Vereine in Stuttgart-Degerloch Bald gibt es drei neue Sporthallen im Bezirk

Von und Ralf Recklies 

Hier kicken die Stuttgarter Kickers, hier gleiten die Schlittschuhläufer über Eis, und hier sind zig Vereine ansässig: Stuttgart-Degerloch ist ein Treffpunkt für Sportler. Nun sollen die Bedingungen noch besser werden; derzeit werden drei neue Hallen gebaut. Wir haben die Übersicht.

Gegenüber der Stadtbahnhaltestelle „Waldau“ wird eine klimaneutrale Halle gebaut. Foto: Julia Bosch
Gegenüber der Stadtbahnhaltestelle „Waldau“ wird eine klimaneutrale Halle gebaut. Foto: Julia Bosch

Degerloch - Wer als Stuttgarter eine Affinität zu irgendeiner Sportart hat, der landet vermutlich irgendwann in Degerloch: Dort jubeln im Schatten des Fernsehturms regelmäßig Fußballfans den Stuttgarter Kickers zu, dort gleiten jeden Winter Tausende Schlittschuhläufer übers Eis am Keßlerweg und dort sind zig Sportvereine beheimatet. Auf der Waldau und in Hoffeld wird von American Football über Klettern, Lacrosse, Tennis oder Rollkunstlauf bis hin zu Yoga so gut wie alles angeboten. In den nächsten Jahren sollen die Bedingungen für die Sportler dort noch besser werden: Derzeit werden drei neue Hallen in Degerloch gebaut. Eine Übersicht:

An der Stadtbahn entsteht bis 2020 eine klimaneutrale Halle

Auf dem ehemaligen Tennenplatz gegenüber der Stadtbahnhaltestelle „Waldau“ wird seit Mitte Juli gebaut. Dort entsteht eine 3500 Quadratmeter große dreiteilige Sporthalle mit einer Bewegungsfläche für Kinder, einem Kraftraum und einer 6300 Quadratmeter großen Außensportfläche. Auf dem sogenannten Action-Platz draußen soll es ein Kleinspielfeld, eine Wiese für Gymnastikübungen sowie Fitnessgeräte geben. Auch ein spezieller Bereich für Seniorenfitness ist geplant. Unterhalb der neuen Halle wird eine Tiefgarage mit 67 Stellplätzen gebaut.

Das Besondere an der Sporthalle ist, dass sie klimaneutral sein soll: Die für die Stromerzeugung benötigte Energie soll aus der Abwärme der gegenüberliegenden Eiswelt gewonnen werden. Insgesamt kostet das Projekt 15,5 Millionen Euro. „Die Inbetriebnahme der Halle ist für Sommer 2020 geplant, und bisher wurde der Zeitplan eingehalten“, sagt ein Sprecher der Stadt.

Tagsüber soll die Halle vor allem von Schulklassen im Sportunterricht genutzt werden, danach und an den Wochenenden von Vereinen. Welcher Klub in welchem Ausmaß die Halle nutzen darf, ist derzeit noch nicht klar. Fest steht jedoch, dass der Neubau auch die angrenzenden Stadtbezirke entlasten soll; bisher weichen einige Waldau-Vereine in dortige Hallen aus.

Die TSG baut auf der Waldau eine Halle in Holzbauweise. Kürzlich war dort Richtfest. Foto: Julia Bosch

Die TSG-Halle soll im Januar 2019 fertig sein

Bereits Anfang 2019 will die Turn- und Spielgemeinschaft (TSG) ihre neue Halle in Betrieb nehmen. Laut dem Vorsitzenden Oliver Schwarz ist man „mit dem Bau gut im Zeitplan“ – seit ein auf dem Platz am Georgiiweg ursprünglich stehender Schuppen weg ist. „Es war für uns zunächst schwierig, jemanden für den Abriss zu finden“, sagt Schwarz, dies habe zu Verzögerungen geführt. Ursprünglich sollte die Halle schon in diesem Jahr fertig werden. Der Spatenstich erfolgte im Juli, die Bodenplatte wurde im September hergestellt. „Danach wurde die Halle in Holzbauweise in nur vier Tagen hingestellt“, so Schwarz. „Jedes Mal wenn ich auf die Baustelle komme, gibt es einen sichtbaren Baufortschritt.“ Nachdem kürzlich das Richtfest gefeiert wurde, läuft nun der Innenausbau.

Dank des vereinbarten Festpreises sei man finanziell auf der sicheren Seite. Die Halle kostet den Verein rund 770 000 Euro. Etwas mehr wird die TSG aber ausgeben. Nicht wegen Teuerungen, „sondern weil wir ein paar Dinge, die wir später machen wollten, einfach vorziehen“, so Schwarz.

In ein paar Wochen kann in der neuen HTC-Halle Tennis gespielt werden. Foto: HTC

Aufbau der Tennishalle in Hoffeld steht kurz bevor

Die Indoor-Tennissaison beim Hockey- und Tennisclub Stuttgarter Kickers beginnt später als geplant. Den Startschuss zum 5. November schaffe man laut Uwe Tesch, der unter anderem für das Marketing im Tennisbereich zuständig ist, nicht. Die Plätze, die künftig in den Wintermonaten von einer Traglufthalle überspannt werden, seien grundsätzlich gerichtet, weil es bei zwei Lieferanten aber zu Engpässen gekommen sei, verzögere sich der Aufbau der Halle um „zwei bis drei Wochen“. Mehr als 600 000 Euro investiert der HTC in die Halle, von der es deutschlandweit laut Tesch nur noch zwei weitere gibt. Dies habe dazu geführt, dass das städtische Bauamt unerwartet „eine eigenen statistische Berechnung“ gefordert habe. Spätestens Ende November soll aber die Hallensaison auf dem Hoffelder Sportgelände beginnen.

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