Esslingen - Ein Zaun soll das Infektionsgeschehen im Zaum halten: Der Esslinger Weihnachts- und Mittelaltermarkt werde wie geplant am kommenden Dienstag, 23. November, starten, bekräftigten Oberbürgermeister Matthias Klopfer und Stadtmarketingchef Michael Metzler am Freitag in einer kurzfristig anberaumten Online-Pressekonferenz. Doch am Rathaus- und am Marktplatz sowie am Hafenmarkt würden Zäune aufgestellt. An sieben Prüfzelten sollen außerdem 2-G-Kontrollen durchgeführt werden, so Klopfer und Metzler. Nur vollständig Geimpfte und Genesene dürfen die Budenstadt betreten.
Signal für die Innenstadt
Im legeren Jogging-Anzug schaltete sich der neue Rathauschef Klopfer zu der Pressekonferenz hinzu. Er habe sich auf einen entspannten Tag und das Schreiben einer Rede gefreut, gestand der Oberbürgermeister. Doch Corona habe alle Pläne durcheinandergewirbelt – wie so oft. Natürlich sei angesichts steigender Infektionszahlen über eine Absage des Weihnachts- und Mittelaltermarktes nachgedacht worden. Doch nach jetzigem Planungsstand werde die Veranstaltung über die Bühne gehen. An der frischen Luft und unter freiem Himmel sei die Infektionsgefahr nach Einschätzung vieler Virologen gering, das Hygienekonzept der Stadt sei ausgereift und gut durchdacht. Die bekannten Regeln wie das Abstandhalten, das Tragen einer Maske und das Niesen in die Armbeuge könnten beim Weihnachtsmarkt mit seiner vergrößerten Fläche und seinem abgespeckten Angebot eingehalten werden. Die Stadt habe auch Marktbeschickern und Standbetreibern eine wirtschaftliche Perspektive bieten wollen. Und es gehe darum, ein Signal für die Innenstadt auszusenden: „Der Einzelhandel ist nach 21 Monaten Pandemie schon genug gebeutelt.“ Politik müsse abwägen, so Klopfer: „Darum investieren wir Geld und Personal in eine Verbesserung der Situation.“
Ein Zaun mit 1,20 Metern Höhe
Doch die Bilder in den Köpfen vieler Freunde des Esslinger Weihnachtsmarkts müssten korrigiert werden, warnt Michael Metzler schon einmal vor: „Der Weihnachtsmarkt wird anders aussehen als in den Vorjahren.“ Die Festfreude wird wortwörtlich begrenzt: Die Einhegung des Marktes wird laut Metzler jedoch nicht mit einem optisch wenig ansprechenden Bauzaun erfolgen, sondern werde eher einer von Konzerten bekannten Abgrenzung mit einer Höhe von 1,20 Metern gleichen. Ein Überspringen oder Überklettern dieser Absperrungen befürchtet er nicht. Sicherheitskräfte seien im Einsatz. Die Stadt nehme einen hohen fünfstelligen Betrag für Personal und Organisation in die Hand. Die genaue Höhe könne erst nach weiteren Berechnungen beziffert werden.
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Sicher ist aber, dass Ungeimpfte draußen bleiben müssen. Zugang zum Festgelände haben nur Geimpfte und Genesene. In den bereits zuvor vorgesehenen Prüfzelten an den Zugängen zum Markt würden die entsprechenden Nachweise kontrolliert, so Metzler. Sind die Papiere in Ordnung, erhalten die Besucher Armbändchen. Deren Farbe wechselt täglich. Nach ursprünglicher Planung sollten nur Besucher, die ein Gastronomieangebot nutzen wollen, ein solches Band erhalten. Nun besteht diese Verpflichtung für alle Marktbesucher. Die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gilt ebenfalls verbindlich auf dem gesamten Festgelände. Nur wer etwas verzehrt, darf die Maske ablegen.
Kein Zugang für Ungeimpfte
Auch die Anzahl der Marktbesucher soll begrenzt werden. Die genaue Anzahl soll in den nächsten Tagen festgelegt werden. Es sei auch kein Problem, so Metzler, im Bedarfsfall auf die „2-G-Plus-Regelung“ aufzustocken. Dann müssten Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Coronatest vorlegen, um auf das Marktgelände zu dürfen.
Feststimmung hinter Zäunen sei eine umstrittene Sache, gab Klopfer zu. Doch er und Metzler setzen auf das Verständnis und die Einsicht der Marktbesucher und deren Freude darüber, dass die Veranstaltung überhaupt stattfindet. Es könne auch sein, dass aktuelle Bestimmungen und Veränderungen der Infektionslage ein weiteres Umdenken erfordern, so Matthias Klopfer: „Es ist eine dynamische Lage. Denn stündlich kommen neue Meldungen.“