Verkehr auf den Fildern B 27: Abgeordnete bauen in Berlin Druck auf

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CDU-Abgeordnete wollen in Berlin erreichen, dass der Ausbau der B 27 auf sechs Spuren im neuen Bundesverkehrswegeplan die höchste Dringlichkeitsstufe erreicht.

Die B 27 (im Bild der Abschnitt beim Schinderbuckel in Bonlanden) gehört nach wie vor zu den fünf am höchsten belasteten Straßen in Deutschland. Foto: Reiner Enkelmann
Die B 27 (im Bild der Abschnitt beim Schinderbuckel in Bonlanden) gehört nach wie vor zu den fünf am höchsten belasteten Straßen in Deutschland. Foto: Reiner Enkelmann

Filder - Die Bundesstraße 27 auf den Fildern hat ihren Status als die bundesweit am höchsten belastete Bundesstraße zwischenzeitlich abgegeben. Einen Grund für eine Abkehr von den Plänen für einen sechsspurigen Ausbau der Strecke zwischen Leinfelden-Echterdingen und dem Abzweig zur B 312 bei Bonlanden sehen die CDU-Politiker Michael Hennrich (Bundestag) und Thaddäus Kunzmann (Landtag) in dieser Entwicklung nicht. „Die B 27 gehört immer noch zu den Top fünf in Deutschland“, sagt Kunzmann.

Gemeinsam mit seinem Bundestagskollegen hat er begonnen, in Berlin für diesen Ausbau die Trommel zu rühren. Im Verkehrsministerium wird derzeit der Bundesverkehrswegeplan neu aufgestellt. Hennrich und Kunzmann wollen erreichen, dass die Verbreiterung der B 27 in diesem Plan in die höchstmögliche Dringlichkeit aufgenommen wird.

Brief an Minister Dobrindt

Ende Juli haben sie dazu einen gemeinsamen Brief geschrieben, um die Aufmerksamkeit des Bundesverkehrsministers Alexander Dobrindt (CSU) „auf diesen für die Region sehr wichtigen Streckenabschnitt zu lenken“. Sie liefern in ihrem Schreiben mehrere Gründe, die eine Aufnahme des Vorhabens in die Kategorie „vordringlicher Bedarf plus“ rechtfertigen. So gehöre die B 27 auf den Fildern zu den 0,2 Prozent aller Straßen, auf denen täglich mehr als 50 000 Fahrzeuge unterwegs sind.

Die gewünschte Einstufung ist die Voraussetzung dafür, dass überhaupt eine Realisierung des Ausbaus auf sechs Spuren und damit eine Entlastung der Ortsdurchfahrten erreicht werden kann. Selbst wenn der Vorstoß in Berlin erfolgreich wäre, wagt Thaddäus Kunzmann zum heutigen Zeitpunkt „keine Prognose zur Umsetzung“. Dafür sei es zu früh, auch seien Kosten momentan noch nicht abzuschätzen. Realistischerweise müsse man jedoch davon ausgehen, dass „in diesem Jahrzehnt wohl nicht mehr mit einem Baubeginn zu rechnen ist“.

Antwort lässt auf sich warten

In ihrem Brief haben die beiden Abgeordneten dem Verkehrsminister angeboten, dass sie ihm „die Situation gern vor Ort erläutern würden“. Eine Antwort von Alexander Dobrindt lässt mehr als einen Monat nach dem Versand dieser Offerte allerdings noch auf sich warten.

Das Landesverkehrsministerium hat auf Anfrage von Kunzmann die aktuellen Verkehrszahlen für die B 27 im Bereich Echterdingen offen gelegt. Demnach wurde dort im Mai dieses Jahres ein durchschnittliches Verkehrsaufkommen in beiden Richtungen von 69 534 Fahrzeugen pro Tag ermittelt. In den vergangenen fünf Jahren schwankten diese Werte zwischen 63 270 (2010) und 71 532 (2011). Der Anteil des Lkw-Verkehrs liegt in Echterdingen zwischen 2,6 und drei Prozent.

Zählung alle fünf Jahre

Eine weitere Zählstelle befindet sich bei der Verflechtung von B 27 und B 312. An dieser Stelle wurde 2010 eine Belastung von 80 250 Fahrzeugen täglich mit 5,5 Prozent Schwerverkehrsanteil ermittelt. Weitere Zahlen von dort liegen nicht vor. Gezählt wird im Auftrag des Bundes zwischen Bonlanden und Aich turnusgemäß nur alle fünf Jahre, also erst wieder 2015.

Hennrich und Kunzmann wollen es mit ihrem Brief an Verkehrsminister Dobrindt nicht bewenden lassen. Sie wissen, dass mit ihnen viele andere Repräsentanten zurzeit Lobbyarbeit für Straßenbauprojekte in Berlin betreiben. Um möglichst viele Fürsprecher für den Ausbau der B 27 zu gewinnen, wollen die beiden Christdemokraten am 20. November eine Veranstaltung organisieren. Dazu haben sie bereits eine Zusage ihres Parteifreundes Steffen Bilger (Wahlkreis Ludwigsburg) erhalten. Bilger ist Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestags und dort für seine Fraktion für den Verkehr in Baden-Württemberg zuständig.

Wichtigstes Vorhaben in der Region

Das Land hatte, wie berichtet, im vergangenen Jahr seine Prioritätenliste für Verkehrsprojekte in Baden-Württemberg nach Berlin gemeldet. Darin war der Ausbau der B 27 hinter vier Autobahnmaßnahmen an fünfter Position gelistet und als wichtigstes Straßenbauvorhaben in der Region Stuttgart eingestuft worden.