Willi Stein über das Finale bei „The Voice Senior“ „Wir sind alle enttäuscht und verärgert“

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Der Sachsenheimer Willi Stein hat es bis ins Finale von „The Voice Senior“ geschafft. Doch dann war Schluss. Den 68-Jährigen ärgert aber nicht sein Ausscheiden, sondern wie das Finale ablief.

Der Sachsenheimer Willi Stein sang im Finale als letzten Song „One Moment in Time“ von Whitney Houston. Foto: Sat.1
Der Sachsenheimer Willi Stein sang im Finale als letzten Song „One Moment in Time“ von Whitney Houston. Foto: Sat.1

Sachsenheim - Am Ende hat es doch nicht für den Sieg gereicht: Der 68-jährige Willi Stein aus Sachsenheim, der bei der Erstauflage der Sendung „The Voice Senior“ mit seiner schönen Tenorstimme bis ins Finale gekommen war, musste sich einem Rockmusiker aus Ostdeutschland geschlagen geben. Im Interview mit uns spricht er über seine Zeit bei The Voice, seine Enttäuschung im Finale und wie es jetzt weitergeht.

Herr Stein, leider hat es für den Sieg nicht gereicht. Wie empfanden Sie die Teilnahme an der Show rückblickend?

Auf der einen Seite war es sehr toll. Das Personal des Senders hat uns sehr gut behandelt und wir hatten alle eine sehr gute Zeit.

Aber?

Ich bin sehr enttäuscht darüber, wie das Finale abgelaufen ist. Unsere Gesangseinlagen waren am 1. Dezember vor großem Publikum aufgezeichnet worden. Das Voting am Ende fand dagegen live und ohne Publikum statt – und alle Coaches waren abwesend. Wir Finalisten wussten das davor nicht, das ist uns bitter aufgestoßen. Wir sind alle enttäuscht und verärgert.

Sie selbst haben im Finale „One Moment in Time“ von Whitney Houston gesungen. Warum haben Sie diesen Song gewählt?

Zum einen wollten meine Coaches von The Boss Hoss nicht, dass ich eine Arie singe. Zum anderen habe ich dieses Lied gewählt, weil es eine Herausforderung für einen Tenor ist – mit spektakulären Höhen am Ende. Außerdem ist der Song populärer als beispielsweise „Nessun Dorma“ aus Puccinis Turandot – obwohl Paul Potts damit 2007 bei „Britain´s Got Talent“ alle überzeugt hat.

Manche Medien haben Sie als den „Opern-Opa“ betitelt. Wie gefällt Ihnen das?

Ach, damit kann ich gut leben. Obwohl es nicht stimmt: Ich habe bei meinen Auftritten in der Sendung keine einzige Opern-Arie gesungen. Sendungsintern wurde ich übrigens schnell „der Klassiker“ genannt.

Bevor Sie in Rente gingen, arbeiteten Sie als Ingenieur. Sie wollten aber auch mal professioneller Tenor-Sänger werden.

Ja, ich habe eine Ausbildung in klassischem Gesang an der Opernschule in Stuttgart gemacht. Mein Lehrer meinte zu mir: „Mit dieser Tenorstimme musst du eine Musikerkarriere machen.“ Als ich dann aber meine Frau kennenlernte und wir Kinder bekamen, musste ich umdenken und mein gutes Ingenieurs-Einkommen behalten.

Ärgert sie das?

Nein, mein Gesangstalent steht bei mir an zweiter Stelle. An erster Stelle steht bei mir die Familie – das ist das Allerwichtigste.

Wie geht es jetzt für Sie weiter?

Ich bin Rentner, ich kann es ganz gelassen angehen. Ich bereite meine nächsten Auftritte vor. Der nächste ist am 20. Januar in Rechberghausen bei Göppingen. Dort trete ich beim Neujahrskonzert als Solist auf.