Schmucke Speicher
Die historischen Kaufmannshöfe sind eine der Hauptattraktionen der Stadt an der Förde. Im 15. und 16. Jahrhundert bauten reiche Kaufleute repräsentative Häuser mit reizvollen Innenhöfen in der Nähe des Hafens, um dort ihre Ware zu lagern und zu verarbeiten. Im Vorderhaus befanden sich Wohnung und Kontor, im Hinterhaus wohnte das Gesinde. Heute kann man einige der Höfe besichtigen, am besten im Rahmen einer Führung mit einem kundigen Flensburger. Im Sommer finden dort die stimmungsvollen „Flensburger Hofkonzerte“ statt, Schirme zum Ausleihen gibt es gratis.
Das weiße Schloss am Meer
Fährt man von Flensburg weiter Richtung Nordost, kommt man nach Glücksburg. In dem malerischen, skandinavisch geprägten Städtchen hat einst Thomas Mann seine Sommerfrische verbracht. Der Blick reicht bis nach Dänemark und es gibt einige wunderbare Sandstrände. Etwas außerhalb ist das Schloss Glücksburg gelegen. Es wird als die „Wiege der europäischen Königshäuser“ bezeichnet und gehört zu den bedeutendsten Wasserschlössern Nordeuropas. Das weiße Gebäude steht nicht auf Pfählen, sondern auf einem 2,5 Meter hohen Granitsockel. Für Kinder gibt es Märchenführungen. www.schlossgluecksburg.de
Das Gold aus der Karibik
Im 18. Jahrhundert war Flensburg einer der bedeutendsten Handelshäfen. Von hier aus brach die Westindienflotte in die Karibik auf und brachte Rohrzucker und Rum nach Hause. Auch heute gibt es noch (wenige) Rumhäuser in der Stadt, eines davon ist das Rumhaus Braasch in der Roten Straße. Walter Braasch (Foto) hat als einer der Letzten das Handwerk des Destillateurs erlernt und sammelt alte, streng geheime Rumrezepte. Zudem gilt Braasch als Erfinder des Flensburger Weihnachtsmarktes. „Im kalten Winter 1977 hab ich damit begonnen, ein paar Gläser Punsch im Hof meines Ladens zu verkaufen“, erzählt er. Ein Jahr später hat der Nachbar das dann auch gemacht: So entstand Bude um Bude.
Wohnen am Wasser
Am ehemaligen Marinestützpunkt am Ostufer der Förde ist in den vergangenen Jahren ein neuer und außergewöhnlicher Stadtteil entstanden: Sonwik. Das Architekturkonzept des Projekts beruht auf dem Zusammenspiel von historischen und zeitgenössischen Bauten. Die unmittelbar am Ufer gelegenen Gebäude mit ihrer charakteristischen Rotziegelfassade stehen unter Denkmalschutz. Spektakulär sind die modernen Wasserhäuser. Das sind kleine Einfamilienhäuser, direkt ins Wasser gebaut. Auch Liegeplätze für das Boot sind vorhanden. Sehr maritim.
Ein Strand namens Solitüde
Wassersleben, Langballigau, Solitüde: Die Strände rund um die Flensburger Förde haben ulkige Namen, die sich dem des Norddeutschen unkundigen Urlauber auch nicht so leicht erschließen. Zwar haben alle Strände ihre Besonderheiten – mal sind sie kinderfreundlich, mal für Wassersportler geeignet, mal versteckt in völliger Einsamkeit gelegen –, schön und feinsandig sind sie aber alle. Auch für Nichtschwimmer sind die Strände gut geeignet, denn in Ufernähe ist das Wasser schön flach. Auf der Halbinsel Holnis gibt es einen schönen Wanderweg entlang der Steilküste und des naturbelassenen Strandes. Wem das Angebot auf deutscher Seite nicht reicht, der kann auch noch an der dänischen Küste einige Badestellen ausprobieren.
Catwalk und andere Rätsel
Die Norderstraße ist nicht nur eine beliebte Einkaufsund Flanierstraße, sie birgt auch zwei gut gehütete Geheimnisse. Zum einen das Rätsel der hängenden Schuhe: An Drahtseilen zwischen den Hauswänden baumeln dort Hunderte von Schuhen an ihren Schnürsenkeln. Keiner weiß genau, wie es dazu kam. Mittlerweile gehören die Schuhe fest zum Flensburger Stadtbild, genauso wie – etliche Meter tiefer – die Graffiti-Katzen auf den Hauswänden. Auch in diesem Fall weiß keiner, wie es dazu kam, wer sie gemalt hat und wann das geschehen ist. Rund zehn Miezen schmücken mittlerweile die Hauseingänge der alten Kaufmannshöfe. Die Touristen freut’s, die Flensburger sowieso, denn die Hunde hält es davon ab, dort ihr Bein zu heben.
Nolde und der Norden
Stäffele sind vermutlich das Letzte, was man in Flensburg vermutet, aber es gibt sie, und zwar nicht zu knapp. Die Stadt im Norden ist nämlich ganz schon hügelig. Oberhalb der Fußgängerzone Große Straße thronen erhaben zwei historische Gebäude mit traumhaftem Blick über die Stadt und die Förde: der Museumsberg. Er ist über die Bornstedtreppe zu erreichen und beherbergt Kunst und Kultur des ehemaligen Herzogtums Schleswig sowie eine große Jugendstilabteilung. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Expressionismus mit Werken von Ernst Barlach und Emil Nolde. Sonntags gibt es einen Workshop für Kinder. www.museumsberg-flensburg.de
Schlafen an der Schiffbrücke
Seit Kurzem hat Flensburg ein Vier-Sterne-Hotel: Das Hotel Hafen Flensburg besteht aus acht teils historischen, teils modernen Gebäuden und befindet sich direkt an der Schiffbrücke am historischen Hafen. Von den meisten Zimmern aus hat man einen Blick auf die Flensburger Förde oder auf den Hofgarten, der wie ein historischer Kaufmannshof angelegt ist. Wer mit dem Segelboot Flensburg ansteuert, der kann an Bord in der eigenen Koje schlafen, aber im Hotel frühstücken oder das Wellnessdeck nutzen. Im Hotelrestaurant Columbus gibt es unkomplizierte, aber hochwertige regionale Speisen. DZ/F ab 135 Euro. www.hotel-hafen-flensburg.de. Ein nettes und gemütliches Stadthotel ist das Haus Nordig. DZ/F ab 95 Euro. www.hotel-nordig.net.
Diesseits und jenseits der Grenze
Natürlich will man, wenn man schon direkt am Meer ist, Fisch essen. Und da hat man in Flensburg eine große Auswahl. Wer es urig und preisgünstig haben möchte, der stellt sich in die lange Warteschlange vor Bens Fischhütte, wo es leckere und knusprige Fischbrötchen gibt. Achtung: Die Möwen wissen auch, wie gut das hier schmeckt. Wer zum Essen ein Dach über dem Kopf bevorzugt, der geht zu Piet Henningsen. In einem üppig dekorierten Lokal gibt es eine fantastische Fischsuppe und frische Schollen: www.restaurantpiethenningsen.de. Wer keinen Fisch mag, der fährt mal geschwind nach Dänemark rüber und kauft sich bei Annies Kiosk direkt am Meer einen Hotdog und danach das legendäre Softeis: www.annies-kiosk.business.site