Vor dem Spiel beim VfB Stuttgart So ledert Kulttrainer Peter Neururer gegen den FC Schalke 04

Klare Kommandos, klare Ansagen: Peter Neururer in Aktion Foto: imago//Christoph Reichwein
Klare Kommandos, klare Ansagen: Peter Neururer in Aktion Foto: imago//Christoph Reichwein

Der Mann ist Kult, und seine Worte manchmal auch: Kulttrainer Peter Neururer legte nun mal wieder los. Und attackierte seinen Ex-Club FC Schalke 04 vor dem Gastspiel beim VfB Stuttgart am Samstag scharf.

Sport: Marco Seliger (sem)

Stuttgart - Vor dem Revierderby gegen Borussia Dortmund war die Welt für Peter Neururer (65) noch in Ordnung. Der sogenannte Kulttrainer drehte vor dem wegweisenden Spiel des FC Schalke noch eine Runde mit seiner Harley Davidson ums Ruhrgebiet – und war guten Mutes.

„Ich habe vor dem Spiel auf meiner Harley die frische Luft getankt und war wirklich hoffnungsvoll“, sagte Neururer dem „Reviersport“: „Ich habe mich dabei erwischt, wie ich mir auch einredete, dass es ein Derby ist, ein Spiel, das seine eigenen Gesetzte hat. Eben diese ganzen Floskeln.“

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Nach dem 0:4 gegen den BVB war dann alles anders. Aus den Floskeln wurde bittere Realität. „Da war mir klar, dass ich auch bisschen blöd gewesen bin“, berichtete Neururer – und lachte dabei bitterlich.

Keine Hoffnung mehr

An diesem Samstag nun trifft der abgeschlagene Tabellenletzte Schalke in der Bundesliga auswärts auf den VfB Stuttgart. Hoffnung auf den Klassenverbleib seines Ex-Vereins hat Neururer nicht mehr. „Wer daran wirklich noch glaubt, ist der größte Träumer auf der Erde“, sagte er.

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Zwölf Spieltage vor Saisonende haben die Königsblauen neun Punkte Rückstand auf den Relegationsrang. „Schalke muss in den Spiegel schauen und zusehen, dass die Saison 2021/2022 in der Zweiten Bundesliga geplant wird. Man darf nicht noch mehr Zeit verlieren“, sagte Neururer: „Es sind so viele Fehler in der Vergangenheit passiert, und das alles ist die Rechnung dafür.“

Kritik an Magath

Der Kultcoach geht bei seiner Analyse weit zurück. „Das alles begann mit dem Trainer Felix Magath und dem Manager Felix Magath. Er hat Fehler gemacht, die er nicht mehr kompensieren konnte, bis es eskalierte und er Schalke verließ. Er hinterließ einen Scherbenhaufen“, sagte Neururer – und legte dann so richtig los. Neururer gab Vollgas. So ähnlich wie vielleicht mit seiner Harley Davidson. Neururer lief heiß.

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Seine Ansagen kamen im Staccato-Takt: „Und die Situation wurde dann von Jahr zu Jahr schlechter. Auch als Schalke Vizemeister unter Domenico Tedesco wurde und Champions League spielte, war es alles andere als rosig auf Schalke. Da wurde vieles nur kaschiert.“

Schneider als Opfer?

Und weiter: „Die über Jahre gewachsene Blindheit von Personen, die die Situation nicht richtig einschätzen und analysieren konnten, haben den Verein in diese katastrophale Lage geführt. Die ärmste Sau von allen ist eigentlich Sportvorstand Jochen Schneider. Als er kam, war schon vieles kaputt. Aber er muss jetzt den Kopf dafür hinhalten.“




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