Schlagerstar Andrea Berg saß auf der Tribüne und drückte neben ihrem Mann Uli Ferber die Daumen für die SG Sonnenhof Großaspach. Es half nichts: Der Oberligist verlor das WFV-Pokal-Finale vor 3216 Zuschauern in der eigenen Arena gegen den VfR Aalen mit 1:4 (0:1). „Schade, wir haben ein gutes Spiel gezeigt, waren die bessere Mannschaft, aber die Aalener waren einfach effizienter“, sagte Uli Ferber. Der 64-Jährige hat die SG mitgegründet und geprägt wie wenig andere. Die Verantwortung trägt inzwischen sein Sohn Michael als Sportvorstand. Der sagte: „Wenn der Ausgleich fällt, dann kippt die Partie.“
Der Ausgleich fiel aber nicht. Zu mehr als dem Anschlusstor durch den eingewechselten Dominik Salz zum 1:2 (53.) reichte es nicht – trotz guter Chancen. Aalen dagegen schlug eiskalt zu – vier Mal durch Ali Odabas (34.), Sandro Abruscia (53., 90.) und Ibrahima As Diakite (80., Foulelfmeter). „Wir sind hingefallen und müssen jetzt wieder aufstehen“, gab sich SG-Torjäger Salz kämpferisch. Der 36-Jährige wird in der kommenden Saison für den Karlsruher SC II in der Verbandsliga spielen. Zuvor will er sich mit dem Aufstieg aus Großaspach verabschieden.
Letzter Spieltag am 1. Juni
Seine Mannschaft kann am letzten Oberliga-Spieltag (1. Juni, 15.30 Uhr) mit einem Sieg beim abstiegsgefährdeten FC Holzhausen aus eigener Kraft die Teilnahme an der Aufstiegsrunde klar machen. Um noch den Direktaufstieg in die Regionalliga zu schaffen, müsste Spitzenreiter FC 08 Villingen (der sich durch ein 1:0 gegen den SC Lahr für den DFB-Pokal qualifizierte) gegen den 1. CfR Pforzheim zu Hause patzen.
Definitiv sicher wird der VfR Aalen nach seinem Abstieg aus der Regionalliga in der kommenden Saison in der Oberliga spielen. Die über 220 000 Euro für die Teilnahme an der ersten DFB-Pokal-Runde (17. bis 19. August/Auslosung am 1. Juni) kann der Club von der Ostalb für den Neubeginn bestens gebrauchen. „Dieser WFV-Pokal-Sieg ist für uns mehr als nur ein Trostpflaster, er war immens wichtig“, sagte Trainer Petar Kosturkov, der auch in der neuen Runde bleiben soll. „Den Pokal haben wir uns mehr als verdient, auch weil wir eiskalt unsere Chancen genutzt haben“, freute sich auch der zweifache Torschütze Sandro Abruscia.
Meien zu den Kickers?
Ob der 33-Jährige beim VfR bleiben wird, ist offen. Vor allem Nachbar TSV Essingen zeigt schon länger starkes Interesse. Aalen definitiv verlassen wird der defensive Mittelfeldspieler Vico Meien. Der 26-Jährige wird bei den Stuttgarter Kickers hoch gehandelt. „Meine sportliche Zukunft entscheidet sich in den kommenden Tagen“, sagte Meien, der sich erst einmal über den Pokal-Triumph freute: „Das war ein Sieg der Mentalität und ein schöner Abschluss.“ Was die VfR-Fans nicht davon abhielt, noch einmal den Finger in die Wunde zu legen: „Danke Ihr Versager“, stand schwarz auf weiß auf einem riesigen Banner.
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Aufstellungen
SG Sonnenhof Großaspach Reule – Rahn (83. Engel), Frölich, Nuraj, Landwehr (82. Dautaj) – Celiktas – Riehle (46. Salz), Lukas Stoppel (64. Kleinschrodt), Mistl, Tasdelen – Mbem-Som Nyamsi.
VfR Aalen Witte – Schaupp, Jürgensen, Odabas (70. Rahn) – Döringer (70. Kabashi), Meien, Wächter, Thermann (54. Szabo) – Abruscia – Diakite (86. Kindsvater), Kienle (56. Maiella).