Wohnraum im Strohgäu Nachholbedarf allerorten

Von und Franziska Meißner 

Nicht nur Gerlingen, auch die Nachbarkommunen Ditzingen, Korntal-Münchingen und Hemmingen forcieren mit Hochdruck Baupläne, um die hohe Nachfrage nach Wohnraum zu stillen.

An der Strohgäubahn-Linie in Hemmingen entsteht das Gebiet Hälde. Foto: factum/Granville
An der Strohgäubahn-Linie in Hemmingen entsteht das Gebiet Hälde. Foto: factum/Granville

Strohgäu -

Das letzte große Bevölkerungswachstum wurde in Hemmingen in den 70er Jahren verzeichnet, als der Wohnpark Schlossgut gebaut wurde. Knapp 40 Jahre später wird der Ort wieder einen Wachstumssprung machen, wenn das Neubaugebiet Hälde bis Ende des Jahres bebaut wird. Zu den derzeit knapp 7500 Einwohnern kommen wohl rund 500 weitere auf dem 7,4 Hektar großen Areal hinzu, die ersten Bewohner sind schon eingezogen. Auch der Bürgermeister Thomas Schäfer baut dort ein Haus. Rund 220 Wohneinheiten entstehen, etwa die Hälfte davon über mehrere Geschosse, aber auch Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser.

Das größte Bauprojekt, das wiederum die Ditzinger zum Schaffen von Wohnraum angepackt haben, ist das 8,6 Hektar große Areal „Ob dem Korntaler Weg“. In der Kernstadt entstehen 146 Wohneinheiten in Einzelhäusern sowie 154 im Geschosswohnungsbau dort, wo heute Ackerflächen sind. Ein viel kleineres Baugebiet wird in der Panoramastraße realisiert: Zwölf Baugrundstücke mit Grundstücksgrößen von 700 bis 800 Quadratmetern entsprechen den artikulierten Wünschen, in der gehobenen Wohngegend bauen zu können.

Angst vor Immobilienblase

In Hemmingen kostete der Quadratmeter 485 Euro für ein erschlossenes Grundstück. Über die Eisenbahnstraße soll die Hälde dereinst auch an den Ort angeschlossen werden, die Straße wird dafür ausgebaut. Unter den Anwohnern gab es Widerstand gegen die Pläne, der Kämmerer Horst Etzel geht jetzt aber davon aus, dass die Sache vom Tisch ist: Widerspruch gegen den Bebauungsplan gebe es nicht. Das drohende Normenkontrollverfahren ist damit wohl abgewendet. Seit Jahrzehnten war das Neubaugebiet schon im Gespräch. Eigentlich hätte das Areal noch größer sein sollen, dann aber wollte Baron von Varnbüler, dem Schloss und Schlosspark gehören, Flächen im Westen des Plangebiets doch nicht verkaufen.

Auch in Korntal gibt es große Pläne. Das Neubaugebiet Korntal-West ist noch Zukunftsmusik, über die Planung ist lange gerungen worden. Auf zehn Hektar sollen einmal rund 800 Menschen leben. Jüngst hatte der Gemeinderat wegen der hohen Nachfrage nach Wohnraum beschlossen, das Baugebiet doch in einem Zuge – und nicht in zwei Bauabschnitten – zu realisieren. Bei den Grünen gab es Befürchtungen, eine Immobilienblase zu bedienen. In der Korntaler Mitte, dem Komplex Koroneo, entstehen derzeit rund 50 neue Wohneinheiten. Auch in Münchingen soll gebaut werden, wo und wann ist aber noch unklar. Gleichwohl soll dann auch sozialer Wohnungsbau forciert werden.




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