Wahl in den Niederlanden Signal der Vernunft

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Die Niederländer haben sich bei der Parlamentswahl gegen Populismus und Extremismus entschieden – gegen Geert Wilders also, der keine Chance hat, Regierungschef zu werden. Sie bleiben ein zuverlässiger Partner von EU und Nato, meint Helmut Hetzel.

Der Rechtspopulist Geert Wilders ist bedient – er landet abgeschlagen auf Platz zwei. Foto: dpa 9 Bilder
Der Rechtspopulist Geert Wilders ist bedient – er landet abgeschlagen auf Platz zwei. Foto: dpa

Den Haag - Die Niederländer haben eine deutliche Wahl getroffen: für Europa, gegen den Extremismus und gegen Geert Wilders, obwohl dessen Partei PVV leicht zulegen konnte. Mit dem klaren Votum für den amtierenden Haager Ministerpräsidenten Mark Rutte und für dessen rechtsliberale VVD stimmten sie für Stabilität. Sie stimmten gegen Experimente und einen ,,Nexit‘‘ – den Austritt aus der EU nach britischem Vorbild.

Lesen Sie hier: Newsblog zur Wahl in den Niederlanden.

Dieses Wählervotum ist eine klare Botschaft an die europäischen Länder, in denen bald auch gewählt wird: Frankreich und Deutschland. Es ist auch eine Absage an den populistischen Trend, wie er sich in den USA Bahn gebrochen hat. Marine Le Pen, die Chefin des französisch-nationalistischen Front National, und die deutsche AfD-Vorsitzende Frauke Petry werden das Wahlergebnis betrübt betrachten.

Grünen gewinnen sensationell hinzu

Sensationell ist das Abschneiden der Grünen (GL). Ihr 30-jähriger Spitzenkandidat Jesse Feres Klaver – genannt JFK nach seinem Vorbild John F. Kennedy – erzielte einen grandiosen Wahlsieg und konnte die Zahl der GL-Abgeordneten im Parlament fast versechsfachen. Ihr Waterloo erlebten die Sozialdemokraten, die zur Splitterpartei degradiert wurden. Die Koalitionsverhandlungen werden schwierig und wohl auch langwierig. Wahrscheinlich ist nun eine Regierung aus VVD (Rechtsliberale), Demokraten´66 (Linksliberale), Christdemokraten (CDA) und Grünen (GL). Aber das Land bleibt ein zuverlässiger Partner von EU und Nato. Die Holländer haben ihre Vernunft sprechen lassen.