Waldbrände in Algerien, Griechenland und Italien Diese Regionen im Mittelmeerraum waren oder sind betroffen

Seit Wochen kämpfen Menschen im Mittelmeerraum gegen Waldbrände. Foto: dpa/Emre Tazegul 5 Bilder
Seit Wochen kämpfen Menschen im Mittelmeerraum gegen Waldbrände. Foto: dpa/Emre Tazegul

Etliche Länder im Mittelmeerraum kämpfen derzeit mit schweren Waldbränden. Ein Überblick über die betroffenen Regionen und die neuen Brandherde.

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Algier, Athen, Rom, Ankara - In etlichen Ländern am Mittelmeer konnten die dort wütenden Waldbrände noch nicht unter Kontrolle gebracht werden. Allein in Griechenland waren in den vergangenen Tagen im ganzen Land 586 Feuer ausgebrochen. Besonders schwer betroffen ist derzeit die Insel Euböa. In Algerien sind mindestens sieben Menschen durch die Brände ums Leben gekommen. Auch in Italien wüten dutzende Brände. In der Türkei hat sich die Lage inzwischen etwas entspannt.

Die nachfolgende Karte liefert einen Überblick über die Regionen, die in diesem Sommer von den Bränden betroffen sind oder waren.

Mindestens sieben Opfer in Algerien

Bei Waldbränden in Algerien sind mindestens sieben Menschen getötet worden. Zwei weitere seien zudem schwer verletzt worden, teilte die Zivilschutzbehörde des nordafrikanischen Landes am Dienstag mit. Die Feuer seien in der Region Tizi Ouzou rund 150 Kilometer östlich der Hauptstadt Algier ausgebrochen. Insgesamt wüteten derzeit 19 Feuer in 14 Regionen im Osten und Westen des Landes. In der Provinz Medea 80 Kilometer westlich von Algier wurden Medienberichten zufolge drei mutmaßliche Brandstifter festgenommen.

Griechische Insel Euböa besonders betroffen

Auf der griechischen Insel Euböa versucht die Feuerwehr weiter verzweifelt, die Kleinstadt Istiaia vor den verheerenden Waldbränden zu schützen. Am Dienstagmorgen kämpften die Einsatzkräfte noch gegen mehrere Feuerfronten rund um die Stadt mit ihren 7000 Einwohnern. „Wir erwarten Unterstützung aus der Luft, aber wir wissen noch nicht, ob der Rauch die Flüge zulässt“, sagte der Bürgermeister von Istiaia, Giannis Kotzias, im Fernsehsender ERT.

Im nahegelegenen Dorf Avgaria überwanden die Flammen in der Nacht eine erst am Montagabend geschlagene Schneise, wie die Nachrichtenagentur Ana berichtete. Das Feuer richtete in der Ortschaft aber keine größeren Schäden an. Andere Brandschneisen sollen laut Ana die Dörfer Kamaria und Kastaniotissa schützen.

An der Straße zum Dorf Kamatriades versuchten am Abend mehrere Dorfbewohner, eine Ausbreitung der Flammen zu verhindern. „Wenn das Feuer hier weiterkommt, ist es vorbei“, sagte ein junger Mann.

Der Bürgermeister von Istiaia äußerte sich am Dienstagmorgen recht optimistisch über die Situation bei Kamatriades. „Wir haben es geschafft, diese Front unter Kontrolle zu bringen“, sagte Kotzias. Vor allem die Hubschrauber hätten bei den Löscharbeiten am Montag „sehr geholfen“. „Wenn wir das von Anfang an gemacht hätten, hätten wir diese Zerstörung verhindern können“, sagte er.

Hilfeaufruf in Italien

Auch in Italien brennen derzeit zahlreiche Feuer in Wäldern, auf Feldern und teilweise an bewohnten Gegenden. Im Kampf gegen die Waldbrände in Italiens Süden ruft der Nationalpark Aspromonte weiter um Hilfe. Leider habe trotz der Appelle nur ein Löschflugzeug die Löscharbeiten in dem Naturschutzgebiet in Kalabrien an der italienischen Stiefelspitze unterstützt, erklärte Park-Präsident Leo Autelitano in der Nacht zu Dienstag. Es werde sofort weitere Hilfe benötigt.

Für Dienstag und Mittwoch sagten die Meteorologen außerdem eine Hitzewelle für weite Teile Italiens voraus. Auf den großen Inseln erwarteten die Experten teilweise bis zu 45 Grad Celsius. Das Waldbrandrisiko bleibt durch die anhaltenden Trockenheit und heiße Winde deshalb weiter hoch.

Feuer in Türkei weitestgehend unter Kontrolle

In der Türkei hat sich die Gesamtlage inzwischen etwas entspannt. Die meisten Brände sind nach offiziellen Angaben unter Kontrolle. Starker Wind hat allerdings in der Südwesttürkei einen Brand weiter angeheizt. Flammen und Rauch schlugen am Dienstag im Bezirk Köycegiz in die Höhe, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Durch das gebirgige Gelände könnten die Einsatzkräfte den Brand vom Land aus schlecht erreichen und bekämpften die Flammen aus der Luft.

Seit Ende Juli waren in der Türkei mehr als 200 Feuer ausgebrochen, darunter 16 große Waldbrände. Mehr als die Hälfte der 81 Provinzen waren betroffen. Besonders große Zerstörung hat das Feuer in den Küstenprovinzen Antalya und Mugla angerichtet.

Die Bildergalerie zeigt Eindrücke aus den unterschiedlichen Ländern und Regionen.




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