsichtig zu sein, vor allem beim Umgang mit Feuer. „Ich sehe täglich Leute, die mit einer brennenden Zigarette in der Hand durch den Wald laufen“, sagt er. Dabei könne schon eine weggeworfene Zigarette einen Waldbrand auslösen. Aus diesem Grund sei das Rauchen vom 1. März bis zum 31. Oktober im Wald generell verboten. Glasflaschen oder Scherben könnten ebenfalls einen Waldbrand auslösen.

Grillen ist teils nicht mehr erlaubt

Aufgrund der anhaltend hohen Waldbrandgefahr hat das Garten-, Friedhofs- und Forstamt der Stadt Stuttgart alle öffentlichen Grillstellen im Wald gesperrt. Betroffen ist zum Beispiel auch die Grillstelle am Waldspielplatz in Degerloch. Für Filderstadt gilt das Grillverbot indes nicht. Hier darf an ausgewiesenen Stellen noch gegrillt werden. „Wir bitten die Leute nur, dass sie keine privaten Grills mitbringen“, sagt Hellstern. Diese seien nämlich auch an öffentlichen Grillstellen verboten. „Wenn es aber weiterhin so heiß und trocken bleibt, werden auch wir über ein Grillverbot nachdenken“, sagt Hellstern.

„Sorgen machen muss man sich aber auch bei der aktuell hohen Gefahrenstufe nicht“, sagt Haigis. Zumal diese bald wieder sinken soll. Im Verlauf dieser Woche gibt der Deutsche Wetterdienst für die Filder-ebene das Risiko nur noch mit Stufe drei an.

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