Wechsel in Waiblingen Ralph Walter wird oberster Chef der Kreissparkasse

Vom aktuellen Vorstand der Kreissparkasse Waiblingen wird nur noch einer übrig bleiben: Ralph Walter (links) übernimmt zum Jahreswechsel den Vorsitz von Ines Dietze, die nach Göttingen wechselt. Lothar Kümmerle geht in den Ruhestand. Foto: Gottfried Stoppel

Nach dem überraschenden Weggang von Ines Dietze rückt das langjährige Vorstandsmitglied an die Spitze des Gremiums. Allzu lange wird er den Posten aber nicht ausüben.

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)

Waiblingen - „Auf der Zielgeraden seiner beruflichen Karriere“ – so drückt es der Landrat und Verwaltungsratsvorsitzende Richard Siegel aus – wird Ralph Walter das Ruder bei jenem Bankbetrieb übernehmen, dem er seit Antritt seiner Lehre im Jahr 1976 treu geblieben ist. Der 61-Jährige rückt zum 1. Januar an die Spitze des Vorstandsgremiums, in dem er bereits seit 14 Jahren für das Geschäftskundengeschäft verantwortlich zeichnet. Die Besetzung war nötig geworden, weil die amtierende Vorstandschefin, Ines Dietze, überraschend ihren Wechsel nach Göttingen angekündigt hatte.

 

Walter soll Generationenwechsel gewährleisten

Walter solle „mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung einen reibungslosen Generationenwechsel im Vorstand gewährleisten“, heißt es in einer Mitteilung der Kreissparkasse. Denn neben Ines Dietze verlässt auch Lothar Kümmerle das bisher dreiköpfige Gremium zum Jahresende, dies allerdings in Richtung Ruhestand.

Kümmerles Position soll Uwe Burkert übernehmen. Der bisherige Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ist bereits zum Anfang dieses Monats in die Vorstandsetage der Kreissparkasse eingezogen. Um den „bewährten Dreier-Vorstand langfristig zu komplettieren“ würden in den kommenden eineinhalb Jahren nun noch zwei neue Vorstandsmitglieder gesucht, denn auch Ralph Walters (Vor-)Ruhestand ist offenkundig absehbar. Dieser soll seine Erfahrung einbringen, „um als Brückenbauer in die Zukunft eine personelle Neuausrichtung im Vorstand der Kreissparkasse Waiblingen zu ermöglichen“, so der Verwaltungsratsvorsitzende Sigel.

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Dieser muss nun schon zum zweiten Mal innerhalb von nur vier Jahren gewissermaßen aus der Not heraus einen neuen Verantwortlichen für die nach der Bilanzsumme fünftgrößte Kreissparkasse im Land finden. Die 54-jährige Ines Dietze war zunächst 2015 als Verantwortliche für das Privatkundengeschäft in den Vorstand berufen worden und dann als erste Frau überhaupt zur Vorsitzenden aufgerückt, nachdem ihr Vorgänger Bernd Fickler 2017, nach fünf Jahren, hatte abdanken müssen. Wegen Unregelmäßigkeitsvorwürfen hatte der damals 51-Jährige, der bereits für einen Generationenwechsel stand, einen Aufhebungsvertrag unterschrieben.

Kündigung kurz nach Vertragsverlängerung

Dietzes Vertrag mit der Kreissparkasse wiederum war gerade erst um weitere sechs Jahre verlängert worden, als sie den Landrat Anfang Mai darüber informierte, dass sie ihn nicht mehr erfüllen wolle. Die Gründe für ihren Wechsel in gleicher Funktion zur deutlich kleineren Sparkasse Göttingen hat die Frau, die auf der Ostseeinsel Rügen aufgewachsen ist, bisher offen gelassen. Der Landrat hatte betont, die Entscheidung zu bedauern, „mit Blick auf ihren Wohnsitz in Hannover“ aber Verständnis für diese „persönliche Entscheidung“ geäußert.

Der künftige Vorstandschef

Der 61-jährige Ralph Walter hat seine Karriere 1976 mit der Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Kreissparkasse Waiblingen begonnen. Bevor er 2007 zum Vorstandsmitglied gewählt wurde, war er Marktbereichsleiter der Direktion Backnang. Er steuert das Firmenkundengeschäft inklusive der Spezialfinanzierungen, das Vertriebsmanagement Firmenkunden, das Handelsgeschäft sowie das Private Banking. Walter ist verheiratet und hat eine erwachsene Tochter.

Mit einer Bilanzsumme von zuletzt 9,6 Milliarden Euro und rund 1400 Beschäftigten zählt die Kreissparkasse Waiblingen zu den fünf größten Sparkassen in Baden-Württemberg.

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