WTB und die Folgen des Betrugsskandals Neuigkeiten rund um den Württembergischen Tennis-Bund

Der Württembergische Tennis-Bund (WTB) kämpft darum, das Vertrauen zurückzugewinnen. Foto: Baumann/Keppler

Im Württembergischen Tennis-Bund (WTB) gibt es personelle Veränderungen auf der Geschäftsstelle, und auch in dem spektakulären Betrugsskandal gibt es Neues.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Im Betrugsskandal um einen ehemaligen Mitarbeiter des Württembergischen Tennis-Bundes (WTB) steht nun der Termin für das Hauptverfahren fest: Wie das Amtsgericht Nürtingen auf Nachfrage mitteilte, findet die mündliche Verhandlung am 19. Dezember statt. Zuständig ist ein Schöffengericht (ein Berufsrichter, zwei Schöffen), was bedeutet, dass die Straferwartung der Staatsanwaltschaft zwischen zwei und vier Jahren liegt. Ein Einzelrichter darf nur bis zu einer Haftstrafe von zwei Jahren urteilen. Nur dann wäre es auch möglich, die Strafe auf Bewährung auszusetzen.

 

Anklage erhoben

Wie berichtet, hatte die Staatsanwaltschaft Stuttgart Anklage gegen einen ehemaligen WTB-Verantwortlichen erhoben wegen des Verdachts der Untreue in mehreren hundert Fällen. Im noch nicht strafrechtlich verjährten Zeitraum soll ein Schaden „im unteren bis mittleren sechsstelligen Bereich“ entstanden sein. Hinzu kommt der gewaltige immaterielle Image- und Vertrauensverlust für den Verband.

Weshalb der Wunsch von WTB-Präsident Stefan Hofherr nur allzu verständlich ist: „Ich hoffe, dass wir endlich in ein ruhiges Fahrwasser kommen.“ Dazu passt die jüngste Personalie allerdings nicht. Denn auf der Geschäftsführer-Position gab es bereits wieder einen Wechsel. Jens Föhl, erst im September 2020 gekommen, bekam den Laufpass. Offiziell erfolgte die Trennung im beiderseitigen Einvernehmen. Zu den Gründen wollten sich weder Föhl noch Hofherr äußern, doch fest steht: Die Chemie zwischen den beiden stimmte nicht. Föhl hatte sich vor der Wahl Hofherrs zum Präsidenten zu dessen Konkurrenten Stefan Böning (der dann aber zurückzog) bekannt. Überhaupt sollen auf der Geschäftsstelle noch andere hauptamtliche Mitarbeiter vor der Kündigung stehen. Hinter vorgehaltener Hand wird Hofherr mangelnde Kommunikation vorgeworfen, was diesen wundert: „Diesen Eindruck habe ich nicht. Wir befinden uns auf allen Ebenen auf einem guten Weg.“

Marc Klaiber Geschäftsführer

Marc Klaiber hat inzwischen das Geschäftsführeramt übernommen. „Interimsweise, aber mit Perspektive“, so Hofherr. Und auch den Status als Bundesstützpunkt sieht der WTB-Chef nicht in Gefahr. Im Gegenteil: „Es gibt Signale, dass demnächst über das Jahr 2024 hinaus verlängert wird.“

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