Volksabstimmung Stuttgart 21 Akzeptanz für Stuttgart 21 deutlich gestiegen

Von dapd/bwb 

Einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage zufolge sind nur noch 23 Prozent der Bevölkerung im Südwesten für den Ausstieg aus dem Projekt Stuttgart 21. Genau vor einem Jahr bei der Volksabstimmung waren es noch rund 41 Prozent.

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Stuttgart - Die Akzeptanz für das umstrittene Bahnprojekt „Stuttgart 21“ ist deutlich gewachsen: Einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage zufolge sind nur noch 23 Prozent der Bevölkerung im Südwesten gegen den Weiterbau und für den Ausstieg aus dem Projekt, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Genau vor einem Jahr bei der Volksabstimmung am 27. November 2011 stimmten noch rund 41 Prozent der Baden-Württemberger gegen eine Fortführung des Bauvorhabens.

„Das sind heute 18 Prozent weniger. Dies ist eine Entwicklung, die mich persönlich sehr hoffnungsfroh stimmt“, kommentierte Bahn-Projektsprecher Wolfgang Dietrich die Ergebnisse.

Selbst bei den Grünen-Wähler ist die Akzeptanz gestiegen

Der repräsentativen Umfrage des Instituts für Marktforschung zufolge, die im Auftrag der Deutschen Bahn entstanden ist, stimmten aktuell insgesamt 66 Prozent der mehr als 1.000 Befragten für das Projekt. Auch im Stadtgebiet um Stuttgart herum hat der Widerstand der neuen Erhebung zufolge nachgelassen: Für „Stuttgart 21“ sprachen sich 59 Prozent aus, 35 sind für einen Stopp des Projekts, sechs Prozent stimmten mit unentschieden.

Zum Vergleich: Bei der Volksabstimmung im vergangenen Jahr wollten 47 Prozent der Stuttgarter Bürger einen Ausstieg aus dem Bauvorhaben erwirken. Vor der Wahl des neuen Stuttgarter Oberbürgermeisters waren es immerhin noch 37 Prozent.

Selbst in den Reihen der Grünen-Wähler ist die Akzeptanz für das Projekt Bahnangaben zufolge deutlich gestiegen: Während sich 2011 bei einer Erhebung nur 36 Prozent für den Bau aussprachen, sind es heute 45 Prozent. Unter den SPD-Anhängern stimmten aktuell 67 Prozent für den Weiterbau, bei den CDU-Wählern waren es 86 Prozent.

Auffällig sei, dass vor allem Jüngere das Projekt befürworten, sagte Dietrich.

Volksabstimmung für Kretschmann rückblickend wichtig

Der baden-württembergische Industrie- und Handelskammertag begrüßte die Ergebnisse der Umfrage. Der Bürgerentscheid sei bereits ein eindeutiges Votum gewesen, das durch diese Befragung nochmals in eindrucksvoller Weise bekräftigt werde, sagte Präsident Peter Kulitz. Die Zunahme an Akzeptanz sollte nun den Gegnern des Tiefbahnhofes als Anlass dienen, das Projekt in positiver Weise zu begleiten, forderte Kulitz.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann nannte die Volksabstimmung zum ersten Jahrestag „richtig und erfolgreich“. Die grün-rote Koalition habe die Volksabstimmung in dieser Frage ebenfalls „befriedet“.