Wimsheim Gemeinde prüft Beteiligung an Netze BW

Von Brunhilde Arnold 

Die Firma betreibt im Land Verteilernetze für Gas und Strom. Es geht um 750 000 Euro.

Die Netze BW betreibt das Stromnetz in Baden-Württemberg. Foto: dpa/Martin Schutt
Die Netze BW betreibt das Stromnetz in Baden-Württemberg. Foto: dpa/Martin Schutt

Wimsheim - Wohin mit dem Geld, das die Kommunen auf der hohen Kante haben, in Zeiten von Niedrigzinsen? Die Heckengäu-Gemeinde Wimsheim besitzt zwar mit rund drei Millionen Euro eine relativ gut bestückte Rücklage, doch Geldanlagen der Gemeinde, wie etwa die im Maulbronn-Stromberg-Fonds, werfen im Vergleich zu früheren Jahren weniger Zinsen ab.

Mit etwa zwei Prozent könne man dieses Jahr rechnen, sagte Sophie Husar, die Kämmerin der 2800 Einwohner zählenden Gemeinde. Nun bietet die Netze BW GmbH, die zum Energie-Konzern EnBW gehört, den Kommunen im Land ein Beteiligungsmodell unter dem Namen „EnBW vernetzt“ an.

Zwischen 560 000 Euro und etwa 1,1 Millionen Euro

Die Netze BW GmbH betreibt Verteilernetze für Gas und Strom in Baden-Württemberg. Das Unternehmen bietet nun 550 Kommunen, die einen Konzessionsvertrag abgeschlossen haben, an, erstmalig zum 1. Juli 2020 mit Anteilen einzusteigen. Die Höhe der Anteile soll sich dabei nach der Gemeindegröße und dem Gas- und Stromverbrauch im Ort richten. Für Wimsheim könnte dieser Anteil zwischen 560 000 Euro und etwa 1,1 Millionen Euro liegen. Das Geld würde zunächst für fünf Jahre fest angelegt und mit 3,6 Prozent pro Jahr verzinst werden.

Es gelte jetzt zu prüfen, ob Wimsheim mit 750 000 Euro bei der Netze BW einsteigen solle, sagte der Bürgermeister Mario Weisbrich. Darüber entscheiden müsse dann der Gemeinderat. Keine grundsätzlichen Bedenken gegen diese Form der Geldanlage habe die Kommunalaufsicht, sofern sie für jede einzelne Kommune finanziell vertretbar sei, so Weisbrich.

Kommunen können beim Unternehmens mitsprechen

Neben den zu erwartenden Zinsen bestünde ein weiterer Vorteil des Modells darin, dass die Kommunen bei den Entscheidungen des Unternehmens, etwa in Sachen Ausbau der Verteilernetze, mitsprechen könnten, erklärte Mario Weisbrich. Gemeinderat Günter Stallecker von der Freien Wählervereinigung gab zu Bedenken, dass es sich dabei um eine unternehmerische Beteiligung handele. „Wenn etwas schiefgeht, sind wir auch dran. Darüber müssen wir uns klar sein“, sagte er. Aber grundsätzlich sei er schon dafür. Mario Weisbrich sagte, dass er so gut wie kein Risiko sehe.

Die Netze BW sei Inhaberin des Verteilernetzes. „Und die Wahrscheinlichkeit, dass der Netzbetreiber insolvent wird, halten wir für relativ ausgeschlossen.“ Auf die Frage, was passiere, wenn die Gemeinde während der fünfjährigen Laufzeit der Beteiligung das Geld benötige, entgegnete der Bürgermeister, dass man sich dann um ein günstiges Kommunaldarlehen bemühe, das es inzwischen fast zu null Prozent Zinsen gebe.