Wüstenrot Ludwigsburg/Kornwestheim Mit dem Bus zur Arbeit bei W&W

Von Werner Waldner 

Eine eigene S-Bahn-Haltestelle bei Wüstenrot wird es nicht geben – nun sollen Busse die Mitarbeiter in das Gebiet zwischen Ludwigsburg und Kornwestheim zur Arbeit bringen.

Mit dem Bus zu Wüstenrot zur Arbeit? Das soll eingerichtet werden. Foto: dpa
Mit dem Bus zu Wüstenrot zur Arbeit? Das soll eingerichtet werden. Foto: dpa

Ludwigsburg/Kornwestheim - Der Traum von der eigenen S-Bahn-Station zwischen Ludwigsburg und Kornwestheim war schnell ausgeträumt. Wegen der Lage in einer lang gezogenen Kurve technisch kaum machbar, zudem übermäßig teuer und mit dem S-Bahn-Fahrplan nur schwer vereinbar: Von den kühnen Plänen rückten das Bauspar- und Versicherungsunternehmen Wüstenrot und Württembergische, kurz W&W, und die Stadt Kornwestheim schnell wieder ab. Nun sollen Linienbusse die W&W-Beschäftigten vom Bahnhof zum Arbeitsplatz im Norden Kornwestheims bringen. Welchen Weg sie nehmen werden, das ist noch offen. Die Stadtverwaltung hat in den Entwurf des Nachtragshaushalts, über den der Gemeinderat Mitte Juli entscheiden wird, aber schon 178 000 Euro für einen Buswendehammer östlich des Wüstenrot-Areals in der Tambourstraße eingestellt.

Ist das nicht ein bisschen früh angesichts der Tatsache, dass die beiden im Bau befindlichen Bürohäuser erst Ende 2017 bezogen werden sollen – und das mehrheitlich auch nur von den Mitarbeitern, die schon jetzt auf Kornwestheimer Gemarkung arbeiten? In der Tat sei es eher unwahrscheinlich, dass noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten für den Wendehammer begonnen werde, sagt die städtische Pressesprecherin Eva Wiedemann. Aber die Stadt wolle sich die Option auf einen früheren Baubeginn offenhalten. Vielleicht will sie aber auch nur der vom Gemeinderat verordneten Investitionspause für das Jahr 2017 aus dem Wege gehen. Fürs kommende Jahr dürfte der Gemeinderat, folgt er seinen eigenen Beschlüssen, eine solche Investition wohl kaum genehmigen können.

Kornwestheimer Gemeinderat berät Konzept

Mit der Anbindung von W&W ans Kornwestheimer Busnetz beschäftigt sich auch der Entwurf des Mobilitätskonzeptes, das noch nicht vom Gemeinderat verabschiedet worden ist. Verschiedene Möglichkeiten zeigt die Expertise auf:• eine eigene Linie vom Kornwestheimer Bahnhof zu W&W und wieder zurück. Denkbar sei ein 20- und 40-Minuten-Takt, heißt es im Mobilitätskonzept. Für eine solche Linie wäre ein Wendehammer nötig. • Derzeit gibt es keine direkte Verbindung von Kornwestheim zu W&W. Die Beschäftigten erreichen ihren Arbeitsplatz mit der Linie 427, die allerdings nur auf Ludwigsburger Gemarkung verkehrt – und zwar zwischen Grünbühl und Hoheneck mit Halt am Ludwigsburger Bahnhof.• Eine zusätzliche Buslinie wird zwischen Kornwestheim und Ludwigsburg eingerichtet, die über die alte B 27 im 20-Minuten-Takt verkehrt.

Kornwestheim hat dem Konzern zugesagt, den Firmencampus besser an den Busverkehr (ÖPNV) anzubinden. Und sie will sich laut W&W auch um die Neugestaltung des Kornwestheimer Bereichs Tambourstraße und verlängerte Hohenzollernstraße kümmern. Auch die Stadt Ludwigsburg sei in den Prozess eingebunden, so teilte das Unternehmen auf Anfrage unserer Zeitung mit.