Wohnungsnot in Stuttgart OB Nopper hat keinen Plan

Frank Nopper, Stuttgarts Oberbürgermeister, steht in der Kritik. Foto: imago images/Lichtgut/Max Kovalenko

Das Stadtoberhaupt erwecke nicht den Eindruck, den Wohnungsmangel wirksam bekämpfen zu können, meint StZ-Autor Jörg Nauke

In den Ären der OB Wolfgang Schuster (CDU) und Fritz Kuhn (Grüne) hat sich durch Unterlassen ein enormer Mangel an bezahlbaren Wohnungen gebildet, weshalb es nicht verwundert, dass sie Versammlungen des Mietervereins gemieden haben. Frank Nopper (CDU) ist aus anderem Holz geschnitzt, für ein Grußwort ist ihm kein Weg zu weit. Das ehrt ihn, auch wenn man sich fragt, wer ihm beim Redenschreiben hilft – und im konkreten Fall Zahlensalat aus dem Wohnungsbericht, der SWSG-Broschüre und S-21-Werbeslogans ins Manuskript kopiert hat?

 

Man darf als OB vom Redetext abweichen

Natürlich ist Nopper kein Robert Habeck, der seine Zweifel nach außen kehrt oder wie Annalena Baerbock Mitgefühl zeigt; aber man darf durchaus auch als OB Stimmungen vor Ort aufnehmen und Verständnis für die Sorgen der Bürger artikulieren, die einen Großteil ihres Einkommens für die Miete aufbringen müssen. Auch wäre es angebracht gewesen, dem Verein kraftvolle Unterstützung im Kampf gegen Wucherer zuzusichern. Wenn das aber dem Verwaltungschef schon nicht wichtig erscheint, braucht man sich über mangelnde Motivation im Rathaus nicht zu wundern.

Lösung nur mit der Region möglich

Wenigstens hat der OB deutlich gemacht, dass die Stadt gar nicht in der Lage sei, das Wohnungsbauziel der Regierung zu erfüllen. Eigene Ambitionen hat er nach unten korrigiert. Das ist für ihn kein Problem, glaubt er doch, triftige Gründe zu haben: Stuttgart sind enge Grenzen gesetzt. Gerade deshalb müsste man von einem OB mit Kleinstadterfahrung und Verantwortung für eine Metropole erwarten, dass er eine Lösung forciert, die die gesamte Region berücksichtigt. Bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, ist schließlich eine Gemeinschaftsaufgabe.

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