Sindelfingen - Im September war die Aufregung groß, als Routineproben in einer Kindertagesstätte in Sindelfingen eine Verunreinigung des Trinkwassers ergaben. Eine Minimalkonzentration von gesundheitsgefährdenden Enterokokkenbakterien wurde erst im Hochbehälter Goldberg, später auch im Behälter Rheinstraße gefunden. Dies hatte mehrtägige Abkochgebote für Tausende von Haushalten in Sindelfingen, Maichingen und Magstadt zur Folge.
Drei Monate später ist der Ursprung des Enterokokkenbefalls öffentlich noch immer unbekannt. Auf Anfrage unserer Zeitung teilten die zuständigen Stadtwerke Sindelfingen mit, dass in Abstimmung mit der Stadtverwaltung, dem Gesundheitsamt im Landkreis Böblingen, einem Ingenieurbüro und dem Wasser-Lieferanten – der Bodenseewasserversorgung –, ein Abschlussbericht veröffentlicht werden wird.
Spätestens im Januar soll das Ergebnis bekannt gegeben werden
Uwe Malach, Technischer Leiter bei den Stadtwerken, erklärt in diesem Zusammenhang: „Es handelt sich um ein andauerndes Verfahren. Derzeit befinden wir uns aber in der Terminabstimmung mit den ebenfalls beteiligten Akteuren. Bis spätestens Mitte Januar 2022 soll das Ergebnis des Abschlussberichts nach außen kommuniziert werden.“
Bislang hatten Nachforschungen in den Behältern, durch Vor-Ort-Begehungen und Kameraüberprüfungen, Durchspülen und Belüften, keine eindeutigen Ergebnisse liefern können. „Wir haben hohen Aufwand betrieben. Die ‚einfache’ mögliche Lösung mit Insekten haben wir abgehakt. So gestaltet sich die Ursachenforschung schwierig und langwierig. Wir haben aber versucht, durch das Ausschlussprinzip dem eigentlichen Grund der Verunreinigung näher zu kommen“, erläutert Uwe Malach. Ende September wurden bei Untersuchungen in den beiden betroffenen Hochbehältern eine „kleine Anzahl“ an Insekten, sogenannte „Ohrenzwicker“ gefunden. Theoretisch könnten die Tierchen für die Verunreinigungen verantwortlich sein. Auch heute ist noch nicht klar, ob die Ohrenzwicker ursächlich sind.
Proben-Turnus soll angepasst werden
Seitdem das Gesundheitsamt zum ersten Mal ein Abkochgebot ausgesprochen hat, wurden regelmäßig Proben entnommen. In der Anfangszeit wurde täglich geprobt, danach in längeren Intervallen. „Bis zum 21. November wurden alle zwei Wochen Proben genommen. Wenn das Gesundheitsamt es genehmigt, soll die Beprobung ab Januar 2022 wieder im Turnus von zwei- bis dreimal pro Jahr erfolgen“, so Malach.
Möglicher Kritik, dass die Sindelfinger Stadtwerke mangelhaft mit der Öffentlichkeit kommuniziert haben, weist Uwe Malach zurück: „Wir haben gleich zu Beginn mit offenen Karten gespielt. Da nichts Belastbares gefunden wurde und die Laboruntersuchungen der Proben immer zwei Tage dauern, hat sich der Prozess eben als so langwierig dargestellt. Wir verstehen natürlich, dass sich betroffene Bürger schneller Antworten wünschen.“