Waiblingen Ein Plädoyer für Partnerschaften

Frank Mastiaux, Vorstandsvorsitzender der EnBW, sprach beim Neujahrsempfang in Waiblingen darüber, was sich durch die Energiewende alles ändert. Foto: Gottfried Stoppel
Frank Mastiaux, Vorstandsvorsitzender der EnBW, sprach beim Neujahrsempfang in Waiblingen darüber, was sich durch die Energiewende alles ändert. Foto: Gottfried Stoppel

Beim IHK-Neujahrsempfang geht es um die gute Zusammenarbeit der Unternehmen im Rems-Murr-Kreis – und darum, dass auch die Energiewende nur gemeinsam zu schaffen ist.

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Waiblingen - Für die Wirtschaft im Rems-Murr-Kreis sei 2013 ein gutes Jahr gewesen, sagte der Bezirkskammerpräsident Claus Paal beim Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rems-Murr im Waiblinger Bürgerzentrum vor rund 700 Besuchern: „Nach den schwierigen Jahren 2008 und 2009, die wir zwar hinter uns gelassen haben, die wir aber weder vergessen können, noch vergessen sollten, durften wir jetzt mehrere gute Jahre in Folge erleben.“ Seit jener Krise pendele der IFO-Konjunkturzyklus zwischen Boomphasen und kurzen Abschwungphasen. Rezessionsphasen würden jedoch zurzeit nicht durchschritten – „für mich ein interessanter Effekt, der aber auch zeigt, dass die Lage, in der sich unsere Wirtschaft aktuell befindet, stabil ist.“

Positiv für die Unternehmer im Rems-Murr-Kreis sei auch das Umfeld im Kreis. Ein Beispiel für die gute Zusammenarbeit sei die Fachkräfteallianz „Fair“. Ein Bündnis zwischen IHK, Kreishandwerkerschaft, Südwestmetall und der Agentur für Arbeit, das in Kooperation mit der Kreiswirtschaftsförderung und dem Staatlichen Schulamt mittlerweile viele Maßnahmen angepackt und teilweise bereits erfolgreich umgesetzt habe. Paal: „Übrigens sind es so viele, dass ein Jahr nach der Gründung eine Sondersitzung einer Arbeitsgruppe notwendig wurde, um einmal einen Überblick über alles Begonnene herzustellen.“

Ziel der Allianz sei es, Antworten auf den Fachkräftemangel zu finden, „der jetzt seit einiger Zeit bei uns angekommen ist“. Dazu gehöre im Übrigen auch, in steigendem Maß zusätzliche Fachkräfte aus dem Ausland herzuholen – „ohne Angst, ohne Populismus, mit klarer Strategie“. Andererseits biete die Fachkräfteproblematik darüber hinaus eine große Chance für die duale Ausbildung. „Sie rückt wieder deutlicher in den Fokus und ist eine attraktive Alternative zum Studium.“

Dass die Maßnahmen greifen, das zeige sich nicht zuletzt in den einschlägigen Statistiken. Was die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge angehe, hebe sich der Rems-Murr-Kreis deutlich vom Trend im Land und in der Region Stuttgart ab. Dort seien zum Jahresende 2013 Rückgänge von vier bis neun Prozent gemeldet worden. „Wir hier im Rems-Murr-Kreis sind mit über zwei Prozent im Plus. Ein glänzendes Ergebnis, das in Zukunft mangels Bewerbern nur noch schwer erreichbar sein wird.“

Ein Schwerpunktthema beim IHK-Neujahrsempfang am Donnerstagabend war die Zukunft der Energieversorgung. Als Gastredner umschrieb der Vorstandsvorsitzende der Energie Baden-Württemberg (EnBW), Frank Mastiaux, seine Festrede zum Thema „Energiewende gemeinsam machen“ als ein „Plädoyer für innovative Partnerschaften in Baden-Württemberg“. Die Umwälzungen im Energiebereich verglich er dabei mit den Veränderungen während der Elektrifizierung vor gut hundert Jahren.

Die ganze Energiebranche stehe dabei gewaltig unter Druck. Im Zusammenhang mit der Energiewende gelte es, vergleichbar mit den Entwicklungen für die Unternehmen, „ein neues Rollenverständnis zu finden, oder zu verschwinden“. Damit gehe für die EnBW auch ein kompletter Wandel in der Unternehmenskultur einher. Alle Angebote würden strikt an den Bedürfnissen der Kunden ausgerichtet. Im Sinne einer partizipativen Strategie habe das Unternehmen auch schon eine Vielzahl an Beteiligungsprojekten vorzuweisen. Mastiaux umschrieb den Umbruch im eigenen Energieversorgungsunternehmen auf sehr bildhafte Weise: „Der Elefant ist aufgestanden, jetzt müssen wir ihn vollends zum Tanzen bringen.“




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