Weilheim Neue Chance für alte Bahnlinie?

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Die Gleise zwischen Göppingen und Bad Boll auf der einen Seite und zwischen Kirchheim und Weilheim auf der anderen sind überwuchert. Doch es gibt Bestrebungen, die vor Jahrzehnten stillgelegte Bahnlinie zu reaktivieren.

Führt bald wieder ein Schienenstrang von Kirchheim in Richtung Schwäbische Alb und Göppingen? Die Landratsämter Esslingen und Göppingen loten die Chancen aus. Foto: Horst Rudel
Führt bald wieder ein Schienenstrang von Kirchheim in Richtung Schwäbische Alb und Göppingen? Die Landratsämter Esslingen und Göppingen loten die Chancen aus. Foto: Horst Rudel

Kirchheim/Weilheim - Die Überlegungen, eine kreisübergreifende Bahnverbindung zwischen den Städten Kirchheim und Göppingen zu schaffen, nehmen Gestalt an. Bis Herbst dieses Jahres soll das Ergebnis einer Untersuchung vorliegen, die aus der Vision einen mit fassbaren Zahlen hinterlegten Plan machen soll.

Nachdem zuletzt die Rathauschefs der Anliegergemeinden entlang der rund 25 Kilometer langen Trasse das Projekt im Schulterschluss mit den Grünen-Wahlkreisabgeordneten Andreas Schwarz (Kirchheim) und Alexander Maier (Göppingen) wieder auf die politische Tagesordnung gelupft haben, sind jetzt auch die beiden Landkreisverwaltungen auf den Zug aufgesprungen. In deren Auftrag prüft das Büro Brenner Bernard Ingenieure aus Aalen derzeit, unter welchen Bedingungen es Sinn macht, die Pläne weiterzuverfolgen. Die Aalener Verkehrsplaner sollen die bereits bestehenden Untersuchungen und Ergebnisse zusammenfassen, die Verkehrsnachfrage aktualisieren und sie um eine Bewertung eines Schnellangebots ergänzen. Außerdem sollen sie in einem überschlägigen Fazit aufzeigen, ob eine wirtschaftlich Erfolg versprechende Reaktivierung möglich erscheint und in welchem Rahmen und zu welchem Preis vertiefende Untersuchungen zielführend sein könnten.

Federführung hat der Kreis Göppingen

„Wir haben uns darauf verständigt, dass der Landkreis Göppingen für die Untersuchung die Federführung übernehmen wird und sich die beiden Landkreise die Kosten hälftig teilen“, hat der Esslinger Landrat Heinz Eininger kürzlich vor dem Finanz- und Verwaltungsausschuss des Esslinger Kreistags bekannt gegeben. Von den geteilten Kosten werden die von einem möglichen Bahnanschluss profitierenden Kommunen für ihren jeweiligen Landkreis die Hälfte der Kosten übernehmen.

Die Grundlage der schon vor 20 Jahren angestoßenen Überlegungen sind die beiden Schienenstränge, die früher die Stadt Göppingen mit der Göppinger Kreisgemeinde Bad Boll einerseits und die im Kreis Esslingen liegenden Städte Kirchheim mit der Stadt Weilheim andererseits verbunden haben. Über die beiden noch in großen Teilen existierenden, aber schon vor Jahrzehnten stillgelegten Schienenwege hinaus hält der aktuelle Entwurf des Verkehrsplans der Region Stuttgart auch eine mögliche Trasse zwischen Weilheim und Bad Boll frei. Mit einem möglichen Lückenschluss zwischen der 7,7 Kilometer langen Teckbahn und der 12,4 Kilometer langen Voralbbahn könnte das gesamte Hinterland an das regionale Schienennetz angeschlossen werden. Unterstützt werden die Bemühungen unter anderem von dem Verein Ein neuer Zug im Kreis, der sich die Wiederaufnahme des Verkehrs auf der Voralbbahn zum Ziel gesetzt hat und mit regelmäßigen Rodungsaktionen verhindert, dass die Trasse dem endgültigen Verfall anheimfällt.

Die Voralbbahn ist im Jahr 1926 eingeweiht worden. Am 27. Mai 1989 fuhr der letzte fahrplanmäßige Personenzug. Güterverkehr war bis zum 25. September 1994 möglich. Auf der Teckbahn ist die erste Dampflok im Jahr 1908 auf die Gleise gesetzt worden. Der Personenverkehr dort ist 1982 auf Bahnbusse umgestellt worden. Drei Jahre später wurde dann auch der Güterverkehr im Abschnitt Holzmaden–Weilheim aufgelassen, der Abschnitt im März 1988 offiziell stillgelegt und entwidmet.




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