Wasserversorgung in Friolzheim Trinkwasser wird um mehr als 50 Prozent teurer

Die Gebühr für den Trinkwasserverbrauch steigt deutlich. Foto: picture alliance/dpa/Bernd Weißbrod

Der Gemeinderat Friolzheim hat beschlossen, die Verbrauchsgebühren für Trinkwasser und Abwasser deutlich zu erhöhen. Mit diesen Kosten müssen die Bürger jetzt rechnen.

Digital Desk: Annika Mayer (may)

Wasser und Abwasser werden für die Friolzheimer teurer, das hat der Gemeinderat kürzlich beschlossen. Die Gebühr für den Trinkwasserverbrauch steigt für 2024 und 2025 deutlich.

 

Ein Kubikmeter Wasser kostet dieses Jahr statt 1,44 Euro nun 2,26 Euro. Hinzu kommt noch die Mehrwertsteuer von sieben Prozent. Eine vierköpfige Familie, die 150 Kubikmeter Wasser pro Jahr verbraucht, zahlt dann statt 231 Euro jährlich 363 Euro jährlich. Hinzu kommt noch die monatliche Grundgebühr, die sich nach der Wasserzählergröße richtet. Im kommenden Jahr soll es noch einmal teurer werden: Dann steigt die Gebühr für einen Kubikmeter verbrauchten Wassers auf 2,42 Euro. Bei einem Vier-Personen-Haushalt schlägt das durchschnittlich mit 389 Euro für das Jahr zu Buche, Mehrwertsteuer miteingerechnet.

Die Kosten für die Unterhaltung des Wassernetzes sind gestiegen, erklärte Kämmerin Pia Hasenmaier im Gemeinderat. Genauso wie die Betriebsstromkosten, die durch Inflation und Energiekrise in die Höhe geschnellt sind. Außerdem gibt es aus den Vorjahren im Bereich Trinkwasserversorgung noch finanzielle Defizite, die durch die höhere Gebühren ausgeglichen werden sollen.

Das kostet das Abwasser

Auch in der Abwasserbeseitigung sind die Kosten gestiegen. Die Gebühr für einen Kubikmeter Schmutzwasser liegt nun bei 2,37 Euro statt bisher 1,88 Euro. Die Niederschlagswassergebühr, die pro Quadratmeter versiegelter Fläche erhoben wird, steigt um 10 Cent auf 0,44 Euro. Die Kostensprünge beim Abwasser ergeben sich daraus, dass in vergangenen Jahren Überschüsse ausgeglichen werden mussten und deshalb Gebühren gesenkt wurden, so der Gemeinderat.

Während die neuen Abwassergebühren einstimmig vom Gemeinderat beschlossen wurden, gab es beim Trinkwasser mehr Diskussionsbedarf. Die Verwaltung schlug vor, die Verbrauchsgebühr auch für 2024 auf 2,42 Euro zu erhöhen. Es gehe nicht darum, Gewinn zu machen, sondern die Kosten zu decken, so Bürgermeister Michael Seiß. „Wenn die Kosten nicht an die Bürgerschaft weitergegeben werden, bleibt ein Defizit im Haushalt.“ Michael Welsch (Freie Wählervereinigung) sprach sich dagegen für eine niedrigere Gebühr aus mit Blick darauf, wie man die hohen Kosten den Bürgern vermittelt. Sein Antrag, die Gebühren für 2024 und 2025 zu staffeln, wurde schließlich mehrheitlich beschlossen.

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