TSG Backnang gegen Stuttgarter Kickers WFV verlegt Spiel nun doch nicht

Über 1000 Fans der Stuttgarter Kickers werden beim Auftakt nach der Winterpause in Backnang erwartet. Foto: Pressefoto Baumann/Volker Mueller

Die Bundespolizei stellte den Antrag auf Verlegung des Spiels der Stuttgarter Kickers am 4. März bei der TSG Backnang. Der WFV avisiert den Clubs bereits den Sonntag als Spieltag – und rudert dann doch wieder zurück. Die Hintergründe.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Die Erleichterung bei Joachim Pfisterer ist groß: „Wir freuen uns, dass das Spiel nun auf dem Samstagstermin bleibt, wir hätten ein Riesenproblem gehabt, so kurzfristig Helferpersonal für den Sonntag zu bekommen, es wären Zusatzkosten entstanden, nicht zuletzt wäre uns auch einiges an Zuschauereinnahmen durch die Lappen gegangen“, sagt der Sportvorstand und Erste Vorsitzende des Fußball-Oberligisten TSG Backnang.

 

Über 1000 Kickers-Fans werden erwartet

Das auf den 4. März (14 Uhr) terminierte Spiel gegen Spitzenreiter Stuttgarter Kickers sollte auf Antrag der Bundespolizei verlegt werden. Grund ist die am selben Tag um 18.30 Uhr stattfindende Bundesliga-Partie zwischen dem VfB Stuttgart und dem FC Bayern München. Da ein Teil der Fans der Blauen (über 1000 werden in Backnang erwartet) den öffentlichen Personennahverkehr nutzen wird, um ins Etzwiesenstadion an- und abzureisen, befürchtet die Polizei nach Abstimmung mit szenekundigen Beamten, dass es am Bahnhof Bad Cannstatt aufgrund der Rivalität von VfB- und Kickers-Anhängern zu Provokationen und Übergriffen kommen könnte.

Die Entscheidung, das Spiel zu verlegen, liegt aber beim Württembergischen Fußballverband (WFV). Der für den Spielbetrieb verantwortliche José Macias nahm – trotz seines Skiurlaubs in Südtirol – mit den Clubs Kontakt auf, erklärte, dass es auf eine Verlegung auf den Sonntag, 5. März, hinauslaufen würde, und bat beide betroffenen Vereine auch schon um Vorschläge für eine Anstoßzeit bis zum Ende dieser Woche.

TSG fordert besseres Miteinander

Die TSG legte ihr Veto ein, schrieb an den Verband zurück und brachte ihre Argumente gegen eine Spielverlegung zum Ausdruck. Da die exakte Terminierung des Spiels VfB gegen FC Bayern bereits Mitte November feststand, irritierte den Sportvorstand Pfisterer und seine Mitstreiter vor allem die Kurzfristigkeit des Ansinnens von Polizei und WFV. „Ich wünsche mir generell einfach ein anderes Vorgehen, dass man bei dieser Thematik besser abgeholt wird, zusammenrückt und Probleme gemeinsam löst“, sagt Pfisterer.

Auch WFV-Hauptgeschäftsführer Frank Thumm räumte ein, dass das Zusammenspiel besser hätte laufen können: „Wir hätten das Ganze kommunikativ besser lösen können, das ist in diesem Fall nicht gut gelaufen, das werden wir beim nächsten Mal besser machen.“ So wird ein Termin mit Verband, Vereinen und den Polizeibehörden ins Auge gefasst, um die Rahmenbedindungen und Vorgehensweise bei Risikospielen allen Beteiligten darzustellen.

Bleiben die Fragen, warum die ursprünglich geplante Verlegung so kurzfristig in Angriff genommen wurde, und warum dann doch wieder zurückgerudert wurde.

Thumm hält Rücksprache

Zu Punkt eins: Es drängt sich der Verdacht auf, dass bei der Lageeinschätzung eine mögliche Brisanz bei der Terminkollision übersehen wurde und die Polizei offenbar erst durch einen Hinweis der Stuttgarter Kickers auf mögliche Probleme hingewiesen wurde. Zu Punkt zwei: Der WFV ließ sich ganz offenbar von den Argumenten der TSG überzeugen. Thumm: „Nach Absprache mit allen Beteiligten haben wir uns darauf verständigt, dass das Spiel wie geplant am Samstag um 14 Uhr stattfinden wird.“ Das freut auch die Kickers: „Unsere Trainingspläne sind auf Samstag abgestimmt, wir sind froh, dass alles beim Alten bleibt“, sagte Sportdirektor Marc Stein.

So geht’s für die Kickers weiter

Oberliga
TSG Backnang – Kickers (4. März, 14 Uhr), Kickers – 1. CfR Pforzheim (11. März, 14 Uhr), SV Oberachern – Kickers (18. März, 15 Uhr), Kickers – FV Ravensburg (25. März, 14 Uhr), ATSV Mutschelbach – Kickers (1. April, 15.30 Uhr), Kickers – FSV Hollenbach (6. April, 19 Uhr), Sport-Union Neckarsulm – Kickers (15. April, 14 Uhr), Kickers – Offenburger FV (22. April, 14 Uhr), 1. FC Rielasingen-Arlen – Kickers (26. April, 18.30 Uhr), Kickers – 1. Göppinger SV (29. April, 14 Uhr), SSV Reutlingen – Kickers (6. Mai, 15.30 Uhr), Kickers – SG Sonnenhof Großaspach (13. Mai, 14 Uhr), Kickers – FC 08 Villingen (20. Mai, 15.30 Uhr), Freiburger FC – Kickers (27. Mai, 15.30 Uhr).

WFV-Pokal
Viertelfinale: Sport-Union Neckarsulm – Kickers (29. März, 19 Uhr), Türkspor Neu-Ulm – SSV Ehingen-Süd (29. März, 16.45 Uhr), FV Rot-Weiß Weiler – FC Normannia Gmünd (12. April, 17 Uhr), VfR Aalen – TSG Balingen (19. April, 19 Uhr), Halbfinale: Sieger Türkspor Neu-Ulm/SSV Ehingen-Süd – Sieger SUN/Kickers und Sieger Normannia Gmünd/RW Weiler – Sieger VfR Aalen/TSG Balingen (2./3 Mai). Finale: 3. Juni im Gazi-Stadion. (jüf)

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