ZDF-Satiresendung „Die Anstalt“ geht mit Stuttgart 21 ins Gericht

Von  

Die ZDF-Satiresendung widmet sich den Folgen von 25 Jahren Bahnreform in Deutschland – und sehr ausführlich dem Projekt Stuttgart 21.

Der Blick auf die Bahnhofsbaustelle. Foto: dpa
Der Blick auf die Bahnhofsbaustelle. Foto: dpa

Stuttgart - Die Zeiten, in denen Stuttgart 21 bundesweit immer wieder die Schlagzeilen beherrschte, sind vorbei. Nur wenn mal wieder die Kosten steigen oder die Terminpläne kassiert werden, nimmt der Rest der Nation Notiz vom Vorhaben. Nach den Nachrichtensendungen und Politmagazinen entdeckten die Satireformate das Projekt für sich.

Die Filmeinspieler, in denen sich Oliver Welkes „heute-show“ mit dem Vorhaben aber auch mit den auf den Außenstehenden mitunter befremdlich wirkenden Protestritualen beschäftigte, sind bis heute im Netz immer wieder geklickte Klassiker, denen allen eines gemeinsam ist: sie sind nicht mehr ganz taufrisch.

Hier gibt es die Sendung zum Nachschauen.

Modell ins Studio geholt

Am Dienstagabend hat die ZDF-Satiresendung „Die Anstalt“ das Milliardenvorhaben im Südwesten wieder auf die bundesweit beachtete Bühne gebracht. Eingebettet in eine Sendung, die sich mit den Folgen von 25 Jahren Bahnreform auseinandersetzt, übten die Protagonisten der Sendung scharfe Kritik an S 21.

An einem Modell der Durchgangsstation stehend arbeiteten Max Utthoff und Claus von Wagner in einem langen Dialog die von Projektgegnern immer wieder vorgebrachten Kritikpunkte ab. Die Neigung der Bahnsteiggleise, der Brandschutz, das Bauen im quellfähigen Anhydrit oder die von den Kritikern in Zweifel gezogene Leistungsfähigkeit des achtgleisigen Durchgangsbahnhofs im Vergleich zum 16gleisigen Kopfbahnhof – die beiden Hausherren der Anstalt ließen nichts aus.

Den Bonatzbau hatten sie sich dafür extra nach München ins Studio geholt – und dabei auf die in Herrenberg gezeigte detailgetreue Nachbildung der Stuttgarter Innenstadt zurückgegriffen.

Kabarettistin spricht den Demonstranten Mut zu

Der Kabarettistin Uta Köbernick blieb es in einem Monolog vorbehalten, den standhaften Kritikern, die sich am Montag zur 450. Demonstration gegen das Vorhaben getroffen haben, weiterhin viel Standhaftigkeit und Ausdauer zu wünschen. Sie erinnerte daran, dass selbst wiederholte Kostensteigerungen und nicht eingehaltene Terminpläne, nichts daran geändert habe, dass gebaut werde. Auch wenn viele ihrer Befürchtungen eingetreten seien „habt Ihr noch nichts erreicht“, lautete ihre bittere Botschaft an die Adresse der Projektgegner.