VfB Stuttgart Die Leihspieler des VfB: Wir sind dann mal weg

Von Tim Wohlbold 

Mittelfeldspieler Orel Mangala wird an den HSV verliehen – wir bieten einen Überblick über die anderen Profis, die derzeit beim VfB Stuttgart unter Vertrag stehen, aber woanders kicken.

Michael Reschke hat gut lachen – der VfB-Kader steht bis auf vereinzelte Mini-Korrekturen. Foto: Baumann 12 Bilder
Michael Reschke hat gut lachen – der VfB-Kader steht bis auf vereinzelte Mini-Korrekturen. Foto: Baumann

Stuttgart - Die Sache ist durch, Orel Mangala ist an den Hamburger SV verliehen – der zentrale Mittelfeldspieler ist einer von fünf Profis des VfB Stuttgart, die Sportvorstand Michael Reschke vorübergehend bei anderen Vereine unterbrachte. Da das Transferfenster noch bis 31. August offen ist, sind weitere Leihgeschäfte denkbar.

Orel Mangala – ein Jahr Hamburg, dann geht’s zurück

Mangala hat in Stuttgart noch einen Vertrag bis 2021. Und da man bei den Roten vom Potenzial des Belgiers überzeugt ist, dachte VfB-Sportvorstand Michael Reschke gar nicht daran, den Hamburgern die gewünschte Kaufoption zum Ende der aktuellen Spielzeit einzuräumen. Es geht dem Kaderplaner allein darum, dass der hochveranlagte Kämpfer anderswo mehr Spielpraxis erhält, als das bei der Konkurrenzsituation in Stuttgart denkbar gewesen wäre. In Santiago Ascacibar, Dennis Aogo, Neuzugang Gonzalo Castro und nicht zuletzt Kapitän Christian Gentner hätte Mangala in Stuttgart hochkarätige Konkurrenten vor der Nase, womit ihm wohl auch in seiner zweiten Saison beim VfB zumeist die Bank oder die Tribüne gedroht hätten.

Anton Grgic – zurück in der Schweiz

Anto Grgic ist ein weiterer zentraler Mittelfeldspieler, der zwar beim VfB unter bis 2020 Vertrag steht, allerdings kaum Aussichten auf Einsätze bei den Profis gehabt hätte. Daher hatte Michael Reschke den 21-jährigen Schweizer mit kroatischen Wurzeln bereits Anfang des Jahres für eineinhalb Jahre an den FC Sion verliehen. „Für einen jungen Spieler wie Anto Grgic ist es besonders wichtig, regelmäßig zum Einsatz zu kommen und Spielpraxis zu sammeln. Verletzungsbedingt und auch aufgrund der Konkurrenzsituation beim VfB auf seiner Position war das nur sehr selten der Fall“, erklärt Reschke den damaligen Schritt. Und selbst wenn der beim FC Zürich ausgebildete Mittelfeldmann im kommenden Sommer aus der Schweiz zum VfB zurückehren sollte, ist es mehr als fraglich, ob Reschke und der VfB-Coach Tayfun Korkut weiterhin Wert auf dessen Dienste legen werden. Grgic war im Sommer 2016 für rund zwei Millionen Euro an den Neckar gewechselt.

Ebenezer Ofori – New York, New York

Ähnliche Position, gleiches Problem: Mit reichlich Vorschusslorbeeren kam Ebenezer Ofori im Januar 2017 für 1,2 Millionen von AIK Solna (Schweden) nach Bad Cannstatt. Während der defensive Mittelfeldspieler in der Zweiten Bundesliga noch zu neun Einsätzen kam, saß er nach dem Aufstieg zumeist nur auf der Tribüne. Ein unglücklicher Kurzeinsatz über neun Minuten am siebten Spieltag gegen Eintracht Frankfurt – das ist die Leistungsbilanz des 22-Jährigen im deutschen Oberhaus. Seit Februar steht Ofori nun in der US-Profiliga Major League Soccer (MLS) bei New York City FC unter Vertrag. Die Amerikaner sicherten sich die Dienste des Ghanaers bis Ende des Jahres und besitzen auch eine Kaufoption. Beim VfB wären sie wohl froh, wenn Ofori trotz Vertrages bis 2020 dauerhaft in New York – oder anderswo – unterkäme.

Ailton – Schindelmeisers Fehlgriff

2,5 Millionen Euro ließ sich der damalige VfB-Manager Jan Schindelmeiser die Dienste des brasilianischen Außenverteidigers Ailton im Sommer 2017 kosten. Dass er das Geld auch Wert ist, konnte der 23-Jährige nie unter Beweis stellen. Schwächen im Stellungsspiel, fehlende Robustheit – es darf daran gezweifelt werden, dass der Linksfuß tatsächlich das Zeug für die Bundesliga hat. Nach einem halben Jahr in Stuttgart transferierte ihn Reschke als Leihspieler nach Estoril zurück – also dorthin, woher Reschkes Vorgänger ihn geholt hatte. Aber der portugiesische Erstligist hatte kein Interesse an einer Weiterverpflichtung, und so kam er bei Ligakonkurrent SC Braga unter. Trotz Vertrages bis 2021 wären sie in Stuttgart froh, den Brasilianer nach der Saison von ihrer Gehaltsliste zu bekommen.

Roberto Massimo – ein Versprechen für die Zukunft

Anders gelagert ist der Fall des erst 17-Jährigen Außenstürmers Roberto Massimo. Der Deutsch-Italiener mit ghanaischen Wurzeln wurde vor dieser Saison für 2,5 Millionen Euro von Arminia Bielefeld losgeeist, um direkt im Anschluss wieder für zwei Jahre an den Zweitligisten verliehen zu werden. „Ich bin froh, dass meine langfristige Zukunft geklärt ist. Meine volle Konzentration gilt in den kommenden zwei Jahren Arminia Bielefeld, danach freue ich mich auf den VfB Stuttgart“, sagt Massimo. Über die Vertragsdetails schwieg man sich beim VfB aus, sicher ist nur, dass der 17-Jährige einen langfristigen Vertrag unterschrieben hat und man zumindest mittel- und langfristig mit dem Ausnahmetalent plant. Neben den Roten war unter anderem die TSG Hoffenheim an einer Verpflichtung von Massimo interessiert.

In unserer Bildergalerie finden Sie weitere verliehene Spieler des VfB Stuttgart der vergangenen Saison.