Verkehr in Stuttgart-Weilimdorf Lange geplanter Kreisverkehr wird realisiert

Von Georg Linsenmann 

Bereits im Sommer soll mit dem Bau des Kreisels Engelberg-/Solitudestraße begonnen werden.

An der Kreuzung Engelberg-/Solitudestraße soll der neue Kreisverkehr entstehen. Der geplante Durchmesser des Kreisels hatte für Diskussionen gesorgt. Foto: Georg Linsenmann
An der Kreuzung Engelberg-/Solitudestraße soll der neue Kreisverkehr entstehen. Der geplante Durchmesser des Kreisels hatte für Diskussionen gesorgt. Foto: Georg Linsenmann

Stuttgart-Weilimdorf - Er kommt. Er kommt wirklich. Nach zehn Jahren Kampf. Und jetzt steht sogar der Beginn der Arbeiten fest. Ungefähr jedenfalls, und möglicherweise werden die damit verbundenen Sanierungsarbeiten an der Solitudestraße vorgezogen, 400 Meter aufwärts. Diese würden gegebenenfalls im Sommer dieses Jahres beginnen, was den Bau des Kreisels ins Jahr 2020 schieben würde. Dass er kommt, ist trotzdem klar, wie David Hueber vom Tiefbauamt betonte: „Die Finanzierung ist gesichert. Unsere Aufgabe ist es, die Planungen voranzutreiben.“ So stellte er deren Stand in der aktuellen Sitzung des Bezirksbeirates vor.

Die zentralen Gesichtspunkte waren dabei der geplante Durchmesser des Kreisels, der 28 Meter betragen soll, sowie die Lage der Fußgängerüberwege und die Fahrwege für Radfahrer. Die Größe des Kreisels begründete Hueber damit, „dass das Bauwerk auch für Müllfahrzeuge und Sattelschlepper befahrbar sein muss“. Im Zentrum werde aber ein Innenkreisel mit einem vier Zentimeter hohen Bordstein abgegrenzt: „Das wird den gemeinen Autofahrer nötigen, nicht drüber zu fahren. LKW können das aber im Bedarfsfall tun.“ Die Lage des Kreisels im Schnittpunkt von vier Straßen sei wesentlich durch zwei „Zwangspunkte“ bestimmt: Zum einen durch einen Masten für die Stromversorgung der Stadtbahn, zum anderen durch den spitzwinkligen Schnittpunkt von Solitude- und Engelbergstraße.

Mit Gerlingen ist eine Absprache notwendig

Im Zuge der Sanierung der Solitudestraße, wo es neben dem Belag auch an den Unterbau geht, wird dort auch der Fahrstreifen fürs Radfahren um 35 Zentimeter auf dann 1,85 Meter verbreitert. Das kann auch als Vorgriff auf die hier durchführende Hauptrad-Route gesehen werden, verdeutlicht zudem, dass Radfahrer auch durch den Kreisel selbst fahren können. Hueber nannte das ein „zusätzliches Angebot“. Radfahrer, darunter viele Schüler, könnten aber weiterhin auch die angrenzenden Gehwege nutzen.

Im Gremium wurde dann einmal mehr die Dimension des Kreisels kritisiert. Rudolf Pfleiderer (Bündnis 90/Die Grünen) verwies darauf, dass „nach den Regelwerken 26 Meter als Durchmesser genügen“. Geboten sei dieser Durchmesser auch, „weil hier die Zahl der großen Fahrzeuge gering sei. Sylvia Rados (SÖS/Linke-plus) sprang ihm bei. Sie plädierte dafür, „dass der Radius möglichst klein gehalten wird, zugunsten der Gehwege, damit sich Schüler sicher bewegen können“. Für zu eng befunden wurde aus demselben Grund von Dieter Benz (SPD) „die Ecke in den Spechtweg rein“. Dass für Radfahrer zusätzliche Möglichkeiten geschaffen werden, schien auch nicht einzuleuchten, denn auf der westlichen Seite der Stadtbahn gibt es bereits einen Radweg. Der aber sei zu schmal, da kämen kaum zwei Radfahrer aneinander vorbei, befand Annekathrin Essig (Bündnis 90/Die Grünen). Auch der lange Grünstreifen an der Ostseite des künftigen Kreisels wurde kritisiert.

Schließlich stellte Hueber klar, dass es sich um keine Vorplanung, sondern um „das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit der Situation vor Ort“ handele: „Die Geometrie der Straßen sorgt dafür, dass der Kreisel genau dort sein muss. Die Kollegen haben sich darüber tagelang die Köpfe zerbrochen“, sagte Hueber. Nun gehe es in die Feinplanung sowie in die Abstimmung mit Gerlingen: wegen der Umleitung des überörtlichen Verkehrs. Die innerörtlichen Umleitungen würden noch erarbeitet.

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