Von Armin Laschet fühlen die Netznutzerinnen und -Nutzer sich für dumm verkauft, Annalena Baerbock punktet in der Klimadebatte. Olaf Scholz ist einigen zu zahm. Das sind die Reaktionen auf das TV-Triell.

Volontäre: Leonie Rothacker (lro)

Stuttgart - Das erste TV-Triell des Bundestagswahlkampfs 2021 haben die Sender RTL und ntv am Sonntagabend übertragen. Unter den Hashtags #Triell und #RTLTriell haben die Netznutzerinnen und -nutzer vor allem auf Twitter über die Performance der Kandidierenden diskutiert: Armin Laschet (CDU), Annalena Baerbock (Grüne) und Olaf Scholz (SPD).

Während des Triells befragten die Moderatorin Pinar Atalay und der Moderator Peter Kloeppel die drei unter anderem zu ihren Ansichten über den Afghanistan-Einsatz, die Corona-Pläne ihrer Parteien, den Klimaschutz und den Umbau der Wirtschaft.

Die Diskussionskultur hat vielen Twitter-Nutzerinnen und -Nutzern gefallen. Einige waren überrascht davon, wie Laschet, Baerbock und Scholz sich angingen:

Vor allem Laschet und Baerbock wurden diesbezüglich hervorgehoben:

Nur Scholz war manchen zu zurückhaltend:

Andere fanden Scholz’ Zurückhaltung gerade gut: „Scholz kommt rüber wie jemand der sich kümmert – man muss nicht immer laut sein, um zu gewinnen“, schreibt einer.

Trotzdem gab es Lob für den zivilisierten Umgang – auch aus dem Ausland:

„Deutlich zivilisiertere TV-Debatte unter den drei Kanzler-Kandidaten im Vergleich zur britischen Version – nicht überraschend, da mindestens zwei von ihnen nach der Wahl zusammen regieren könnten“, schrieb ein Nutzer aus Großbritannien.

Und auch die Moderierenden wurden gelobt und als Vorbild herangezogen: „Britische Journalisten, seht und lernt: herausfordern, zum Thema zurückbringen, Antworten fordern und keine Drei-Wort-Mottos.“

Einige Aussagen der drei Kandidierenden verärgerten die Zuschauer allerdings. Bei Armin Laschet war das ein Kommentar zu den Aussagen seiner Vorrednerin Annalena Baerbock. Der CDU-Kandidat stellte infrage, ob die Zuschauerinnen und Zuschauer sie wohl verstanden hätten, als Baerbock sich zu Klimaschutzmaßnahmen geäußert hatte. Einige fühlten sich für dumm verkauft:

Baerbock dagegen wurde unter anderem für ihre Aussagen zu gendergerechter Sprache kritisiert:

Scholz musste unter anderem für seine Haltung zur Nato Kritik einstecken:

Auch dafür, dass er mit seiner Aussage zu Verboten in der Klimapolitik der SPD-Co-Vorsitzenden Saskia Esken widersprach, wurde er kritisiert:

Einige Nutzerinnen und Nutzer inspirierte das Triell zu kreativen Wortschöpfungen:

Während und nach der Sendung vergaben die Nutzerinnen und Nutzer erste und letzte Plätze:

Insgesamt schienen die Zuschauerinnen und Zuschauer sich am ehesten für Scholz’ Gelassenheit und Baerbocks Argumente begeistert zu haben. Am meisten Hohn steckte Laschet ein – gegen Ende zum Beispiel, als er Scholz abringen wollte, eine Koalition mit der Linken auszuschließen.

„Ich verstehe kein Deutsch, aber ich verstehe, dass ‚ich mache es nicht’ keine drei Worte sind“, schrieb ein Nutzer.

Nach der Sendung bestätigte die Forsa-Umfrage zum Triell den Eindruck, der auf Twitter entstand: 36 Prozent der Befragten meinten, Olaf Scholz habe die Auseinandersetzung gewonnen. 30 Prozent stimmten für Annalena Baerbock und nur 25 Prozent für Armin Laschet.