Universität Hohenheim Hoffnung für die ehemalige Wittwer-Filiale

Von Jacqueline Fritsch 

Bereits seit einem knappen Jahr steht die ehemalige Wittwer-Filiale auf dem Campus der Universität in Stuttgart-Hohenheim leer. Nun dürfen die Studenten bei der Neugestaltung mitreden. Viele wünschen sich eine Kneipe – doch wie realistisch ist das?

In großen Würfeln haben Studenten ihre Wünsche  visualisiert. Foto: Jacqueline Fritsch
In großen Würfeln haben Studenten ihre Wünsche visualisiert. Foto: Jacqueline Fritsch

Hohenheim - Die Mitglieder der Universität Hohenheim dürfen nun selbst entscheiden, was mit dem Raum passiert, in dem bis vor einem Jahr noch die Buchhandlung Wittwer Uni-Buch war. Studierende, Forschungsteams und Hohenheimer Start-ups sollen ihre Ideen einbringen, die Ende Juni dann ausgewertet werden. Je nachdem, wie der knapp 140 Quadratmeter große Raum an der Fruwirthstraße 24 künftig genutzt werden soll, könnte er zum kommenden Wintersemester 2019/2020 endlich wiederbelebt werden.

Studenten wünschen sich Küche und Ideenwerkstatt

Erste Ideen für die ehemalige Wittwer-Filiale haben Studenten bereits vor einigen Wochen entwickelt. Dafür hatten sie in dem Raum drei riesige Holzwürfel aufgebaut – jeder hatte eine Idee symbolisiert, wie man den Raum nutzen könnte. Eine Küche, eine Chill-out-Area und eine Ideenwerkstatt standen auf der Wunschliste. Draußen war ein weiterer Würfel aufgestellt, sprich noch eine Idee: nämlich eine Kneipe. „Wir haben hier eigentlich nur die Mensa und die Denkbar“, sagte die Studentin Stefanie Scheitenberger bei dem Termin, „aber keine Studentenkneipe, wo man einfach mal zusammenkommt und sich auch mit anderen Fachschaften austauschen kann“.

Eine gastronomische Nutzung ist jedoch so ziemlich das einzige, was die Uni Hohenheim von vornherein ausschließt. Denn um die Hygiene-Auflagen zu erfüllen, müsste der Raum für viel Geld umgebaut werden. Außerdem müsse man mit einem zeitaufwendigen Genehmigungsprozess rechnen, heißt es seitens der Uni. Der Raum würde dann vermutlich weitere zwei Jahre leer stehen. Das wäre weder im Sinne der Uni, noch der Studenten. „Der leere ‚Glaskasten’ soll sich möglichst schnell wieder mit Leben füllen“, schreibt die Uni in ihrem Aufruf an die Studenten.

Ausschreibung der Fläche lief ins Leere

Vor einem knappen Jahr, am 30. Juni 2018, hatte die Buchhandlung Wittwer ihre Filiale auf dem Campus in Hohenheim sowie jene auf dem Campus in Vaihingen geschlossen. Als Grund wurde damals der zunehmende Online-Handel und der Vormarsch digitaler Lehrinhalte genannt. Christoph Schneckenaichner, der die Filiale in Hohenheim zuvor zwölf Jahre lang geführt hatte, hatte noch versucht, den Buchladen weiterzuführen, erhielt jedoch keinen Kredit von den Banken.

Der Eigentümer – das Landesamt für Vermögen und Bau – hatte die Fläche daraufhin zur Vermietung ausgeschrieben. „Leider erbrachte das keine tragfähigen Konzepte“, schreibt das Amt auf Anfrage unserer Zeitung. Deshalb wurde die Entscheidung über die künftige Nutzung der Uni selbst überlassen. Die wünscht sich „eine Einrichtung mit Publikumsverkehr, die von Uni-Angehörigen möglichst fünf Tage die Woche rege genutzt wird“, heißt es in einer uni-internen Mitteilung.

Die Holzwürfel voller studentischer Ideen waren im Mai eine Woche lang in der ehemaligen Wittwer-Filiale zu sehen. Seitdem ist in dem Raum nichts mehr passiert. „Es ist echt schade, dass der Raum so lange leer ist“, sagte Stefanie Scheitenberger. Viele Studenten wünschen sich auf dem Campus auch einen Ort, an dem sie nach den Vorlesungen entspannen und mit anderen ins Gespräch kommen können. „Leider gibt es hier an der Uni nur sehr wenig für Studenten“, sagte Scheitenberger.

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