Soziales Engagement Von Stuttgart-West in die Welt

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Der Stuttgarter Verein Stelp um den Vorsitzenden Serkan Eren hilft weltweit Menschen in Not. Entstanden ist die Hilfsorganisation aus der Initiative „Balkan Route Stuttgart“. Zu den Mitstreitern gehört auch der Ex-VfB-Torwart Timo Hildebrand.

Der Vorstand von Stelp eröffnet die neuen Geschäftsräume. Im Bild Manuel Kaier, Luca Kriegelstein, Serkan Eren und Ex-VfB-Torspieler Timo Hildebrand. Foto: Nina Ayerle
Der Vorstand von Stelp eröffnet die neuen Geschäftsräume. Im Bild Manuel Kaier, Luca Kriegelstein, Serkan Eren und Ex-VfB-Torspieler Timo Hildebrand. Foto: Nina Ayerle

S-West - Im Herbst 2015 haben sie ihre erste Tour gestartet. Mit einem Lastwagen voller Hilfsgüter sind Serkan Eren, Steffen Schuldis und Tobias Radulescu von Stuttgart aus in das griechische Dorf Idomeni gefahren. 4400 Kilometer haben sie zurückgelegt, um den gestrandeten Menschen in dem Flüchtlingscamp nahe der mazedonischen Grenze zu helfen. „Balkan Route Stuttgart“ haben die Herren ihre Initiative genannt.

Aus der Initiative Balkan Route Stuttgart wurde der Verein Stelp

Vier Jahre ist das nun her. Inzwischen ist aus der spontanen Initiative der Verein „Stelp“ (Abkürzung für: Stuttgart helps) geworden. Unterwegs sind Serkan Eren und sein Team seitdem weltweit, zu Hause sind sie seit vergangener Woche im Westen. An der Johannesstraße 35 befindet sich das neue Hauptquartier von Stelp. „Man mag es kaum glauben, dass wir drei Monate gebraucht haben, um dieses kleine Räumchen zu renovieren“, sagte der Vereinsgründer bei der Eröffnungsfeier. Praktischerweise ist der Vermieter im erweiterten Vorstand des Vereins: der Ex-VfB-Torwart Timo Hildebrand engagiert sich schon länger bei Stelp und ist bei vielen Hilfseinsätzen im Ausland dabei.

Das Prinzip ist: Kein Geld ausgeben

Alles, was es in dem kleinen Büro gibt, hat der Verein laut Serkan Eren gespendet bekommen. Manchmal seien während der Bauarbeiten sogar Nachbarn vorbeigekommen und hätten gefragt, was sie noch brauchen. „Dann sind die in den Baumarkt gefahren und haben es besorgt“, sagt Eren. Doch das sei auch das Prinzip von Stelp: „Wir geben kein Geld aus.“

Was Serkan Eren 2015 in der Hochphase der Flüchtlingskrise mit ein paar Freunden begonnen hat, macht er mit Stelp heute in größer: Menschen in Not vor Ort helfen. Mit einem Netzwerk von unzähligen freiwilligen Helfern und Sponsoren unterstützt Stelp in Krisenregionen. Inzwischen sei man auf drei Kontinenten unterwegs, sagt Eren. So gibt es ein Sprachprojekt für Flüchtlingskinder in der Türkei. Mit Hilfe einer mobilen Schule in Form eines großen aufblasbaren Zelts bereitet Stelp die Kinder auf die Sprachprüfung vor, damit sie in der Türkei in die Schule dürfen.

Inzwischen ist die Hilfsorganisation auf drei Kontinenten unterwegs

Zusammen mit der Organisation Future für Kids sorgt Stelp im Jemen mit Suppenküchen in mehreren Schulen für warme und gesunde Mahlzeiten. Auch auf der griechischen Insel Chios versorgt die Organisation die Kinder in Flüchtlingscamps mit Essen. In Planung ist ein Brunnenprojekt in Uganda. „Und im November reisen wir nach Tibet“, sagt Eren. Das sei ein Projekt mit dem Schauspieler Ralf Bauer.

Rund 200 Volontäre aus der Region Stuttgart hat Stelp nach eigenen Angaben für die Hilfseinsätze selbst ausgebildet. Damit alle Spenden direkt bei notleidenden Menschen ankommen, tragen alle Helfer und Unterstützer ihre Kosten selbst. Die Helfer stammen übrigens aus allen Schichten: „Ob Hausfrau, Unternehmensberater oder Lehrer – bei Stelp arbeiten alle an einer Sache“, sagt Eren.

Die Berufstätigen seien meistens Partner, die Geld spenden; die Volontäre vor Ort sind in der Regel Studenten. „Es ist so eine Riesensache daraus geworden“, sagt er. Darüber ist er manchmal selbst noch erstaunt: „Ich hätte das niemals gedacht.“ Inzwischen habe Stelp ein sechsstelliges Spendenvolumen, er schätzt, man habe schon weit über 10 000 Menschen helfen können. „Das ist echt Wahnsinn.“

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