Verlängerung der S-Bahn Stuttgart Woran die S-Bahn bis Horb scheitern könnte

Mit der S-Bahn vom Stuttgarter Hauptbahnhof bis Horb? Die Region knüpft das an Bedingungen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Die Region Stuttgart ist grundsätzlich bereit, die S-Bahn bis nach Horb zu verlängern. Voraussetzung sei aber, dass eine Reihe von Bedingungen erfüllt werden. Klarheit sollen nun Gespräche mit dem Land und der Deutschen Bahn bringen.

Stadtentwicklung/Infrastruktur : Christian Milankovic (mil)

Eine Verlängerung der S-Bahn Stuttgart bis nach Horb (Landkreis Freudenstadt) ist nach Einschätzung der Region Stuttgart, die für die S-Bahnen verantwortlich ist, grundsätzlich möglich. Durch eine solche Ausweitung seien „keine direkten Auswirkungen auf die Betriebsqualität der anderen Linien erkennbar“, schreibt der Regionalverband und stützt sich dabei auf eine Untersuchung der Deutschen Bahn.

 

Angst vor dem Abgehängtsein

Die Weiterführung der S-Bahn über das Regionsgebiet hinaus ist wegen der drohenden Kappung der Gäubahn ins Gespräch gekommen. Über diese Strecke haben Städte wie Horb, Rottweil und Singen Anschluss an den Stuttgarter Hauptbahnhof und damit an den bundesweiten Fernverkehr. Allerdings soll die Gäubahn vor der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 unterbrochen werden. Gegen diesen Plan stemmen sich die Anrainerkommunen mit aller Macht. Sollte die Kappung nicht zu vermeiden sein, verlangen sie Alternativen – etwa die S-Bahnverlängerung in den Kreis Freudenstadt. Nach dem derzeitigen Zeitplan könnte die Gäubahnstrecke von Mitte 2025 an unterbrochen sein. Viel Zeit bleibt also nicht, eine über den bisherigen Endpunkt Herrenberg im Kreis Böblingen verlängerte S-Bahn aufs Gleis zu setzen. Aber unter Druck setzen will sich die Region deswegen nicht.

Stattdessen haben die Regionalräte im Verkehrsausschuss nun den Verhandlungsführern den Rücken gestärkt, einer Verlängerung nur unter bestimmten Prämissen zuzustimmen. So müsse das Land, das für den Regionalverkehr zuständig ist, die Kosten für die zusätzlichen Leistungen in vollem Umfang übernehmen. Von der Deutschen Bahn verlangt die Region verbindliche Zusagen, dass für eine Ausweitung des Angebots ausreichend Züge und Fahrer zur Verfügung stehen. Und die Region möchte in der Vereinbarung mit dem Land eine Hintertür offen lassen: Sollte die Qualität im eigentlichen S-Bahnnetz unter der Verlängerung nach Horb leiden, wird das Angebot automatisch wieder eingestellt. Schließlich fordert die Region vom Interessenverband der Städte entlang der Gäubahn „eine allgemeine Akzeptanz der Maßnahme“.

Gespräche mit Land und Bahn

Der Regionalverband wird auf Grundlage dieses einstimmig beschlossenen Forderungskatalogs nun die Gespräche mit dem Land und der Bahn aufnehmen. In einer Untersuchung des Landes ist die Rede davon, dass die S-Bahnen lediglich im Stundentakt nach Horb fahren können – und das auch nur in der Zeit zwischen Montag und Samstag bis 20 Uhr am Abend. Das heißt: in den späten Abendstunden wie auch an den Sonntagen und Feiertagen wird es keine S-Bahnen nach Horb geben. Jürgen Wurmthaler, bei der Region für die Bereiche Wirtschaft und Infrastruktur zuständiger Direktor, will in Gesprächen nochmals die Betriebszeiten näher eruieren.

Konsens im Verkehrsausschuss war es, die Verlängerung der S-Bahn zu unterstützen. In fast allen Wortmeldungen schwang aber die Sorge mit, dass eine erstmals über die Regionsgrenzen hinaus fahrende S-Bahn Nachteile für das Kernnetz haben könne.

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