Viele Schüler der Gottlieb-Daimler-Schule 1 in Sindelfingen waren angetan vom Besuch des Bundeskanzlers in ihrer Schule. Dennoch hielten nicht alle Schüler mit Kritik an seinem Auftreten hinter dem Berg.
Höhepunkt war der 45-minütige Auftritt des Kanzlers bei einer Podiumsdiskussion mit Schülern, bei denen er sich auch kritischen Fragen zum Ukraine-Krieg, des öffentlichen Images seiner Ampel-Regierung oder der drohenden Auslieferung Julian Assanges stellen musste.
Am Ende zeigen sich die meisten Schüler positiv überrascht vom durchaus launigen Auftreten des Kanzlers, der in den Medien oft als „Scholzomat“ betitelt wird.
Dennoch konnte Scholz offenbar nicht alle Zuhörer von sich überzeugen, wie eine Umfrage zeigt.
Tanja Spindler /Stefanie Schlecht
Ich hätte gerne noch nachgehakt
„Insgesamt hat der Kanzler gut geantwortet. Vor allem bei meinem Themenbereich, der Gewalt gegen Frauen, hätte ich aber gerne nachgehakt, denn an manchen Stellen kann man unterschiedliche Meinungen haben. Dennoch habe ich ein positives Bild von ihm erhalten. Ich fand ihn sympathisch.“
Tanja Spindler (18), Schülerin
Daniel Seitz Foto: jps
Ich hatte ihn mir stiller vorgestellt
„Ich bin zufrieden, wie die Podiumsdiskussion gelaufen ist. Unsere Fragen hat er größtenteils beantwortet – ohne viel Umschweife und Politikersprech. Überhaupt habe ich ihn mir stiller vorgestellt. Er war direkt in der Ansprache, interessiert und gesprächig, auch in Mimik und Gestik war er lebendig.“
Daniel Seitz (18), Schüler
Ruben Schäfauer /Stefanie Schlecht
Er konnte den „Scholzomat“ nicht ablegen
„Ich fand, er war so, wie man sich ihn vorstellt. Der Name „Scholzomat“ passte. Er schien mir nervös, beim Sitzen bewegte er seine Füße, wie ein Zappelphilipp. Seine Aussagen zu Julian Assange haben mich überrascht. Da dachte ich, dass er ausweichend antworten würde.“
Ruben Schäfauer (19), Schüler
Cora Hornung /jpsScholz-Besuch hat uns Politik nähergebracht
„Dadurch, dass wir uns im Unterricht thematisch mit Politik auseinandergesetzt haben, hat der Besuch bei uns Schülern etwas bewirkt. Für die Europawahl am 9. Juni habe ich die Hoffnung, dass mehr junge Menschen sich berufen fühlen und zur Wahl gehen werden.“
Cora Hornung (18), Schülerin
Kerstin Oswald /jps
Lange Vorbereitung zahlt sich aus
„Wir haben am Nikolaustag von dem hohen Besuch erfahren. In der darauf folgenden Zeit haben sich die Schüler intensiv auf den Besuch vorbereitet, Themenblöcke zusammengestellt und Fragen formuliert. Richtig spannend wurde es dann in den letzten zwei Wochen.“
Kerstin Oswald, stellvertretende Schulleiterin
Roland Bernhard
Nahbar und analytisch im Denken
„Ich war positiv überrascht, wie nahbar der Kanzler heute rüberkam. Er hatte keine Berührungsängste. In der Diskussion analysierte er die Probleme sehr klar. Ich freue mich, dass er die GDS 1 besucht hat. Die Schule ist nicht nur technisch, sondern auch politisch am Puls der Zeit. “