VfB nach dem 0:2 gegen die Bayern Die Zeit der Endspiele naht

Ungleiches Duell: auch die  drei Stuttgarter Adam Hlousek, Christian Gentner und Gotoku Sakai (von links) reichen nicht, um den Münchner Arjen Robben zu stoppen. Foto: Baumann 21 Bilder
Ungleiches Duell: auch die drei Stuttgarter Adam Hlousek, Christian Gentner und Gotoku Sakai (von links) reichen nicht, um den Münchner Arjen Robben zu stoppen. Foto: Baumann

Der Trainer kämpft, der Manager bleibt ruhig – doch die Lage beim VfB Stuttgart spitzt sich weiter zu. Die Mannschaft ist Letzter und trifft das Tor nicht mehr.

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Stuttgart - Draußen vor dem Stadion kreischen die Fans hinter den Absperrgittern bei jedem Bayern-Spieler, der frisch geduscht aus der Kabine kommt. Dann fährt der Münchner Mannschaftsbus davon. Es wird wieder ganz ruhig – und niemand weiß so genau, ob das Starensemble des Rekordmeisters so bald noch einmal in der Mercedes-Benz-Arena auftreten wird. Der VfB hat 0:2 verloren, was gegen die Bayern keine Schande ist. Problematischer ist die Tatsache, dass die Stuttgarter Tabellenletzer sind, schon zum sechsten Mal in dieser Saison. Die zweite Liga rückt näher, eine Horrorvision, mit der die Beteiligten nach dem Spiel ganz unterschiedlich umgehen.

Der Kampf des Trainers

Huub Stevens lacht, als er Pep Guardiola von früher erzählt. Von einem Fußballturnier in Lloret de Mar berichtet der VfB-Trainer seinem verdutzten Kollegen vor Beginn der Pressekonferenz, dort sei man sich vor vielen Jahren schon einmal über den Weg gelaufen, als Guardiola noch Jugendspieler war. Danach ist es dann allerdings rasch vorbei mit der guten Laune des Niederländers.

Der Kampf des Trainers

Nein, seinen Spielern will Stevens keinen Vorwurf machen, sie hätten „eine gute Einstellung“ gezeigt und „alles gegeben“. Auch die Fans hätten das Team vorbildlich unterstützt. Was dem Trainer aber zunehmend auf die Nerven geht, ist die Untergangsstimmung, die er rund um den Club wahrnimmt. „Ich spüre hier eine negative Stimmung – egal ob man in der Stadt ist oder auf dem Vereinsgelände. So kriegst du das nicht hin“, sagt er. Alles werde schlecht geredet, niemand versuche das Positive zu sehen – niemand außer er.

Seine Aufgabe sei es der Mannschaft den Glauben an die eigene Stärke zu geben, man müsse „Vertrauen ausstrahlen“. Das sei aber „nicht einfach, wenn du damit allein stehst“. Deshalb wolle er diese Zuversicht „auch mal von anderen sehen“. Vielleicht bringt der Neuzugang Geoffroy Serey Die ja ein bisschen gute Stimmung mit, wenn er diese Woche vom Afrikacup nach Stuttgart kommt und seinen Dienst antritt. Doch bedarf es dringend eines eigenen Erfolgserlebnisses, um so etwas wie Aufbruchstimmung zu erzeugen, das weiß auch Stevens. Vorerst muss er mit Worten beschwören, dass dem VfB der Abstieg auch dieses Jahr erspart bleibt: „Ich glaube noch immer an diese Spieler. Und ich bleibe ein Kämpfer und werfe nicht das Handtuch.“

Die Ruhe des Managers

Die Ruhe des Managers

Den Unterschied zu seiner früheren Tätigkeit hat Robin Dutt schnell ausgemacht. An seinem Puls. Denn während er als Trainer während eines Spiels ständig auf 180 war, gibt es als Sportvorstand immer wieder Ruhephasen. Obwohl er natürlich auch jetzt mittendrin steckt im Abstiegskampf und während der 90 Minuten mit vollem Herzen dabei ist. Doch Dutt kann sich in seiner neuen Funktion auf der VfB-Bank auch immer wieder etwas zurücknehmen, weil er weder die Umsetzung taktischer Vorgaben zu überprüfen hat noch entscheiden muss, wen er jetzt ein- oder auswechselt.

Das schafft einen gewissen Freiraum im Kopf, den Dutt dafür nutzt, Ruhe und Gelassenheit auszustrahlen. „Auch Abstiegskampf muss man können“, sagt der 50-Jährige in der Überzeugung, diesen Kampf nicht nur zu kennen, sondern ihn mit Freiburg und Bremen auch bestanden zu haben. Als eine Art Chefdiplomat tritt Dutt vor und nach den Spielen auf. Stärkt den Trainer, lobt die Spieler, ordnet das Geschehen sachlich ein. „Wir wissen um die Brisanz der Situation“, sagt Dutt, „aber es gibt noch keine Endspiele.“ Doch die Zeit der Schlüsselbegegnungen naht. Am Samstag geht es zur TSG Hoffenheim, einem Gegner, der mit null Punkten noch schlechter in die Rückrunde gestartet ist. Danach kommen die Dortmunder, von denen niemand weiß, ob sie ihre Krise überwunden haben.

Die Leiden des Mittelstürmers




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