Das Softwarezentrum Böblingen/Sindelfingen ist seit bald 30 Jahren eine Keimzelle für Zukunftstechnologien. Das zuletzt vom Land als „Startup BW Accelerator“ gewürdigte Projekt AI xpress mit seinen geplanten Erweiterungen steht dabei exemplarisch für eine Erfolgsgeschichte, die in den 50er- und 60er-Jahren mit der Ansiedlung von IBM und HP ihren Anfang nahm. Was damals ein Schlüssel zum Erfolg war, macht auch heute noch die Stärke dieses Wirtschaftsstandorts aus: Es ist die Vielfalt, die hier in und um Böblingen ganz selbstverständlich gelebt wird.
Ja, diese Vielfalt bringt uns auch Probleme. Und: Ja, man darf nicht naiv sein. Toleranz hat ihre Grenzen. Aber wie man im Kreis Böblingen sieht, ist diese Vielfalt vor allem ein Gewinn für uns alle. Das lässt sich nicht nur an den Gewerbesteuereinnahmen ablesen. Auch als Gesellschaft profitieren wir davon, wenn Menschen aus verschiedensten Sprach- und Kulturkreisen friedlich zusammen arbeiten, Sport treiben, zur Schule gehen oder miteinander feiern.
Entsprechend verstört reagiert man deshalb bei den ebenfalls international besetzten 130 SBS-Mitgliedsfirmen (zu denen sich übrigens zuletzt sechs brasilianische KI-Firmen hinzugesellten) auf die Correctiv-Recherche über Geheimtreffen mit rechtsextremen Abschiebefantasien. In einer Stadt, in der jeder zweite Mensch seine Wurzeln nicht in Deutschland hat, käme dies laut Oberbürgermeister Stefan Belz der Zerstörung der Wirtschaftsstruktur gleich. Sprich: Hier würde rein gar nichts mehr funktionieren.
Deshalb ist wichtig, wenn jetzt nicht nur die Mitte der Gesellschaft sich gegen Rechts erhebt. Auch die Wirtschaft muss ein Zeichen setzen und lautstark dagegenhalten.