Die Wilhelma kann zufrieden auf das vergangene Jahr blicken: Nach Auskunft von Pressesprecher Birger Meierjohann kamen 2023 mit 1,8 Millionen so viele Besucher wie nie zuvor. In den Corona-Jahren 2021 waren es 994 000 Besucher, 2020 waren es 805 000 und 2019 wurden 1,6 Millionen Gäste in der Wilhelma gezählt. Direktor Thomas Kölpin führt das satte Plus von mehr als zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr bei den Besucherzahlen in erster Linie auf die Eröffnung der Australienwelt im vergangenen Juli zurück.
Koalas und Quokkas erobern die Besucherherzen
Mit verantwortlich für die Rekordzahlen: die Koalas, die Publikumslieblinge der Terra Australis. Stolz ist die Wilhelma aber auch auf ihre tierische Rarität, die es in keinem anderen Zoo Europas gibt: die Kleinkänguru-Art der Quokkas mit ihrem lächelnden Gesichtsausdruck. „Kein Wunder, dass ihnen die Herzen unserer Besucher zufliegen“, sagt Kölpin. Als weitere Attraktion konnte die Eröffnung des Asiatischen Schaubauernhofs gefeiert werden, dort werden asiatische Nutztiere und beispielhafte Kulturpflanzen präsentiert. Auf dem Reisfeld wurden zum ersten Mal 20 Kilogramm Reis geerntet. Aktuell ist die Anlage für Sibirische Tiger im Bau.
Erfolgreiche Nachzuchten
Die Wilhelma blickt auch auf die erfolgreiche Nachzucht bedrohter Arten: Freude gab es besonders übers den Nachwuchs bei den Schneeleoparden bei dem 13 Jahre alten Weibchen Kailash. Zudem wurden bei den Servalen Zwillinge geboren, nur wenige Monate nachdem das Pärchen Nio und Duma seine neue Anlage bezogen hatte. Kurz vor Weihnachten gab es Kindersegen bei den Bonobos. Zum Jahreswechsel wurde bei den Hirschebern ein „Glücksschweinchen“ geboren. Nachwuchs gab es auch bei den Kea-Papageien und den Nashornvögeln. Rückschläge gab es beim Schabrackentapir: Das Kalb Mashuri starb nach dreiwöchiger Krankheit.
Artenschutz: Millionen-Marke geknackt
Der internationale Artenschutz profitierte besonders von der Wilhelma: Mit dem freiwilligen Artenschutz-Euro und der Spendenbereitschaft des Wilhelma-Fördervereins wurde erstmals die Schwelle von einer Million Euro an Spenden für den Artenschutz geknackt und an Projektpartner in aller Welt weitergegeben. Zahlreiche Events sorgten für Abwechslung, etwa die Wilden Wochenenden, Halloween oder der Christmas Garden, der noch bis 14. Januar zu erleben ist. Im Fachbereich Parkpflege, der alle landeseigenen Flächen in Stuttgart betreut, wurde ein neuer Spielplatz im Rosensteinpark mit dem Rosenstein-Dino eröffnet.
Herausforderung für die Wilhelma: steigende Energiekosten
Schwierig für den Zoo waren die in den vergangenen Jahren enorm gestiegenen Kosten für Energie, Futtermittel, Verbrauchsmittel und Gehälter. Deshalb werden vom 1. März an die Eintrittspreise erhöht. Der Einzeleintritt steigt für Erwachsene um zwei Euro, an den Kassen vor Ort wird die Preiserhöhung drei Euro betragen. Direktor Thomas Kölpin sagt, ihm sei es wichtig, dass die Wilhelma ein Ausflugsziel für die breite Öffentlichkeit bleibe, auch für Menschen mit kleinem Geldbeutel. „Nur so können wir unseren Bildungsauftrag erfüllen und möglichst viele Menschen für den Schutz der globalen Artenvielfalt begeistern.“