Die Innenentwicklung von Baltmannsweiler und das Tobias-Mayer-Quartier in Esslingen werden vom Land finanziell gefördert.

In den Verwaltungen von Esslingen und Baltmannsweiler dürfen die Sektkorken knallen. Denn die Stadt und die Gemeinde haben Grund zur Freude: Sie erhalten Finanzmittel vom Land Baden-Württemberg für ihre Wohnbauprojekte. Die genaue Höhe der Fördergelder wird noch ermittelt. Ein Vorzeigeprojekt der Stadt Esslingen findet auch anderswo Beachtung. Auf dem etwa drei Hektar großen, teils historischen Tobias-Mayer-Areal im Stadtteil Hohenkreuz soll voraussichtlich von Ende 2023 an ein vielfältiges Wohnquartier mit bezahlbaren Wohnungen und einem Mix aus Bebauung und Grünflächen entstehen. Das Vorhaben auf dem Gebiet zwischen der Tobias-Mayer-Straße und der Palmstraße im Esslinger Norden hat auch das Stuttgarter Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen überzeugt, das dafür Gelder im Rahmen der Wohnraumoffensive Baden-Württemberg und deren Baustein „Innovativ Wohnen BW“ zur Verfügung stellt.

Unterstützungswürdig ist das Projekt nach Ansicht der Behörde aufgrund der gemeinschaftlichen Realisierung durch die Esslinger Wohnungsbaugesellschaft (EWB), Kooperationspartner, die Stadtverwaltung und die Einwohnerschaft. Positiv würden auch Kennzeichen wie die innovative Projektsteuerung sowie die flexible Zusammenarbeit zwischen klassischen Wohnbauakteuren und Wohnprojektgruppen gesehen.

In Baltmannsweiler soll es ebenfalls vorangehen. Gründe zur Förderung sieht das Ministerium viele: Die Gemeinde wolle die Potenziale ihres Ortskerns ausloten und dort am Gemeinwohl orientierten Wohnraum schaffen. Die Mitte der 5600-Einwohner-Kommune solle in ein lebendiges, gemischtes Wohnquartier umgewandelt werden. „Die Bürgerschaft soll dabei beteiligt und der Prozess wissenschaftlich begleitet und dokumentiert werden“, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums. Ziel sei ein Instrumentenkasten, der auch auf andere Kommunen angewandt werden könne.

Die beiden Projekte aus dem Landkreis Esslingen wurden zusammen mit drei weiteren Vorhaben in Ludwigsburg, Schorndorf und Neuried in einem zweistufigen Auswahlverfahren von einem Fachgremium ausgewählt. Insgesamt werden fünf Millionen Euro an Geldern ausgeschüttet. Ihre genaue Höhe steht aber noch nicht fest. In einem weiteren Schritt, so teilt das Stuttgarter Ministerium mit, sollen Gespräche mit den Projektträgern geführt und soll gemeinsam über einen möglichen Förderrahmen diskutiert werden. Die Geldsumme soll festgelegt werden, damit die Projektträger mithilfe dieser Daten passgenau ihren Antrag ausformulieren und stellen können.

Der Projektaufruf war im Frühling 2022 auf eine große Resonanz getroffen. Etwa 80 Bewerbungen waren laut dem Ministerium aus allen Landesteilen eingegangen. Anträge konnten von Kommunen, städtischen Wohnungsbaugesellschaften, Genossenschaften, Vereinen oder privaten Bauherren gestellt werden. Unterstützungswürdig seien kreative, alltagstaugliche Ansätze für bezahlbaren Wohnraum. Motto sei die Devise „Lücken nutzen“ gewesen.