VfB Stuttgart Dutt will nicht alles weglächeln

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Trotz des Fehlstarts seiner Stuttgarter Bundesligafußballer mit drei Niederlagen in drei Spielen wirkt Robin Dutt nach seinem Urlaub entspannt. Allerdings kündigt der VfB-Manager einige Anpassungen an.

Drei Spiele, null Punkte: Der Druck auf den VfB Stuttgart und den Manager Robin Dutt steigt. Foto: Getty Images
Drei Spiele, null Punkte: Der Druck auf den VfB Stuttgart und den Manager Robin Dutt steigt. Foto: Getty Images

Stuttgart - Robin Dutt hat sich das Ganze von oben angeschaut. Während einer seiner Mountainbike-Touren im einwöchigen Allgäu-Urlaub hat der Manager des VfB Stuttgart nicht nur den Blick vom Gipfel genossen, sondern ebenso seine Gedanken immer mal wieder zurück in die Fußball-Bundesliga schweifen lassen – mit der Erkenntnis, dass es so schlecht um den VfB nach dem missratenen Saisonstart gar nicht bestellt ist.

„Es lässt sich aber nicht alles weglächeln nur, weil ich nach acht Monaten erstmals wieder im Urlaub war“, sagt Dutt entspannt – obwohl sich ja an der Faktenlage während der Länderspielpause rein gar nichts geändert hat: drei Spiele, null Punkte – und zunehmender Druck vor der Auswärtspartie am Samstag (15.30 Uhr) bei Hertha BSC. Noch eine Niederlage und in Stuttgart werden die Grundsatzdebatten über die Ausrichtung des Vereins heftiger, die Fragen nach dem passenden Spielsystem drängender und die Stimmung mindestens so weit abfallen wie der VfB in der Tabelle.

Der Manager strotzt vor Überzeugungskraft

Doch wie immer in kritischen Phasen strahlt Dutt Ruhe aus, strotzt vor Überzeugungskraft und vermittelt Selbstbewusstsein. „Wir haben vor der Saison einen neuen Motor eingebaut“, sagt der Manager, „dieser stottert noch etwas, aber wir werden ihn jetzt nicht wieder ausbauen.“ Es wird aber nachgeschaut, ob die Zündkerzen sitzen und ob an einigen Stellschrauben gedreht werden muss. „Der Trainer wird zum nächsten Spiel sicherlich einige Anpassungen vornehmen“, sagt Dutt nach einem Gespräch mit Alexander Zorniger.

Ob diese Veränderungen personeller oder taktischer Art sein werden, bleibt aber abzuwarten. Auf dem Personalsektor bieten sich die beiden Neuzugänge Toni Sunjic und Robbie Kruse an. Von dem bosnischen Innenverteidiger Sunjic hofft Dutt, „dass er uns sofort verstärkt.“ Von dem australischen Angreifer Kruse denkt der Manager, „dass er eine gute Alternative zu unserer starken Offensive sein kann.“

Abkehr vom Hurrastil? Nicht unbedingt!

Spannender wird ohnehin die Frage sein, mit welcher Marschroute Zorniger seine Elf im Olympiastadion auf den Rasen schickt. Ob er bei seinem offensiv ausgerichteten 4-4-2-System bleibt oder ob er auf ein 4-1-4-1 umstellt – was nicht zwangsläufig eine Abkehr vom Hurrastil bedeuten muss. „Wir werden unsere Spielidee weiter durchzusetzen versuchen“, sagt Dutt, der im Endspurt der vergangenen Saison im Austausch mit dem damaligen Chefcoach Huub Stevens zu der Einsicht kam: Den VfB nicht nur verteidigen, sondern ihn auch stürmen zu lassen.

Diesmal könnte es anders herum laufen. Dass die Stuttgarter sich nicht wie wild zu dritt oder zu viert auf den Ball stürzen, sondern ihren Elan besser dosieren. „Die ersten Spiele gegen Köln und Hamburg waren gut. Da braucht es keine andere Leistung“, sagt Dutt – nur eine bessere Chancenverwertung. „Das dritte Spiel gegen Frankfurt war dagegen schlecht“, sagt der Manager und weiß, dass gerade diesem 1:4 ein starkes psychologisches Moment innewohnt. Auch dieses verloren gegangene Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten will der VfB mit einem Sieg in Berlin zurückgewinnen.