Waiblingen Absturz in die Freiheit

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Wie war das Leben in der DDR wirklich? Dieser Frage spürt die Ausstellung „Die heile Welt der Diktatur“ nach, die im Landratsamt in Waiblingen zu sehen ist.

Für viele war der Westen zwar verlockend, der Osten aber sicher. Foto: Frank Eppler
Für viele war der Westen zwar verlockend, der Osten aber sicher. Foto: Frank Eppler

Waiblingen - Die Interpretation oszilliert zwischen Verklärung und Verteufelung. Doch wie war es wirklich, das Leben in der DDR? Dieser Frage spürt die Ausstellung „Die heile Welt der Diktatur“ nach, die von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gemeinsam mit dem Nachrichtenmagazin „Stern“ erarbeitet wurde und nun im Landratsamt in Waiblingen zu sehen ist. Die Bilder des Hamburger Fotografen Harald Schmitt, langjähriger „Stern“-Korrespondent in der DDR, und die Texte des Historikers Stefan Wolle, der aus Halle an der Saale stammt, laden ein zu einer Zeitreise in eine heute immer fremder anmutende, vergangene Lebenswirklichkeit.

Die Ausstellungsmacher beleuchten zahlreiche Facetten des Alltags in der DDR. Glaube, Liebe, Hoffnung spielen dabei eine Rolle, aber auch die Gemeinschaft, das Aufwachsen, Arbeit, Kultur und Sport, der Widerstand und der Mangel, der Westen und der liebe Gott. Einer der Kernbegriffe in ihrer Erkundung der versunkenen Alltagskultur heißt „Geborgenheit“, die nach Schmitts und Wolles Meinung einer der Schlüssel zum Verständnis der DDR ist.

„Die SED erklärte die Menschenrechte zum Propagandaschwindel der westlichen Medien und setzte die sozialen Rechte dagegen, die angeblich in der DDR verwirklicht waren“, heißt es in einem der Texte. Es sei suggeriert worden, dass diese Rechte den ganzen Menschen wie ein schützender Kokon umspannten, und viele Menschen hätten diese Vorstellung verinnerlicht.